Handball

Bergischer HC lässt sich in zweiter Halbzeit entzaubern

Fabian Gutbrod setzte sich zwar oft erfolgreich im Testspiel gegen GOG Handbold durch, traf aber nur zwei Mal. Foto: Andreas Fischer
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Fabian Gutbrod setzte sich zwar oft erfolgreich im Testspiel gegen GOG Handbold durch, traf aber nur zwei Mal.

GOG Handbold behält im Test gegen die Löwen mit 38:32 die Oberhand.

Solingen. Als Sebastian Hinze erfahren hatte, dass GOG Handbold in Düsseldorf sein Trainingslager abhalten würde, nutzte er die Chance. „Das Spiel wollte ich unbedingt dazwischenschieben“, erläuterte der Trainer, dem es daher auch nichts ausmachte, seine Mannschaft in dieser Woche vier Mal antreten zu lassen. Dem Duell gegen den dänischen Erstligisten, das in der Klingenhalle unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde, folgen für den Bergischen HC bis Samstag drei Partien im Rahmen des Linden-Cups. „Mit der Breite unseres Kaders kriegen wir das gut hin“, betonte der 42-Jährige.

Neben den langzeitverletzten Yannick Fraatz und Maciej Majdzinski musste der Coach gegen GOG noch auf Max Darj und Jeffrey Boomhouwer verzichten. Darj steigt nach seiner Olympia-Teilnahme mit Schweden erst am Mittwoch wieder ins Training ein, Boomhouwer ist bis dahin noch mit einem Magen-Darm-Infekt krank geschrieben. Der Niederländer hatte aus diesem Grund bereits das Trainingslager verpasst.

Davon abgesehen konnte Hinze aus dem Vollen schöpfen und wechselte in der Partie nahezu blockweise durch. Ihre stärkste Phase gelang den Löwen gleich in den ersten 15 Minuten. Csaba Szücs und Tom Kare Nikolaisen standen im Deckungszentrum, Simen Schönningsen und Linus Arnesson verteidigten auf den Halbpositionen. In dieser Formation gewannen die Gastgeber Bälle, überzeugten im Tempospiel und schlossen insbesondere durch Nikolaisen auch erfolgreich ab. Im Positionsangriff hingegen erarbeiteten sich die Bergischen zwar gute Chancen, ließen aber auch zum Beispiel durch Fabian Gutbrod die eine oder andere liegen.

Olympionik Morten Olsen stand auf dem Spielfeld gegenüber der BHC-Spieler

„Wir haben insgesamt zu wenig herausbekommen“, fand Hinze, obwohl seine Mannschaft nach einer Viertelstunde 11:9 führte und nach einer Umstellung auf Lukas Stutzke mit Tom Bergner im Mittelblock und David Schmidt sowie Alexander Weck jeweils daneben mit 19:19 in die Pause ging. „Im Grundsystem war das alles nicht verkehrt, aber wir haben uns nicht oft genug belohnt“, sagte der Coach.

Nach Wiederanpfiff jedoch war es der Kontrahent, der richtig aufdrehte. GOG überzeugte in nahezu allen Belangen. Mathias Gidsel, der bei den Olympischen Spielen als wertvollster Akteur des Handballturniers ausgezeichnet worden war, schaute zwar von der Tribüne aus zu, doch auch der Rest des Teams ist hochkarätig besetzt. In Spielmacher Morten Olsen stand beispielsweise auch ein Silbermedaillen-Gewinner von Tokio auf der Platte. Darüber hinaus verfügt GOG über einige künftige Stars: Der 20-jährige Simon Pytlick agierte auf beiden Seiten des Feldes überragend, traf sechs Mal selbst und spielte schier unfassbare Pässe im Tempospiel, von dem der BHC eine gute Viertelstunde in der zweiten Hälfte weggefegt wurde. Der 22-jährige Kreisläufer Lukas Jörgensen war mit sieben Treffern erfolgreichster Schütze seines Teams.

Es war schon toll, da zuzusehen.

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

„Es war schon toll, da zuzusehen“, schwärmte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste angesichts der gegnerischen Qualitäten. „Da stehen herausragend ausgebildete Spieler auf dem Feld.“ Beim Stand von 24:33 nahm Sebastian Hinze eine Auszeit, in der er klare Worte fand. Der Trainer appellierte, die Aktionen mit Überzeugung durchzuführen. In der Folge riss sich seine Mannschaft, die sich bis dahin dann doch den Schneid hatte abkaufen lassen, noch einmal zusammen und gestaltete das Ergebnis mit 32:38 noch etwas freundlicher.

„In der zweiten Hälfte waren das auch zu viele Fehler im Tempospiel bei uns“, sagte Hinze. „Und wir hatten eine Phase, in der wir nicht ins System gefunden haben und für Fehler gnadenlos bestraft wurden.“

BHC: Rudeck, Mrkva (1); Gunnarsson (5, 1), Arnesson (4, 1), Nikolaisen (4), Weck (3), Babak (3), Bergner (3), Gutbrod (2), Schmitz (2), Stutzke (2), Schönningsen (1), Hansson (1), Schmidt (1), Szücs

Linden-Cup

Zum 30. Mal findet der Linden-Cup in der örtlichen Stadthalle statt. Der BHC, der das Turnier 2018 und 2019 gewonnen hat, ist nach einem Jahr Pause wieder dabei. Gespielt wird in einer Vierergruppe im Modus „Jeder gegen jeden“. Die Löwen treten am Dienstag (20.15 Uhr) gegen Zweitligist Hüttenberg und am Freitag (18 Uhr) sowie Samstag (20 Uhr) gegen die Bundesligisten HSG Wetzlar beziehungsweise MT Melsungen an.

BHC nutzt die Tage von Kaiserau optimal.

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