Handball

Löwen holen einen Sieg für das Selbstvertrauen

Lukas Stutzke (Nummer 39) hat beim Linden-Cup überzeugt. Hier läuft der den Gegenstoß nach einem Ballgewinn in der Abwehr gleich selbst. Foto: imago
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Lukas Stutzke (Nummer 39) hat beim Linden-Cup überzeugt. Hier läuft der den Gegenstoß nach einem Ballgewinn in der Abwehr gleich selbst.

Zum Abschluss des Linden-Cups schlägt der Bergische HC die MT Melsungen mit 30:27 (25:11).

Solingen. 2018 und 2019 hatte der Bergische HC den Linden-Cup gewonnen. Dass es dazu diesmal nicht reichen würde, war spätestens nach der 23:24-Niederlage gegen die HSG Wetzlar klar gewesen. „Trotzdem war es wichtig, dass wir das Turnier mit einem Sieg beendet haben“, sagte Trainer Sebastian Hinze mit Blick auf den 30:27 (15:11)-Erfolg über die MT Melsungen. „Wir haben ähnlich gut gespielt wie gegen Wetzlar, aber es fühlt sich natürlich viel besser an, wenn man dafür auch belohnt wird.“ Gegen die Nordhessen überzeugten die Löwen vor allem in der ersten Halbzeit sowie in der Schlussphase.

In dieser behielten die Bergischen die Nerven. David Schmidt, der seine Leistung über das Turnier hinweg immer weiter gesteigert hatte, hatte bei angezeigtem Zeitspiel keinen Pass mehr zur Verfügung. Der Linkshänder warf gegen die in diesem Moment zu defensive Melsunger Abwehr und stellte zum vorentscheidenden 29:27. Kurz darauf gewannen die Löwen in der Abwehr den Ball, den Emil Hansson per Konter zum Endstand versenkte. Es war zwar noch eine Minute zu spielen, doch die MT hatte das Duell in diesem Moment aufgegeben.

„Wir haben darüber gesprochen, was wir in der Crunchtime besser machen müssen, um die Chance auf den Erfolg zu erhöhen“, meinte Hinze. „Das hatten wir schon gegen Wetzlar umgesetzt, aber da fehlte die Effektivität im Abschluss. Gegen Melsungen ist es jetzt anders herum gelaufen – wobei man auch anerkennen muss, dass der Gegner in dieser Phase zwei klare Bälle liegenlässt.“

BHC: Veränderungen im Abwehr und Tempospiel

Dass der Erfolg dem Selbstvertrauen hilft, fand auch der Trainer. Das gilt insbesondere, da die Mannschaft in der intensiven Woche zuvor drei Mal verloren hatte. „Wir befinden uns in einem Prozess“, sagte Hinze. „Da ist es ganz wichtig, dass die Spieler auch davon überzeugt sind, auf dem richtigen Weg zu sein. Ich habe in jedem Spiel einen Fortschritt gesehen.“

Leider konnten wir dieses Level in der zweiten Hälfte nicht mehr durchhalten.

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Im Vordergrund steht eine Veränderung im Grundsystem der Abwehr, zu der auch eine neue sehr offensive Variante gekommen ist, die die Mannschaft aber nur gegen den TV Hüttenberg ausprobiert hat. „Insgesamt ist die Abwehrarbeit noch intensiver geworden als sowieso schon. Und im Tempospiel gibt es auch ein paar Veränderungen. Das läuft nun auch häufiger über die Außenpositionen“, erläuterte der Trainer, der mit der Entwicklung bisher einverstanden ist.

Gegen Melsungen präsentierten sich die Löwen vor allem in der ersten Halbzeit stark. Die Deckung stand ordentlich mit Torhüter Tomas Mrkva dahinter, im Positionsangriff nutzte die Mannschaft viele Gelegenheiten. Die Rückraum-Rechtshänder Fabian Gutbrod, Lukas Stutzke und Alexander Weck trafen in den ersten 30 Minuten zusammen sieben Mal. „Das Tempospiel war auch ordentlich, aber nicht ganz so überzeugend wie noch gegen Wetzlar“, meinte der Trainer, der mit dem 15:11 zur Pause freilich dennoch hochzufrieden war.

Sebastian HInze: Löwen haben defensiv Fehler gemacht

„Leider konnten wir dieses Level in der zweiten Hälfte nicht mehr durchhalten“, räumte Hinze auch mit Blick auf die Kondition ein. „Da haben wir defensiv Fehler gemacht – sowohl im System als auch individuell. Vorne waren es zudem ein paar technische Nachlässigkeiten zu viel.“ Der Vorsprung schmolz dahin, bis die MT beim 20:20 erstmals ausglich. So blieb der BHC – wie schon gegen Hüttenberg und Wetzlar – bis zum Schluss auf Augenhöhe, hatte diesmal aber das bessere Ende für sich.

Eine starke Leistung zeigte ein Mal mehr Lukas Stutzke, der mit fünf Toren erneut erfolgreichster BHC-Schütze war. „Sehr gut“, fand Hinze die Turnierleistung des 23-Jährigen. „Er hat auch in der Abwehr im Zentrum und auf der Halbposition gut agiert. Unser System passt hervorragend zu ihm.“ Eine Viertelstunde agierten die Löwen zudem mit Alexander Weck statt Tomas Babak auf der Mittelposition, da Linus Arnesson erneut aus privaten Gründen nicht zur Verfügung stand. „Das hat mir auch gut gefallen“, ordnete der Coach ein.

BHC: Mrkva, Rudeck; Stutzke (5), Gutbrod (4), Weck (4), Schmidt (3), Gunnarsson (3, 1), Babak (2), Schönningsen (2), Damm (2), Hansson (2), Szücs (1), Darj (1), Boomhouwer (1), Nikolaisen, Schmitz

Rund um den BHC

Testspiel: Nach vier Partien in einer Woche konzentrieren sich die Löwen nun auf das Training. Das nächste Vorbereitungsspiel ist für den kommenden Sonntag gegen GWD Minden angesetzt. Es wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.

Personal: Tom Bergner war am Freitag und Samstag nicht dabei. Der Kreisläufer absolviert die Vorbereitung aktuell bei Zweitligist Tusem Essen, für den er in dieser Saison ein Zweitspielrecht hat.

Für die kommenden Spiele des BHC gibt es wieder Karten im Vorverkauf.

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