Handball

Löwen zeigen ein Comeback aus dem Bilderbuch

Je länger die Partie dauerte, desto mehr drehte Tomas Mrkva zwischen den Pfosten auf. Der Keeper hielt sogar Gegenstöße – wie hier gegen Noah Beyer. Foto: Mathias M. Lehmann
+
Je länger die Partie dauerte, desto mehr drehte Tomas Mrkva zwischen den Pfosten auf. Der Keeper hielt sogar Gegenstöße – wie hier gegen Noah Beyer.

Bundesliga: Der Bergische HC gewinnt beim Tusem Essen im ersten Spiel nach der Quarantäne überzeugend mit 32:22 (15:9)

Von Thomas Rademacher

32:22 beim Tusem Essen: Mit diesem Resultat wären die Handballprofis des Bergischen HC wohl in jedem Bundesligaspiel sofort einverstanden – ungeachtet der Umstände. Da die Löwen aber vier der vergangenen fünf Wochen in Quarantäne verbracht hatten, war das Ergebnis im ersten Spiel nach dieser für Sportler belastenden Phase besonders bemerkenswert. Die Essener erreichten zwar nie ihre Topform, doch der BHC ließ sie aufgrund einer starken Abwehrleistung auch nicht zur Entfaltung kommen.

Viel besser hätte sich der Bergische HC in seiner ersten Halbzeit nach der zweiten Isolation wohl nicht präsentieren können. Zu Beginn kam Lucas Firnhaber für den Tusem zwar drei Mal unbedrängt und erfolgreich zum Abschluss, doch davon abgesehen fand die Deckung von Beginn an Zugriff. Die Hausherren mühten sich sichtlich, zu vielversprechenden Würfen zu kommen. Das galt für jede defensive Formation, die Trainer Sebastian Hinze ins Feld führte – denn der Coach wechselte angesichts des komfortablen Spielstands und der ungewöhnlichen Vorbereitung ohne echtes Mannschaftstraining etwas häufiger als üblich.

Als dann auch noch Firnhaber an seinen ungestörten Würfen gehindert wurde und BHC-Torhüter Tomas Mrkva ins Spiel fand, waren die Essener nahezu chancenlos. Denn offensiv funktionierte bei den Löwen vieles: die Anspiele an den Kreis zu den Kreisläufern Tom Kare Nikolaisen und Max Darj oder zum in die Mitte gezogenen Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, die Rückraum-Abschlüsse von Fabian Gutbrod sowie die Durchbrüche von David Schmidt und Tomas Babak. Der 15:9-Vorsprung zur Halbzeit war folgerichtig.

Nach Wiederanpfiff setzte der Tusem, der statistisch mit 52,9 Angriffen pro Spiel die höchste Spielgeschwindigkeit in der Bundesliga aufweist, noch mehr aufs Tempo. Gleich die ersten beiden Tore nach der Pause markierten die Essener per Konter beziehungsweise schneller Mitte. Doch auch dies bekamen die Löwen zumindest kurzfristig in den Griff, zwangen die Gastgeber damit wieder in den Positionsangriff und so gleichzeitig in die Erfolglosigkeit. Denn gegen die stehende BHC-Deckung fand der Traditionsverein nur sehr selten ein wirksames Mittel. Tim Zechels Treffer vom Kreis zum 12:16 bildete eine Ausnahme.

Weil sich aber die Bergischen ihrerseits im Angriff schwertaten, musste Hinze beim 13:16 eine Auszeit nehmen. Vor allem David Schmidt übernahm im Anschluss erfolgreich die Verantwortung, während der Tusem weiterhin auf zügige Antworten setzte und damit mehr und mehr Erfolg hatte. Tim Rozman hatte die Chance, auf 19:21 zu verkürzen, scheiterte aber beim Gegenstoß an Mrkva. „Das war nicht nur aufgrund des Spielverlaufs eine wichtige Parade“, wird BHC-Geschäftsführer Jörg Föste später sagen. „Wie lange Tomas mit seiner Bewegung gewartet hat, habe ich bei einem Torhüter selten gesehen. Er hat diesen Ball unglaublich gehalten – eine der herausragendsten Paraden der gesamten Spielzeit.“

Auf der anderen Seite stellte Gunnarsson den Vier-Tore-Abstand per Siebenmeter wieder her, und Tomas Babak hatte kurz darauf Glück, als er zunächst geblockt wurde, sich aber selbst den Abpraller holte und doch noch traf. Wer nun gedacht hatte, dem BHC könnten in der Schlussphase die Kräfte schwinden, sah sich getäuscht. Eine Balleroberung nutzte Jeffrey Boomhouwer zum 24:18 knapp zwölf Minuten vor Schluss. Ein eventueller konditioneller Vorteil des Tusem fiel daher überhaupt nicht mehr ins Gewicht. Die Gastgeber gaben sich auf, die Löwen brachten das Duell standesgemäß zu Ende und schlugen Essen letztlich sogar ein bisschen unter Wert.

Rund um den Bergischen HC

Ausfälle: Kristian Nippes fehlte in Essen mit Problemen in der Wadenmuskulatur. Rechtsaußen Julian Thomas aus der A-Jugend komplettierte den 16er-Kader, da sich Trainer Sebastian Hinze dazu entschied, auf Daniel Fontaine zu verzichten. Er wäre der vierte Spieler im linken Rückraum gewesen. Die Ausfälle von Sebastian Damm, Maciej Majdzinski und Yannick Fraatz hatten ohnehin festgestanden.

Quarantäne: Eigentlich sollte Jan Artmann im Zuge der selbst auferlegten strikteren Hygienemaßnahmen auf der Bank des Bergischen HC übergangsweise die Aufgaben von Co-Trainer Markus Pütz und Betreuer Siegfried Knapik übernehmen. Doch daraus wurde nichts: Der Teamassistent erhielt bei der Routine-Testung einen positiven Befund, hatte aber keinen Kontakt zur Mannschaft.

Lesen Sie auch: Die Stimmen zum Spiel

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
Jamal Naji übernimmt die Löwen 2022
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC: Vorbereitung ist diesmal besonders spannend
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
ST sucht Einlaufkids für den Balingen-Hit
ST sucht Einlaufkids für den Balingen-Hit
ST sucht Einlaufkids für den Balingen-Hit

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare