Handball

Das neue Gesicht der Bergischen Löwen

Während David Schmidt zum Wurf ansetzt, rackert Max Darj am Kreis. Schmidt traf entscheidend, Darj agierte überragend. Foto: Andreas Fischer
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Während David Schmidt zum Wurf ansetzt, rackert Max Darj am Kreis. Schmidt traf entscheidend, Darj agierte überragend.

Der 31:27-Erfolg beim SC Magdeburg ist nicht nur aufgrund des hochkarätigen Gegners bemerkenswert.

Von Thomas Rademacher

Der Bergische HC hat beim SC Magdeburg einen der größten Erfolge seiner Vereinsgeschichte gefeiert. „Es war der erste Auswärtssieg des BHC gegen ein Spitzenteam überhaupt“, ordnete Geschäftsführer Jörg Föste nach Spielschluss ein. Dieser gelang an einem für den gesamten Handballsport historischen Tag – dem der Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs nach 207 Tagen Pandemie-Pause. Unvergessen wird der 31:27 (14:16)-Erfolg also alleine aufgrund der einzigartigen Konstellation bleiben. Doch nicht nur deshalb war es ein bemerkenswertes Spiel. Wir beleuchten, warum die die Löwen in Magdeburg gewannen und teilweise sogar ein neues Gesicht von sich zeigten.

Die Abwehr: Der Bergische HC gewinnt seine Partien traditionell in der Deckung. Aus dieser resultieren Ballgewinne, die zu Kontermöglichkeiten und schnellen Toren auf der anderen Seite führen. Das klappte in vielen Phasen auch in Magdeburg. Speziell in der zweiten Hälfte hatte die Abwehr hervorragenden Zugriff. Trainer Sebastian Hinze lobte in diesem Zusammenhang insbesondere Lukas Stutzke, der zufrieden war. „Wir haben das am Ende souverän gemacht – eine stabile Abwehr und wenige Fehler im Angriff“, fand der 22-Jährige.

Der Rückraum: Man muss lange zurückdenken, um auf ein Spiel zu kommen, das der Bergische HC im Rückraum gewonnen hat. Wenn in jüngerer Vergangenheit das Tempospiel nicht ins Rollen kam, waren die Löwen zwar nicht unbedingt schwach im Positionsangriff, selten jedoch sicherten sie sich den Sieg. Der Erfolg beim SCM aber wäre ohne die grandiosen Rückraum-Kracher von Fabian Gutbrod, David Schmidt und Tomas Babak nicht gelungen. „Als Fabian das Tor zum 25:23 mit Lattenberührung erzielt hat, waren wir an dem Punkt, an dem wir alle gedacht haben, dass wir es jetzt durchziehen müssen“, meinte Lukas Stutzke. „Das ist uns dann auch gut gelungen.“

Die Ideen: In der vorigen Saison hielten die Löwen auch gegen Topteams oft lange mit, waren sogar das eine oder andere Mal kurz vor Schluss in Führung, brachten diese aber nicht ins Ziel. Ein Grund dafür waren fehlende Ideen in der Schlussphase. Der neue BHC hat dieses Problem zumindest am ersten Spieltag nicht gehabt. „Wir hatten uns einige Spezialbewegungen für die Stress-Situationen in der Schlussphase aufbewahrt“, erläuterte Coach Hinze. So kam David Schmidt zu zwei furiosen Abschlüssen aus dem Rückraum zum 28:26 und 29:27 – vor allem beim ersten der beiden Treffer wurde der Linkshänder perfekt in Szene gesetzt.

Die individuelle Klasse: Fabian Gutbrod machte schon in der Vorbereitung einen unheimlich starken Eindruck und bestätigte diesen gleich am ersten Spieltag. „Was für ein Steine-Schmeißer“, entfuhr es Sky-Kommentator Karsten Petrzika nach einem weiteren entschlossenen Abschluss des neuen BHC-Kapitäns, der nicht der Einzige war, der hervorragend spielte. Tomas Babak, Max Darj, Stutzke, Csaba Szücs und natürlich Torhüter Tomas Mrkva waren weitere Beispiele.

Die Fitness: Der breite Kader der Löwen machte sich gleich im ersten Spiel bezahlt. Die Truppe wirkte auch in den letzten Minuten noch enorm frisch. „Wir haben die Lockdown-Phase extrem gut genutzt. Das hat man schon am Anfang des Mannschaftstrainings gesehen. Wir waren da bereits sehr fit und haben die Zeit dann hervorragend genutzt, um uns taktisch auf die Saison vorzubereiten“, meinte Fabian Gutbrod. Ob der SC Magdeburg am Ende müde war, ist schwer einzuschätzen. Zumindest fiel dem Team nicht mehr viel ein – außer den Ball an den neunfachen Torschützen Michael Damgaard zu geben und zu hoffen, dass der etwas Gescheites damit machen würde.

Das nächste Spiel

Am kommenden Mittwoch (19 Uhr) ist der HC Erlangen zu Gast in der Klingenhalle. Beim ersten Heimspiel der neuen Saison sind 950 Fans zugelassen. Tickets sind im freien Verkauf nicht verfügbar. Ausschließlich Inhaber von VIP- und Dauerkarten können live dabei sein.

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