Handball

Mit gedrückter Stimmung auf Ost-Tour

Auf Tomas Babak lastete durch den Ausfall von Linus Arnesson zuletzt sehr viel Verantwortung. Der tschechische Spielmacher absolviert bisher eine überragende Saison mit 47 Toren und 44 Assists.
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Auf Tomas Babak lastete durch den Ausfall von Linus Arnesson zuletzt sehr viel Verantwortung. Der tschechische Spielmacher absolviert bisher eine überragende Saison mit 47 Toren und 44 Assists.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC tritt am Sonntag in Leipzig an und wird im Anschluss dort bleiben.

Von Thomas Rademacher

Die 18:31 (5:14)-Heimpleite gegen die SG Flensburg-Handewitt hat den Bundesliga-Handballern des Bergischen HC zugesetzt. „Körperlich habe ich mich erholt“, sagt Spielmacher Tomas Babak. „Aber über das Spiel denke ich schon noch etwas mehr nach als über andere.“ Speziell in der ersten Halbzeit lief für den BHC nichts zusammen. „Nach meinem Gefühl haben wir alles versucht, das wir vorbereitet hatten. Und wenn dann mal irgendetwas funktioniert hat, haben wir verschossen.“ Es gelte, so Babak, die Vorstellung nun endgültig abzuhaken und den Fokus auf die nächste Aufgabe zu legen. Am Sonntagabend (19 Uhr, Quarterback Immobilien Arena) sind die Löwen beim SC DHfK Leipzig zu Gast. Die Lage aber ist weiter angespannt.

Die Erkältungswelle

„Es ist gerade die Seuche drin“, sagt Jamal Naji und muss husten. Auch den BHC-Trainer hat es inzwischen erwischt. „Die Spieler, die vorige Woche krank im Bett lagen, können immer noch nicht voll trainieren. Diejenigen, die fit geblieben sind, haben sich jetzt erkältet und fehlen. Und ich schleppe mich gerade irgendwie durch“, beschreibt der 36-Jährige die ungefähre Situation. Die Hoffnung sei trotzdem da, dass ein Großteil des Kaders die Tour in den Osten der Republik antreten kann.

Die Fünf-Tage-Reise

Die Ernüchterung nach der 18:31-Niederlage gegen Flensburg stand Trainer Jamal Naji ins Gesicht geschrieben. Seine Stimmung ist aktuell immer noch nicht glänzend.

Die Partie in Leipzig wird keine normale Reise mit einer Übernachtung sein. Stattdessen bleibt die Mannschaft von Samstag bis Mittwoch in Sachsen. Grund dafür ist das Achtelfinale des DHB-Pokals, das am Mittwochabend (19 Uhr) in der etwa 130 Kilometer entfernten Magdeburger Getec-Arena angepfiffen wird. „Wir bleiben in Leipzig in unserem normalen Rhythmus und bekommen dort Hallenzeit zur Verfügung gestellt“, sagt Naji. „Ein geselliger Teamabend ist auch in Planung.“ Tomas Babak findet die Idee ebenfalls sinnvoll, zwei lange und mitunter anstrengende Bustouren auf diesem Weg zu sparen. „Natürlich wäre ich so kurz vor Weihnachten aber auch gerne bei meiner Familie“, nennt der Tscheche den einzigen Nachteil.

Die Anwurfzeit

Dass das Bundesliga-Duell beim SC DHfK am Sonntag erst zum 19 Uhr beginnt, ist ungewöhnlich. Alle anderen Spiele werden bereits um 14 Uhr statt üblicherweise 16 Uhr angepfiffen. Hintergrund dürfte das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sein, das um 16 Uhr beginnt. „Ich würde es gerne sehen, denke aber nicht, dass die Zeit dafür ausreicht“, sagt Babak, für den feststeht, dass Argentinien den Pokal in die Höhe stemmen soll: „Ich bin großer Messi-Fan.“

Die Vorzeichen beim BHC

Während die Wartezeit am Sonntag der eines üblichen Donnerstag-Spiels entspricht, ist die Situation nicht nur aufgrund der vielen Erkältungen angespannt. Ob Linus Arnesson in den Kader zurückkehren kann, entscheidet sich kurzfristig. „Wir warten noch ein paar Tests nach seiner Bauchmuskelverletzung ab“, hofft Naji auf ein positives Ergebnis. Davon abgesehen gelte es, sich nicht von dem Flensburg-Spiel blenden zu lassen. „Vor allem der 1:9-Torelauf in der ersten Hälfte ging zu schnell und war ein Blackout. Wir waren vorher in einer sehr guten Phase und bleiben selbstbewusst. Wir sind in der Lage, Leipzig zu schlagen“, betont der Coach. Dafür sprechen fünf Partien ohne Niederlage bis vorigen Sonntag. „Am Ende des Tages geht es darum, dass wir an uns selbst glauben.“

Die Vorzeichen bei Leipzig

War der BHC im November obenauf, wurden sie vom SC DHfK noch übertrumpft. Die Mannschaft befindet sich auf einer Siegesserie von sechs Spielen und hat sich nach dem ernüchternden Saisonstart von 4:16- auf 16:16-Punkte hervorgearbeitet. Schlüsselpersonalie bei diesem Lauf: Runar Sigtryggsson. Der Isländer übernahm das Traineramt von André Haber am 8. November, es folgten die sechs Siege – unter anderem gegen Melsungen und Flensburg. „Sie sind seitdem die Mannschaft der Stunde“, findet Naji. Das könnte auch ein Vorteil sein, meint Babak: „Vielleicht nimmt das bei uns den ganz großen Druck raus, so dass wir mit freiem Kopf spielen können.“

Die Taktik

Beim Gegner hat Jamal Naji nach dem Trainerwechsel kaum auffällige taktische Veränderungen bemerkt. Nicht in die Karten spielt ihm, dass „sie das Laufspiel beherrschen“. Dass der BHC sich darauf nicht einlassen kann, ist angesichts der Krankheitswelle jetzt schon klar. Der Trainer: „Wir müssen schlau spielen und clever mit unseren Kräften haushalten.“

Rund um den Bergischen HC

Verletzungen: Tim Nothdurft und Simen Schönningsen stehen mit Hand- beziehungsweise Wurfarmverletzungen nicht vor einer baldigen Rückkehr. Mit beiden ist kaum zur im Februar beginnenden Rückrunde zu rechnen.

Bilanz: In der 1. Bundesliga liegt der SC DhfK gegen den BHC vorne. Von elf Partien gingen sieben an die Sachsen. Vorige Saison aber gewannen die Bergischen beide Duelle. In fünf Spielzeiten zuvor hatten sie nur drei Punkte geschafft.

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