Löwen verdienen sich die Punkte zum Fest

Christopher Rudeck war mit etlichen Paraden ein großer Rückhalt, zum Ende hin waren die Lücken in der Abwehr auch für ihn zu groß.
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Christopher Rudeck war mit etlichen Paraden ein großer Rückhalt, zum Ende hin waren die Lücken in der Abwehr auch für ihn zu groß.

Handball-Bundesligist Bergischer HC schlägt Tusem Essen mit 35:29 (17:13)

Von Jürgen König

Der Bergische HC hat im Kraftakt seit dem 13. Dezember das vierte von fünf Spielen erfolgreich bestritten und damit auf 5:3-Punkte in diesem Zeitraum gestellt. Mit 35:29 (17:13) wurde am Mittwochabend der Tusem Essen bezwungen. „Wir nutzen am Anfang unsere Chancen zu wenig aus, aber ich hatte das Gefühl, die taktische Konzeption passte von Anfang an“, fasste Kapitän Fabian Gutbrod das Geschehen in der Klingenhalle zusammen.

Der Aufsteiger setzte vom Anpfiff weg auf den siebten Feldspieler und ließ sich bei dieser Strategie auch dadurch nicht beirren, dass Linus Arnesson zur 2:1-Führung ins leere Essener Tor traf. Paraden von Christopher Rudeck, eine aggressive Abwehr und einfache Tore von Gutbrod sorgten für eine schnelle 4:1-Führung, die vom Tusem aber eindrucksvoll gekontert wurde. Innerhalb von drei Minuten wechselte die Führung – 4:5 aus Sicht der Löwen. Diese ließen einmal mehr etliche Großchancen inklusive der Würfe aufs verwaiste Tor ungenutzt.

Ex-Spieler Becher setzt Nadelstiche

Die Gäste mussten auf ihren besten Torschützen verzichten. Noah Beyer, bislang mit 59 Treffern auf seinem persönlichen Konto, hatte sich gegen Coburg einen Nasenbruch zugezogen und fällt vorläufig aus. Damit war auf Linksaußen der Weg frei für den Solinger Jungen: Lukas Becher, in der Jugend beim BHC, konnte somit aktiv dazu beitragen, seine persönliche Vorgabe umzusetzen. „Wir wollen alles reinhauen und versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen“, hatte Becher vor der Partie gesagt. Und traf dann mal zum 4:4 und 7:6, insgesamt fünf Mal.

Als sehr treffsicher erwies sich Fabian Gutbrod – der Kapitän erzielte sieben Tore aus dem Feld heraus.

Auch nach der Umstellung auf sechs Feldspieler und dem Verzicht auf den verletzt ausgeschiedenen Spielmacher Jonas Ellwanger blieb das Team von der Margarethenhöhe auf Augenhöhe. Allerdings wich durch die numerische Gleichheit die Hektik aus dem Spiel der Gastgeber, die folgerichtig wieder auf 11:8 (21.) vorlegen konnten. Und sich auch vom abermaligen Ausgleich (12:12) nicht beeinflussen ließen. Der Mann der Schlussphase von Hälfte eins: Linus Arnesson, der Max Darj am Kreis überragend bediente und selbst ebenso sehenswert traf. Zudem entschärfte der für diesen Zweck eingewechselte Tomas Mrkva den ersten Siebenmeter des zuvor drei Mal treffsicheren Felix Klingler – auch ein Grund für den komfortablen 17:13-Pausenstand.

Mrkva und Rudeck verhindern Aufholjagd

Mrkva wiederholte sogleich nach Wiederanpfiff seinen Coup, ansonsten leisteten sich beide Angriffsreihen Patzer. Gut für den BHC, dass Keeper Rudeck mit Glanztaten eine mögliche Aufholjagd der Roten im Keim erstickte. Diese nahmen beim 15:21 (39.) ihre zweite Auszeit und hatten wohl erkannt, dass der Favorit nicht unverwundbar war. Aber letztlich zu stark: Arnesson, Gutbrod, Darj sowie die effektiven Maciej Majdzinski und Arnor Gunnarsson schraubten das Ergebnis auf 26:16 hoch – das war in der 44. Minute die Entscheidung. Sebastian Hinze wechselte munter durch und bescherte Ragnar Johannsson sein Saison-Debüt. Dass es von plus zehn Toren bis zum Schlusspfiff auf plus sechs hinunter ging, war nicht schön, aber zu verkraften.

In einer Saison der Unwägbarkeiten hat der BHC damit sämtliche Pflichtaufgaben souverän erfüllt. 8:0-Punkte gegen vier der fünf Teams, die möglicherweise die vier Absteiger unter sich ausmachen, sind die Basis für eine beruhigende Bilanz. Die vielleicht über Weihnachten in Stuttgart noch eine Aufwertung erfährt.

Rund um den BHC

Personal: Neben Alexander Weck und Daniel Fontaine musste erneut Csaba Szücs ersetzt werden – für ihn machte TomKare Nikolaisen die Sache im Abwehrzentrum erneut ausgezeichnet.

Ehrengast: Viel Beifall erhielt vor dem Spiel Michael Hegemann – Essens Co-Trainer hatte im Jahr 2000 die SG Solingen in die 1. Liga geworfen.

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