Handball

BHC gegen Füchse Berlin - Löwen werfen mal wieder den Torwart warm

Berlin ist eigentlich immer eine Reise wert – nicht so diesmal für den Bergischen HC. Die Löwen gingen in der Hauptstadt komplett unter. Foto: Mathias M. Lehmann
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Berlin ist eigentlich immer eine Reise wert – nicht so diesmal für den Bergischen HC. Die Löwen gingen in der Hauptstadt komplett unter.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC unterliegt bei den Füchsen Berlin sang- und klanglos. Spielbericht und Stimmen zum Spiel.

Von Thomas Rademacher

Berlin. Etwa 30 Sekunden standen in der ersten Halbzeit noch auf der Hallenuhr in der Max-Schmeling-Halle. Der Bergische HC lag 8:13 bei den Füchsen Berlin hinten, hatte den Ball und musste eigentlich darauf bedacht sein, Schadensbegrenzung zu betreiben. Punktgenau müsste der letzte Angriff gespielt werden, um dann bestenfalls mit vier Toren Rückstand in die Pause zu gehen.

Stattdessen aber schloss Alexander Weck in Bedrängnis aus gut neun Metern frühzeitig ab, scheiterte an Füchse-Schlussmann Dejan Milosavljev, der damit einen zügigen Konter einleitete, den die Hauptstädter durch Hans Lindberg zum 14:8 nutzten. Es war eine Szene, die die Hektik und Unzufriedenheit im bergischen Angriffsspiel beispielhaft dokumentierte. Da es nach der Pause sogar noch schlimmer wurde, war eine 17:32 (8:14)-Niederlage die logische Folge.

„Für die zweite Halbzeit können wir uns nur entschuldigen.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Dabei war den Löwen ein guter Start gelungen. Fabian Gutbrod fand Tom Kare Nikolaisen am Kreis, einen Ballgewinn in der Abwehr nutzte Arnor Gunnarsson zur 2:1-Führung. Obwohl David Schmidt und Gutbrod aus dem Rückraum genauso vergaben wie Jeffrey Boomhouwer, der einen Gegenstoß auf das Standbein von Milosavljev feuerte, lagen die Gäste wenig später sogar 4:2 vorne.

Die Abwehr mit Torhüter Christopher Rudeck funktionierte in dieser Anfangsphase. Dann aber genügten den Berlinern ein paar erfolgreiche Angriffe und kombiniert mit weiteren Paraden ihres Torhüters, um nicht nur 6:4 in Front zu gehen, sondern damit gleichzeitig den BHC komplett aus dem Konzept zu bringen.

Je länger die Partie nun dauerte, desto unzufriedener und hektischer wirkten die Bergischen. Weil auch klarste Chancen wie durch Nikolaisen oder per Siebenmeter Linus Arnesson nicht ihr Ziel fanden, schlossen die Löwen sehr überhastet vor allem aus dem Rückraum ab, was Berlins Keeper sichtlich erfreute. Er schraubte seine Fangquote bereits in der ersten Hälfte auf mehr als 50 Prozent herauf – bei seiner Auswechslung nach 45 Minuten stand der Serbe bei fast 61 Prozent. Der Torhüter nahm viele freie Bälle weg, wurde vom BHC aber auch zusehends durch Weck, Schmidt oder Gutbrod warm geschossen.
Hier geht es zum Kommentar „Wie ein Absteiger“ von Thomas Rademacher.

Löwen-Trainer Sebastian Hinze versuchte, das Ergebnis im Rahmen zu halten. Er appellierte an die spielerische Disziplin, betonte, dass er es nicht sehen wolle, dass seine Handballer einfach „auf das Tor ballern“. Es half alles nichts – wenn überhaupt, nur kurzfristig.

Während die Füchse mit knapp 3000 Fans in der Max-Schmeling-Halle eine Party feierten, profitierten die Gäste immerhin davon, dass in Frederik Genz nun ein Torhüter zwischen den Pfosten stand, für den nicht jeder Wurf des BHC-Rückraums einfache Beute zu sein schien. An der auch in der Höhe gerechten 17:32-Niederlage war indes nicht mehr zu rütteln.

„Das darf nicht passieren“, meinte Hinze unmittelbar im Anschluss an die Pleite am Sky-Mikrofon. „Für die zweite Halbzeit können wir uns nur entschuldigen – ich in erster Linie. Ich habe es nicht geschafft, eine Mannschaft auf die Platte zu stellen, die das zeigt, was den BHC ausmacht.“
Stimmen zum Spiel: Bergischer HC lässt seine Grundtugenden vermissen

 „In allen Bereichen unzureichend. Ins Detail möchte ich nicht gehen.“

Jörg Föste

Und auch der Trainer merkte an: „Wir haben jetzt in vielen Spielen dem gegnerischen Torhüter zu einer Rekordquote in der Bundesliga verholfen.“ Milosavljevs 60,71 Prozent waren Till Klimpkes 52,94 Prozent für die HSG Wetzlar beim 17:27 am Dienstag vorausgegangen.

Entsprechend bedient war auch Geschäftsführer Jörg Föste, der die Leistung nur kurz und bündig zusammenfasste: „In allen Bereichen unzureichend. Ins Detail möchte ich nicht gehen.“

Personal: Ausfälle, Verletzung, Rückkehrer

Auf fünf Spieler musste der BHC in Berlin weiterhin verzichten. Max Darj und Tomas Babak werden voraussichtlich bald ins Training einsteigen, die Langzeitverletzten, Maciej Majdzinski und Yannick Fraatz, fehlen noch eine Weile. Unklar ist, wie lange Lukas Stutzke aufgrund seines Muskelbündelrisses pausieren muss. Wieder dabei waren Linus Arnesson und Fabian Gutbrod.
Nachricht aus dieser Woche vom BHC: BHC holt ein Talent für die rechte Außenbahn

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