Handball

Neuer BHC trainiert erstmalig zusammen

Die Neuen beim Bergischen HC (v.l.): Co-Trainer Peer Pütz, Noah Beyer, Frederik Ladefoged, Peter Johannesson, Isak Persson, Djibril M'Bengue, Tim Nothdurft, Louis Oberosler und Chefcoach Jamal Naji.
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Die Neuen beim Bergischen HC (v.l.): Co-Trainer Peer Pütz, Noah Beyer, Frederik Ladefoged, Peter Johannesson, Isak Persson, Djibril M'Bengue, Tim Nothdurft, Louis Oberosler und Chefcoach Jamal Naji.

Handball-Bundesliga: Zum Auftakt begrüßt Coach Jamal Naji 18 seiner 20 Spieler.

Von Thomas Rademacher

Der Bergische HC erlebte am Montagmittag eine ganz besondere Premiere. Während sieben Handballer sowie die Trainer Jamal Naji und Peer Pütz ihre erste Trainingseinheit überhaupt beim Bergischen HC absolvierten, war es auch für den Rest der Bundesliga-Mannschaft ein spezieller Termin. Schließlich hatte sich das Team in seiner neuen Konstellation noch nie vorher getroffen. „Tatsächlich war ich im Vorfeld ein Stück weit aufgeregt, weil es doch sehr viele neue Gesichter für mich waren“, sagte Chefcoach Jamal Naji. „Es war sehr spannend und hat letztlich richtig viel Spaß gemacht.“

Hier geht alles viel schneller, und die Spieler sind größer und stärker.

Isak Persson, BHC-Zugang

Bevor es in die Halle ging, stellte sich Naji seiner neuen Mannschaft in der Geschäftsstelle vor. „Wir haben dort auch Teile unserer neuen Spielidee kommuniziert, damit alle wissen, wohin wir mit ihnen wollen“, berichtete Naji, der im Angriff vor allem die Wurfauswahl verändern möchte. „Bestimmte Abschlüsse wollen wir bewusst weglassen, um andere zu forcieren.“ Das stand während der ersten Einheit freilich überhaupt nicht im Fokus. „Ich hatte gehofft, die Begeisterung aller zu spüren, einen gewissen Elan und auch Lachen in den Gesichtern zu sehen. Das ist alles auch genau so eingetreten.“

Fußball steht bei denHandballern hoch im Kurs

Dass Fußball nach dem Aufwärmen auch beim Handballtraining beliebt ist, weiß freilich auch Naji, so dass das Team sein obligatorisches Duell „Jung gegen Alt“ zum ersten Mal in dieser Saison durchführte. „Team Alt“ war mit Linus Arnesson und Tomas Babak optisch drückend überlegen, verpasste es aber, in zwölf Minuten ein Tor aus dem Spiel heraus zu erzielen. Im Penaltyschießen traf Babak aber doch noch souverän zum Sieg. Gerne hätten die Profis noch etwas länger gespielt, doch Naji betonte: „Mehr als zwölf Minuten werden es auch künftig nicht. Wir sind schließlich ein Handballteam.“

Erste Einheit noch mit geringerer Intensität

Mannschaftskapitän Fabian Gutbrod geht bereits in seine zehnte Saison beim Bergischen HC.

Das folgende Training war dann mehr als lockerer Aufgalopp zu verstehen. „Jeder muss sich erstmal wieder an die Halle gewöhnen“, meinte Torhüter Christopher Rudeck. „Das ist natürlich noch weit weg von dem Niveau, das wir erreichen wollen.“ Sportlich bewertete auch der Coach die Einheit nicht: „Wichtig ist, dass alle gesund sind und niemand das Handball spielen verlernt hat.“ Bis auf Csaba Szücs (Sehnenriss im Fuß) und Yannick Fraatz (krank) nahm der komplette Kader teil. Für 7 von 18 Spielern war es die erste Einheit im Löwen-Outfit.

Persson spürtdas höhere Tempo

Neben den Torhütern Peter Johannesson und Louis Oberosler war es für Djibril M'Bengue, Frederik Ladefoged, Noah Beyer, Tim Nothdurft und Isak Persson die Premiere. Für den letztgenannten Schweden ist der BHC die erste Station in der Bundesliga. Der 21-Jährige kommt von Lugi HF aus Lund, seinem Heimatverein. „Hier geht alles viel schneller, und die Spieler sind größer und stärker“, stellte Persson sofort fest. „Es hat richtig Spaß gemacht. Ich freue mich auf die Herausforderung.“ Der Rechtsaußen war leicht nervös zum Training gefahren, da er zuvor nur mit den Skandinaviern des Teams gesprochen hatte. „Das hat es aber etwas leichter gemacht“, berichtete der Rechtsaußen. „Insgesamt fühle ich mich nach der ersten Einheit sehr willkommen hier.“

Tim Nothdurft verlässtseine Komfortzone

Wie Persson hat auch Tim Nothdurft zum ersten Mal seine Heimat verlassen, um nun für den BHC anzutreten. Der 25-Jährige kommt von HBW Balingen-Weilstetten. „Es war schon ein schwieriger Abschied nach zwölf Jahren dort“, erläuterte der Linksaußen. „Speziell, weil er mit dem Abstieg nicht so gelaufen ist, wie ich mir das gewünscht hatte. Doch das Thema ist nun abgehakt, und ich freue mich auf die neue Herausforderung.“ Nothdurft räumte ein, seine Komfortzone mit dem Wechsel ein Stück weit zu verlassen. „Das war einer der Hauptgründe für die Entscheidung. Ich hatte tolle Jahre in Balingen, wollte aber mal raus, den nächsten Schritt machen und ein neues Umfeld kennenlernen. Das hier ist eine Riesenchance für mich.“

M'Bengue vermisst den Wäscheservice

Zum Abschluss der ersten Einheit schwor Jamal Naji sein neues Team auf die bevorstehende Vorbereitung ein.

Während Jamal Naji sich begeistert zeigte angesichts der Voraussetzungen mit eigener Physiotherapie und gut ausgestattetem Kraftraum im Leistungszentrum an der Kanalstraße, vermisste Zugang Djibril M'Bengue den Wäscheservice. Diesen hatte der Rückraum-Linkshänder beim FC Porto stets genossen. „Dort ist das etwas an den Fußball gebunden – von den Strukturen haben wir genauso profitiert wie die Basketballer und Rollhockeyspieler.“ Freilich meinte der 30-Jährige diese Kritik nur scherzhaft.

Fabian Gutbrod möchte keine Vergleiche

Und was hat sich nun geändert bei Jamal Naji im Vergleich zu Vorgänger Sebastian Hinze? „Der Name des Trainers ist anders“, sagte Kapitän Fabian Gutbrod. „Es ist sehr schwierig, nach einer Einheit Unterschiede auszumachen. Und ich denke auch, dass wir alle gut daran tun, ohnehin nicht viel zu vergleichen. Wichtig ist, dass es Spaß gemacht hat, die Jungs wiederzusehen und neue zu begrüßen. Und endlich wieder einen Ball in der Hand zu haben.“

Rund um den Bergischen HC

Vorbereitung: Die Trainingsintensität wird nun gesteigert. In dieser Woche finden nahezu jeden Tag zwei Einheiten statt, am Wochenende ist frei. Ab Montag soll die Belastung noch einmal erhöht werden, bevor es am Donnerstag ins Trainingslager nach Kamen-Kaiserau geht.

Erster Test: Während des Aufenthalts im SportCentrum Kaiserau (28. Juli bis 2. August) absolviert der BHC sein erstes Vorbereitungsmatch. Am Sonntag, 31. Juli, treten die Löwen um 17 Uhr gegen Drittligist HSG Krefeld an. „Ein kleiner Aufgalopp“, wie Trainer Jamal Naji es nennt.

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