Handball

Löwen wechseln zum ersten Mal in die Außenseiterrolle

Simen Schönningsen hat bereits in seinem ersten Heimspiel im BHC-Trikot einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Linkshänder ist stark in die Saison gestartet. Fotos: Moritz Alex
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Simen Schönningsen hat bereits in seinem ersten Heimspiel im BHC-Trikot einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Linkshänder ist stark in die Saison gestartet.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC ist am Sonntagnachmittag bei der TSV Hannover-Burgdorf zu Gast

Von Thomas Rademacher

Denkwürdig waren die jüngsten drei Spiele des Bergischen HC gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Einem 28:27 in der ausverkauften Klingenhalle im Februar 2020 folgte im Oktober ein verrücktes Spiel mit einem Finale, in dem die Bergischen in 70 Sekunden drei Mal trafen und noch 30:30 bei den Niedersachsen spielten. Auf dem Höhepunkt ihres Leistungsvermögens empfingen die Löwen die TSV schließlich Anfang März dieses Jahres in der Unihalle. Am Ende hieß es 27:23 – nicht zuletzt dank einer Gala-Vorstellung von Torhüter Christopher Rudeck mit 20 Paraden und einer Fangquote von 44 Prozent. Am Sonntag (16 Uhr, ZAG Arena) hofft der BHC auf das nächste Erfolgserlebnis bei den Hannoveranern.

„Ich weiß noch, dass es ziemlich gut lief, verbinde das aber nicht mit einer besonderen Stärke gegen Hannover“, sagt Rudeck. „Denn ich erinnere mich auch an zwei andere Spiele gegen denselben Gegner, in denen ich nur wenige Bälle berührt habe.“ Entscheidend bei der Auswahl des Torhüters dürfte für Trainer Sebastian Hinze weniger Rudecks Historie gegen einen bestimmten Kontrahenten sein, als die Frage, ob die Stärken zum gegnerischen System passen. „Wir wissen natürlich noch, was wir gegen Hannover zuletzt taktisch gemacht haben“, erläutert Hinze. „Aber es spielt für die Begegnung jetzt eine untergeordnete Rolle. Dafür hat sich doch zu viel verändert.“

Personell haben sich die Teams allerdings kaum verändert. Beide mussten jeweils nur zwei Zugänge integrieren. Die Niedersachsen haben nach dem Abgang von Carlos Ortega (FC Barcelona) in Christian Prokop zudem einen neuen Trainer an der Seitenlinie. Der ehemalige Nationalcoach brachte mit Bastian Roscheck einen seiner Lieblingsspieler aus Leipziger Zeiten mit nach Hannover. „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft dadurch noch etwas kompakter deckt, aber das lässt sich nach einem Spiel nicht sicher sagen“, meint Hinze.

Zweiter Zugang ist Jonathan Edvardsson, der eine Gemeinsamkeit mit BHC-Spielmacher Linus Arnesson hat. Nicht nur sind beide Schweden, sie wurden jeweils in der dortigen 1. Liga als wertvollste Spieler ausgezeichnet, unmittelbar bevor sie den Sprung nach Deutschland wagten. Während Arnesson 2017 mit 27 Jahren an die Wupper wechselte, ist Edvardsson 24. Am ersten Spieltag beim 24:28 gegen die Rhein-Neckar Löwen erzielte er zwei Treffer, bereitete drei Mal vor, leistete sich aber auch vier technische Fehler. „Er ist ein großes Talent“, findet Hinze. „Aber bei allen Akzenten, die er gesetzt hat, hat beim Zusammenspiel im Timing noch nicht alles gepasst.“

„Sicher ist, dass wir mit sehr viel Selbstvertrauen dorthin fahren.“

Christopher Rudeck, BHC-Torhüter

Es ist traditionell eine große Herausforderung, Spieler ohne Bundesliga-Erfahrung an das neue Spiellevel heranzuführen – selbst wenn diese über herausragende Fähigkeiten verfügen. Entsprechend zufrieden ist Hinze auch mit den ersten Auftritten von Simen Schönningsen. Der Norweger hat zum Beispiel beim 31:26 über den HSV Hamburg ein sehr gutes Spiel inklusive vier Toren gemacht. „Das tut ihm gut und freut mich ungemein für ihn“, sagt Hinze, der mit den Auftritten seiner Mannschaft (zwei Siege) insgesamt sehr zufrieden ist.

Christopher Rudeck hat allen Grund zur Freude: Der Torhüter parierte in den ersten beiden Saisonspielen 35,59 Prozent der Bälle.

„Wir waren gerade gegen Hamburg stabil in der Abwehr und im Positionsangriff“, erläutert der Coach. „So waren wir nicht darauf angewiesen, beim Tempospiel ein hohes Risiko gehen zu müssen.“ Ob das in Hannover so bleibt, lässt sich noch nicht absehen. „Es kommt darauf an, wie das Spiel läuft. Wenn wir merken, dass der gebundene Angriff nicht so gut funktioniert, sind wir natürlich viel stärker auf erfolgreiche Konter angewiesen.“

Die Herausforderung am dritten Spieltag – für Hannover wird es erst die zweite Partie sein – ist größer als an den ersten beiden. „Wir waren gegen die beiden Aufsteiger zwei Mal Favorit und sind nun Außenseiter“, stellt der Trainer klar. Zudem gibt es eine Tradition in den Duellen der Kontrahenten, die Hinze anmerkt und von Rudeck auf den Punkt gebracht wird: „Das Heimteam hat immer dominiert. Da ist ein krasser Unterschied sichtbar.“ Ob sich die Geschichte ändert? Rudeck: „Sicher ist, dass wir mit sehr viel Selbstvertrauen dorthin fahren. Ich bin optimistisch – Favoritenrolle hin oder her.“

Rund um den BHC

Personal: Ob Kreisläufer Tom Bergner am Sonntag zum Team stößt, ist noch offen. Ansonsten gibt es keine Veränderungen.

Bilanz: Sieben Siege, zwei Unentschieden, sieben Niederlagen – ausgeglichener könnte es gegen Hannover nicht laufen. Auffällig: Die jüngsten fünf Heimspiele gingen an den BHC, auswärts holte er nur einen Punkt aus den letzten sieben Versuchen.

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