Handball

BHC plant mit 950 Zuschauern in der Klingenhalle

Von Thomas Rademacher

In der ausverkauften Klingenhalle werden die Löwen Anfang Oktober nicht jubeln dürfen, doch die Hoffnung ist groß, dass zumindest 950 Menschen dabei sind.

Handball-Bundesligist trägt seine ersten drei Heimspiele in Solingen aus – Wuppertal geht zunächst leer aus.

Von Thomas Rademacher

Am 1. Oktober startet der Bergische HC um 19 Uhr beim SC Magdeburg in die neue Saison in der Handball-Bundesliga. „Dass diese Spielzeit aufgrund der besonderen Umstände in die Geschichte eingeht, steht bereits jetzt fest“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. Ein Grund dafür ist die fehlende Planbarkeit für alle Beteiligten. So ist jetzt zum Beispiel kaum absehbar, ob und mit wie vielen Zuschauern gespielt werden kann. Die Vorgaben in den einzelnen Bundesländern sind bereits aktuell vollkommen unterschiedlich. In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) rechnen die Löwen mit einer Kulisse von 2500 Fans. Ein paar Tage später sollen 950 Menschen zum Heimauftakt gegen den HC Erlangen in die Klingenhalle dürfen.

„Er hat wirklich alles bewegt.“

Jörg Föste über Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach

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„Unser großer Dank gebührt Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der ungemein geholfen hat und sich proaktiv um die Belange des Bergischen HC gekümmert hat“, äußert Föste ein seltenes Lob in Richtung der Solinger Stadtpolitik. „Er hat wirklich alles bewegt. Gleiches gilt für Kirsten Olsen-Buchkremer.“ Die ist als Bäderchefin verantwortlich für den Betrieb der Klingenhalle. Die 950 Zuschauer, die das erarbeitete Konzept vorsieht, dürfen aufgrund der Coronaschutzverordnung aktuell noch nicht in die Halle. „Aber wir rechnen fest damit, dass die sportliche Beschränkung von 300 auf 1000 Zuschauer korrigiert wird“, sagt der Geschäftsführer. Die aktuelle Fassung der Verordnung ist nur noch bis zum 15. September gültig.

Sollte die Planung des BHC aufgehen, dürften zumindest alle Dauerkarten-Besitzer, die ihre Tickets bereits bezahlt haben, in die Halle. „Ein Vorverkauf und eine Abendkasse wird es allerdings nicht mehr geben“, erläutert Föste. Gleiches gilt, sofern sich die Höchstgrenzen nicht weiter ändern, auch für die Partien gegen die HSG Wetzlar (15. Oktober, 19 Uhr) und die SG Flensburg-Handewitt (31. Oktober, 20.30 Uhr), die ebenfalls in der Klingenhalle ausgetragen werden.

„Gegen Flensburg hätten wir mit dem Düsseldorfer ISS Dome geliebäugelt, doch dieser steht an dem Tag nicht zur Verfügung“, sagt der 59-Jährige. Zum ersten BHC-Einsatz der Saison soll die große Arena in der Landeshauptstadt am 15. November gegen den THW Kiel kommen. „Hier hoffen wir, einen Vorverkauf starten zu können“, sagt Föste. Wann dieser losgeht, hängt auch vom erfolgreichen Test des dortigen Hygienekonzepts ab. Der geplante Test gegen Essen wurde aufgrund der 300er-Grenze unlängst abgesagt. Doch der Supercup soll Ende September dort vor Publikum steigen. „Auf diese Erkenntnisse bauen wir.“ Föste räumt ein, dass eine Austragung vor 2000 Fans in Düsseldorf wirtschaftlich unprofitabel sei. „Wir würden es aber trotzdem machen, damit mehr Leute den BHC live erleben können.“

An welche Auflagen sich die Zuschauer genau halten müssen, wird erst kurzfristig entschieden. Fest steht, dass in der Klingenhalle auf die Hintertortribüne verzichtet und es auch keine Bestuhlung direkt am Feldrand geben wird. Auch das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes an den Sitzplätzen steht noch zur Diskussion. „Eine Entscheidung dazu fällt wohl erst in der Woche vor dem ersten Spiel“, sagt Föste. Und die Wuppertaler Unihalle? Die spielt in den kurzfristigen Planungen keine Rolle. „Dort finden Baumaßnahmen statt, die Mitte Oktober abgeschlossen sein sollen“, erläutert Philiipp Tychy, BHC-Geschäftsführer Marketing, den Hauptgrund. „Wir sind mit den zuständigen Ämtern in Kontakt und sprechen über die künftige Nutzung der Halle.“ Wo nach den ersten vier Heimpartien gespielt wird, ist noch nicht beschlossen.

Doch Jörg Föste macht auch keinen Hehl daraus, dass man sich in der Klingenstadt offenbar mehr um die Löwen bemüht habe. „Das letzte Mal, dass wir mit Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke gesprochen haben, war am 19. März 2019“, sagt der Geschäftsführer. Eine Aussage, die für sich spricht.

Rund um den Bergischen HC

Nothilfe: 200 Millionen Euro stellt der Bund deutschen Profisportclubs zur Verfügung. „Wir stellen einen Antrag“, sagt Jörg Föste. „Fest steht: Egal welche Summe wir kriegen, es wird nur ein Bruchteil des Vergleichzeitraums 2019 sein.“

Gehaltsverzicht: Ob und in welcher Höhe die Handball-Profis des Bergischen HC auf einen Teil ihres Gehalts verzichten, veröffentlicht der Verein nicht. „Aber wir haben eine interne Regelung getroffen“, sagt der Geschäftsführer.

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