Handball

Schmidts WM-Bilanz und die Lust auf die BHC-Rückkehr

In den fünf WM-Spielen konnte David Schmidt, der hauptsächlich in der Abwehr eingesetzt wurde, neun Treffer bejubeln – bei 13 Versuchen. Foto: imago
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In den fünf WM-Spielen konnte David Schmidt, der hauptsächlich in der Abwehr eingesetzt wurde, neun Treffer bejubeln – bei 13 Versuchen.

Der Handball-Nationalspieler steigt wieder ins Training der Löwen ein und blickt auf seine erste Weltmeisterschaft zurück.

Von Günter Hiege

Am Montagmorgen war David Schmidt mit Lukas Stutzke beim Drive-In-Coronatest. Sicher ist sicher, erst Recht, seit bekannt ist, dass Nationalmannschaftskollege Johannes Golla im Anschluss an die Weltmeisterschaft positiv getestet worden ist. Bei Schmidt und Stutzke, die am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining des Bundesligisten Bergischer HC einsteigen sollen, sind nach ihrer Rückkehr aus Ägypten am Dienstag vergangener Woche bisher alle Tests negativ ausgefallen.

Doch seit Freitag befinden sie sich sicherheitshalber wieder in einer selbst auferlegten Isolation. „Da haben wir von Johannes’ positivem Testergebnis erfahren“, berichtet Schmidt und schiebt hinterher: „Es muss ja in Ägypten passiert sein. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wo.“ Er selbst fühle sich gut, habe aber nach der Nachricht vom Freitag die eigenen Läufe und das individuelle Krafttraining, das er in seiner Wohnung absolviert, um sich fit zu halten, etwas heruntergeschraubt.

Nach der WM, das gibt er zu, habe er erst einmal keine Lust mehr auf Handball gehabt. Bis zum Halbfinale hat Schmidt auch keine Spiele mehr im Fernsehen angeschaut. Doch nun sei die Lust zurück, und er freue sich vor allem darauf, die Mannschaftskameraden wiederzusehen – wenn denn für Dienstag alles klar geht und auch der jüngste Test negativ ist.

„Christopher Rudeck habe ich zumindest vom Balkon aus schon einmal zugewinkt“, berichtet Schmidt, der mit seiner Verlobten und Hund in Solingen-Mitte wohnt und den BHC-Torwart als neuen Nachbarn erhalten hat.

Der Ausblick dort ist allerdings natürlich bei weitem nicht so imposant wie in Gizeh, wo die deutsche Nationalmannschaft in der Vorrunde in einem Hotel ganz nah an den berühmten Pyramiden untergebracht war. David Schmidt schwärmt: „Das war ein toller Anblick.“ Diesen habe man immer auf dem Weg zum Frühstück genießen können.

„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wo sich Johannes angesteckt haben soll.“
David Schmidt über seinen positiv getesteten Nationalmannschaftskollegen Johannes Golla

Wobei die Deutschen später sicherheitshalber die Mahlzeiten auf dem Zimmer einnahmen, nachdem bekanntgeworden war, dass es beim ebenfalls in dem Hotel untergebrachten Gruppengegner Kap Verde Coronafälle gab. Im Hotel in Kairo, wohin die Mannschaft dann für die Hauptrunde umgezogen war, seien die Hygienestandards dann noch höher gewesen. „Selbst das Personal blieb im Hotel und wurde ständig getestet.“

Dass bei seinem zweiten großen Turnier nach der EM 2019 die Stimmung von den Rängen gefehlt habe, räumt er ein. „Dadurch, dass wir aber ja auch schon in der Bundesliga ohne Zuschauer gespielt haben, war man vorbereitet“, so Schmidt, der nun hofft, auch zu den nächsten Terminen der deutschen Nationalmannschaft eingeladen zu werden. Auch wenn dann etablierte Kollegen, die die WM-Teilnahme abgesagt hatten, zurück sein werden. Wie die Rückmeldung von Bundestrainer Alfred Gislason gewesen sei? „Ich glaube, er will das erst noch genau analysieren und uns dann auch Videos zuschicken, um zu zeigen, wo wir uns verbessern können.“

Schon Mitte März steht das dreitägige Turnier um die Olympia-Qualifikation an, wo die Deutschen im Duell mit Vize-Weltmeister Schweden und den weiteren WM-Teilnehmern Slowenien sowie Algerien mindestens Zweiter werden müssen, um in Tokio dabei zu sein.

Mit seiner Spielzeit bei der WM war Schmidt, der eine größere Rolle in der Abwehr gespielt hatte, sehr zufrieden. „Nur offensiv hätte ich mir noch ein bisschen mehr Einsatzzeit gewünscht, aber beispielsweise gegen Spanien hat es mein Positionskollege Kai Häfner sehr gut gemacht“, sagt Schmidt.

Nach der WM gelte es nun, sich vor allem über seine Leistung für den BHC in der Bundesliga weiter bei Gislason anzubieten. Er fühle sich fit, auch wenn die BHC-Kollegen, die seit drei Wochen in einer planmäßigen Vorbereitung stecken, da einen kleinen Vorteil haben dürften. Die Last auf Schmidts Schultern wird dabei nicht kleiner werden, da er nach der Verletzung von Maciej Majdzinski vorläufig einziger Linkshänder im rechten Rückraum ist.

Mitgefiebert

Natürlich hat sich David Schmidt am vergangenen Sonntagabend das Endspiel der Weltmeisterschaft zwischen Dänemark und Schweden angeschaut, das der Titelverteidiger bekanntlich mit 26:24 für sich entschieden hat. Der 27-Jährige drückte dabei seinem schwedischen Mannschaftskollegen Max Darj fest die Daumen, fieberte vom heimischen Sofa mit. „Max hat es super gemacht, und auch sein Team hat gut gespielt. Am Ende aber hatten sie der dänischen Torhüterleistung nichts entgegenzusetzen“, analysierte Schmidt. Darj habe er aber schon geschrieben und ihm persönlich gratuliert: „Für Silber bei einer WM würde ich viel geben.“

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