Handball-Bundesliga

Mit Mut und Wut ins nächste Match

David Schmidt erzielte das erlösende 25:25. Ganz zufrieden war er danach dennoch nicht. Foto: Moritz Alex
+
David Schmidt erzielte das erlösende 25:25. Ganz zufrieden war er danach dennoch nicht.

In der Wuppertaler Unihalle empfängt der Bergische HC die HSG Wetzlar.

Von Thomas Rademacher

Beim Bergischen HC herrschte schnell Einigkeit nach dem 25:25 (13:13) gegen die Rhein-Neckar Löwen: „Wir hatten das Gefühl, es wäre mehr drin gewesen, auch wenn wir am Ende auch Glück hatten, den Punkt zu holen“, fasst Trainer Sebastian Hinze zusammen. David Schmidt, der das entscheidende Tor zum Ausgleich in letzter Sekunde erzielt hatte, geht sogar noch ein bisschen weiter: „Ich war natürlich glücklich, als mein Wurf exakt wie geplant reinging, aber wir waren in der ersten Halbzeit einfach besser, haben es aber nicht auf die Anzeigetafel bekommen. Es wäre eine Katastrophe gewesen, dieses Spiel zu verlieren.“ So hat die späte Aufholjagd nicht nur für Selbstvertrauen gesorgt, sondern auch etwas Wut hinterlassen. Die könnte am Samstagabend um 18.30 Uhr die HSG Wetzlar in der Wuppertaler Unihalle abbekommen.

An die Mittelhessen haben die Löwen nicht nur gute Erinnerungen. Ende Mai kassierten sie in Wetzlar eine 22:30-Pleite und zeigten dabei eine extrem ernüchternde Vorstellung. Wie der BHC hat auch die HSG den Kern seiner Mannschaft behalten. „Die Niederlage spielt jetzt aber keine Rolle mehr. Eine solche zusätzliche Motivation braucht es für ein Bundesligamatch nicht“, betont Schmidt. „Grundsätzlich sehe ich Wetzlar als Gegner auf Augenhöhe. Solche Spiele wollen wir gewinnen.“

Unter ihrem neuen Coach Benjamin Matschke, der Kai Wandschneider nach mehr als neunjähriger Tätigkeit ablöste, ist die HSG erfolgreich in die neue Saison gestartet. Zu Hause sind die Wetzlarer noch ungeschlagen, feierten dort sogar einen historisch hohen Sieg (38:16) über die TSV Hannover, auswärts jedoch kassierte die Truppe drei Niederlagen in Berlin, Magdeburg beziehungsweise Hamburg. Gut also, dass die Bergischen in der Unihalle antreten? „Natürlich macht es Mut, dass wir ein Heimspiel haben. Wenn wir es schaffen, gut ins Spiel zu starten, mit Mut in die Zweikämpfe gehen und wir direkt einige Erfolgserlebnisse haben, stehen unsere Chancen nicht schlecht“, sagt Hinze. „Wichtig ist außerdem, dass wir ein kleines Plus im Tempospiel kreieren.“

„Die Woche läuft noch nicht so prickelnd.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Die Gäste verfügen über einen guten Kader, doch vor allem ein Spieler setzte den Löwen zuletzt gewaltig zu. Lenny Rubin bekam der BHC überhaupt nicht in den Griff. Der Schweizer traf im Mai acht Mal, ist aus der Distanz gefährlich, kann aber auch die Tiefe suchen. „Er ist extrem schwer zu verteidigen“, sagt Hinze. „Dazu haben sie in Magnus Fredriksen einen Mittelmann, der kaum Fehler macht.“ Komplettiert wird die starke Rückraumachse durch Stefan Cavor, der seit Jahren zu den gefährlichsten Schützen der HSG gehört. Mit Anton Lindskog hat zwar ein Top-Kreisläufer den Verein Richtung Flensburg verlassen, doch „ihn haben sie inzwischen dreifach ersetzt.“

Adam Nyfjäll und Tomislav Kusan kamen aus dem Ausland, Felix Danner aus Melsungen. Letzterer wertet auch die Abwehr noch einmal merklich auf. „Letztlich können in Wetzlar eigentlich alle gut decken“, sagt Hinze, der zudem auf gute Torhüter verweist. Till Klimpke und Anadin Suljakovic halten beide bislang mehr als 32 Prozent der Bälle.

Dennoch klingt der Coach optimistisch – wenn da nicht die Verletzungssorgen wären. Fabian Gutbrod ist nach überstandener Erkrankung zwar wieder ins Training eingestiegen, aber Alexander Weck wird definitiv fehlen. „Er ist umgeknickt und konnte deshalb auch nicht zum Lehrgang der Nationalmannschaft“, sagt Hinze, der sich auch noch um Max Darj sorgt. „Er konnte mit Leistenproblemen bisher nicht trainieren. Die Woche läuft noch nicht so prickelnd“, hadert der 42-Jährige, fügt aber kämpferisch an: „Aber das kann sich ja am Samstag ändern.“

Rund um den BHC

Anfahrt: Einen Shuttle von Solingen zur Unihalle gibt es nicht. Das Parkhaus A steht zur Verfügung. Von dort aus fährt ein Bus.

Bilanz: Von 16 Bundesligaspielen gewannen beide Teams je sieben – zwei Mal hieß es Remis.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

BHC kämpft und verliert
BHC kämpft und verliert
BHC kämpft und verliert

Kommentare