Handball

Neuer BHC startet in die Bundesliga-Saison

Linus Arnesson führt den BHC als Kapitän an. Der Schwede übt das Amt gleichberechtigt mit Fabian Gutbrod aus.
+
Linus Arnesson führt den BHC als Kapitän an. Der Schwede übt das Amt gleichberechtigt mit Fabian Gutbrod aus.

Bundesliga: Der Bergische HC möchte am Sonntag bei GWD Minden den ersten Meilenstein setzen.

Der Trend zeigt beim Bergischen HC nach oben. Der elfte Platz in der vorigen Saison war die tabellarisch zweiterfolgreichste jemals für die Löwen in der Handball-Bundesliga. Folgt in der Spielzeit 2022/23 der nächste Schritt? Die Spannung vor dem Auftakt bei GWD Minden am Sonntag (16.05 Uhr) ist noch etwas größer als in den vergangen Jahren. Der Verein vollzieht aktuell einen personellen Umbruch inklusive neuem Trainer. „Ich bin überzeugt, dass wir eine bessere Mannschaft haben als voriges Jahr“, sagt Linus Arnesson, der gleichberechtigt mit Fabian Gutbrod das Amt des Mannschaftskapitäns ausübt.

Zehn Jahre lang war Sebastian Hinze für die sportlichen Geschicke des BHC verantwortlich gewesen, bevor er im Sommer zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte. Sein Nachfolger im Bergischen ist der vom TuSEM Essen gekommene Jamal Naji. Mit ihm stießen gleich sieben Zugänge in den Kader, zu dessen Grundgerüst auch Linus Arnesson gehört. Der Spielmacher geht in seine sechste Saison mit den Löwen. „Es hat sich schon einiges verändert“, beschreibt der Schwede. „In der Abwehr ist das Grundsystem ähnlich, aber im Angriff machen wir andere Bewegungen und suchen andere Abschlüsse - die Quote war voriges Jahr schließlich nicht die beste.“

BHC-Sieg in Minden würde Meilenstein darstellen

Durch die Stärkung der Außenpositionen - links sorgen Noah Beyer und Tim Nothdurft für Aufwind, rechts ist das schwedische Supertalent Isak Persson als dritter Mann, wohl aber nicht als dritte Wahl gekommen - haben die Löwen ihr Angriffsspiel verbreitert. Würfe von außen gehören nun zur Tagesordnung. „Das sorgt gleichzeitig dafür, dass wir auch im Rückraum etwas mehr Platz haben und Lücken in der Abwehr für Eins-gegen-Eins-Situationen nutzen können“, sagt Arnesson. „Hoffentlich gelingt es uns, viele Chancen und damit auch Tore aus sechs Metern zu erzielen.“

Zufrieden klingt der Kapitän auch, wenn er über das Konter- und Gegenstoßspiel spricht. „Es hat sich vieles entwickelt bei uns. Aber das sorgt eben auch dafür, dass man nicht genau weiß, wo man steht. Mir fällt eine Einschätzung jedenfalls unheimlich schwer.“ Arnesson ist von der Chance überzeugt, dass dieses Gefühl nach den ersten Spielen einem zusätzlichen Selbstvertrauen weicht. Ein Sieg in Minden, der laut Geschäftsführer Jörg Föste einen Meilenstein darstellen würde, kann dabei helfen. Realistisch ist der Erfolg: GWD ist wohl eingespielter, zählt aber auch in dieser Saison zu den Abstiegskandidaten.

Sicher dürfte jedoch auch sein: Der BHC wird sein volles Potenzial erst im Laufe der Spielzeit ausschöpfen. „In der Abwehr müssen wir Max Darj ersetzen“, weist Trainer Naji auf eine der Hauptaufgaben hin. Der Schwede wechselte zu den Füchsen Berlin. Seinen Platz im Deckungszentrum müssen nun andere ausfüllen - unter anderem Tom Kare Nikolaisen und Zugang Frederik Ladefoged. Defensiv kritisierte Naji bei den Vorbereitungspartien zumeist mehr als im Angriff. Die Abwehr aber war immer das Prunkstück des BHC und soll es auch bleiben. Trotzdem betont Naji: „Es ist Zeit, dass die Saison anfängt. Vorbereitung ist wichtig, aber am Ende wollen wir doch alle um Punkte spielen.“

Beim Saisonziel hat der Coach keine konkrete Platzierung im Kopf. „Mir ist wichtig, dass die Leute mit einem guten Gefühl aus der Halle gehen, wenn sie ein Spiel von uns gesehen haben.“ Eine frühzeitige Verabschiedung aus dem Abstiegskampf sei wünschenswert. Linus Arnesson präzisiert noch etwas: „Wenn wir gut in die Saison kommen, möchten wir den nächsten Schritt machen und vor allem wieder Konstanz zeigen. Die fehlte uns in der vorigen Saison.“ Zwar gelangen Siege in Flensburg und Leipzig, doch zum Beispiel gegen die fast abgestiegenen Mindener setzte es zwei Niederlagen.

In den vergangenen knapp sieben Wochen hat sich das Kader-Grundgerüst, das immerhin aus zwölf Handballern besteht, nicht nur an neue Mitspieler gewöhnen müssen. Der Trainerwechsel war für die Profis freilich ebenfalls spannend. „Natürlich haben Sebastian und Jamal unterschiedliche Systeme, aber das ist nicht alles“, erläutert Arnesson. „Die Hallen-Einheiten des neuen Coachs haben ein höheres Tempo, die Übungen sind komplexer. Das hat es speziell am Anfang schwierig für den Kopf gemacht.“ Inzwischen seien alle daran gewöhnt. „Dafür mussten wir etwas weniger nach draußen zum laufen - was ich gut finde.“ Auffallend sei zudem die Akribie - nicht nur Najis, sondern auch die von Co-Trainer Peer Pütz. „Wenn es um handballspezifische Kleinigkeiten geht, analysieren die beiden noch mehr heraus. Bis hin zur Körperposition beim Sprungwurf. Das ist noch mal ein Level über dem, was wir bisher kannten.“

Und wie sieht es Jamal Naji? Für ihn hat sich beim BHC auch vieles verändert. „Betonen möchte ich die professionellen Strukturen. Hier hat jeder seine Befähigung, so dass ich nichts zusätzlich mit vielleicht nur halber Kompetenz abdecken muss“, lobt der 36-Jährige das Team ums Team.

Bergischer HC

Abgänge: Sebastian Hinze (Trainer / Rhein-Neckar Löwen), Max Darj (Füchse Berlin), Tomas Mrkva (THW Kiel), David Schmidt (Frisch Auf Göppingen), Emil Hansson (TIF Viking/Norwegen), Jeffrey Boomhouwer (Green Park Aalsmeer/Niederlande), Sebastian Damm (Ahlener SG), Maciej Majdzinski (Karriereende), Joonas Klama (TuS N-Lübbecke), Jonas Leppich (TuS 82 Opladen).

Zugänge: Jamal Naji (Trainer / TuSEM Essen), Tim Nothdurft (HBW Balingen-Weilstetten), Frederik Ladefoged (SonderjyskE Handbold/Dänemark), Peter Johannesson (TBV Lemgo), Noah Beyer (TuSEM Essen), Djbril M‘Bengue (FC Porto/Portugal), Isak Persson (Lugi HF/Schweden), Louis Oberosler (TuS Fürstenfeldbruck)

Heimauftakt: Mittwoch, 7. September, 19.05 Uhr in der Solinger Klingenhalle

Heimspielorte: Klingenhalle Solingen (ca. 2500 Zuschauer), Unihalle Wuppertal (2900), Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf (4000), PSD Bank Dome Düsseldorf (11200)

Etat: etwa 3,7 Millionen Euro für den Lizenzspieler-Bereich

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare