Handball-Bundesliga

Löwen überzeugen gegen Lemgo in allen Belangen

Max Darj kämpfte auch gegen Lemgo ein Mal mehr auf beiden Seiten des Feldes um jeden Zentimeter. Fotos: Christian Beier
+
Max Darj kämpfte auch gegen Lemgo ein Mal mehr auf beiden Seiten des Feldes um jeden Zentimeter.

Handball-Bundesliga: Den Grundstein zum 33:26 (16:12)-Erfolg legt der Bergische HC in der Abwehr.

Von Thomas Rademacher

Beim Bergischen HC herrschte Einigkeit: Als „souverän bis begeisternd“ bezeichnete Geschäftsführer Jörg Föste den 33:26 (16:12)-Erfolg der Löwen gegen den TBV Lemgo Lippe. Kapitän Fabian Gutbrod fand sein Team 60 Minuten besser, so dass „wir am Ende auch in der Höhe verdient gewonnen haben.“ Selten war es gegen die Lipper in der Vergangenheit so deutlich zugegangen wie am Sonntagnachmittag. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit noch einmal auf zwei Tore herankamen. Die Abwehr der Gastgeber stand zu stabil.

Den Grundstein zum Sieg legten die Löwen schon vor der Pause. Zwar war der TBV extrem erfolgreich, wenn er in der Deckung oder durch Paraden von Torhüter Peter Johannesson in Ballbesitz kam und dann mit viel Tempo nach vorne spielte, doch gegen den Positionsangriff der Lipper verteidigten die Bergischen von Anfang an stark. Je sicherer die Gastgeber im Angriff agierten, desto klarer setzten sie sich ab.

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gingen die Handballer des Bergischen HC nach dem Schlusspfiff in den beliebten Jubelkreis.

Gegen die 6:0-Abwehr fand der BHC mit zunehmender Spieldauer Lösungen, die Rückraum-Abschlüsse von Fabian Gutbrod und David Schmidt beinhalteten. Dazu setzte Spielmacher Linus Arnesson gleich drei Mal Max Darj am Kreis in Szene. Weil in der besten Phase der ersten Hälfte auch Torhüter Christopher Rudeck entscheidend eingriff, kamen die Hausherren zu einem 11:7-Vorsprung. Den baute Renars Uscins mit den ersten beiden Bundesligatoren seiner Karriere auf 14:9 aus. Der 18-Jährige hatte zunächst beherzt aus dem Rückraum getroffen und danach die Lücke gesehen und genutzt. „Das hat mich sehr gefreut“, meinte der BHC-Zugang später, sah sich aber gleichzeitig selbst kritisch. „Natürlich waren auch ein paar kleine Fehler in der Abwehr dabei.“

In der Folge flackerte Lemgo zwar immer wieder auf, traf zum 12:15 und nach der Pause zum 14:17 sowie 16:18 aus seiner Sicht jeweils zwei Mal in Serie, doch die Löwen ließen sich nicht verunsichern. Zwar lief es im Angriff nicht wie am Schnürchen, doch gerade defensiv blieben die Gastgeber effektiv. Lemgo musste für seine Tore arg kämpfen, so dass eine Wende zu keinem Zeitpunkt in der Luft lag.

Lemgos siebter Feldspieler geht schnell nach hinten los

Nachdem Isaias Guardiola nach einem Foul an Sebastian Damm herausgestellt worden war, holte Darj einen Siebenmeter heraus, den Arnor Gunnarsson verwandelte. Sekunden später erhöhte der Isländer nach einem Ballgewinn mit einem Wurf über das ganze Feld ins leere Gehäuse zum 20:16. Arnesson traf aus dem Rückraum, Rudeck hielt, und Schmidt versenkte aus sechs Metern zum 22:17. Eine gute Viertelstunde vor Schluss hatten die Bergischen sich also erneut einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeitet.

Nach einer Parade von Christopher Rudeck (am Boden) schreit Sebastian Damm seine Freude heraus.

Der schrumpfte diesmal nicht mehr. Schmidt nutzte den nächsten Ballgewinn zum Gewaltwurf aus neun Metern, und als Lemgos Coach Florian Kehrmann auf den siebten Feldspieler setzte, ging dieses taktische Mittel nach wenigen Angriffen komplett nach hinten los. Rudeck warf den Ball nach einer Parade ins verwaiste Tor. Und die Löwen eroberten auch in den nächsten beiden Lemgoer Angriffen die Kugel, so dass Damm die Konter jeweils unterbringen durfte, ohne einen Keeper überwinden zu müssen.

Das 27:20 war freilich die Entscheidung. Im Angriff zauberten die Bergischen noch ein wenig, setzten zum Beispiel Tom Kare Nikolaisen am Kreis in Szene. Einer der schönsten Treffer war Linus Arnessons Schlusspunkt zum 33:26. Der Schwede stieg – wie zu Zweitliga-Zeiten – aus dem Stand gefühlte 1,5 Meter in die Höhe, um erfolgreich über den Block zu werfen.

Rund um den BHC

Personal: Trainer Sebastian Hinze verzichtete erneut auf Alexander Weck, der immer noch auf sein erstes Saisonspiel nach überstandenem Kreuzbandanriss wartet. Torhüter Tomas Mrkva setzte mit einem Außenbandanriss ebenfalls noch aus.

Max Darj: Der BHC-Kreisläufer, der auch bei der WM aufgetrumpft hatte, soll vom dänischen Spitzenclub Aalborg umworben sein. Der Verein hatte mit der Verpflichtung von Mikkel Hansen bereits aufhorchen lassen.

Meinung: Der BHC macht Spaß

Von Thomas Rademacher

Thomas Rademacher

Als eines von nur fünf Teams hat der Bergische HC alle Hinrundenspiele in der Handball-Bundesliga absolviert. Dass in einer begradigten Tabelle auch der sechste Platz zu Buche stünde, ist unwahrscheinlich, doch sogar bei den aus Löwen-Sicht ungünstigsten Ergebnissen der Konkurrenz wäre die Mannschaft mit 22:16-Punkten in der oberen Tabellenhälfte. In der Momentaufnahme befindet sich der BHC in einer solch bestechenden Form, dass ihm alles zuzutrauen ist. Zehn Mal haben die Löwen souverän gewonnen – keines dieser Spiele endete mit weniger als vier Toren Unterschied. Die Niederlagen gegen zum Teil vermeintlich überlegene Kontrahenten jedoch waren deutlich knapper. Das weckt die Vorfreude auf die Rückrunde. In diesen Tagen macht der BHC einfach nur Spaß. Die Hoffnung, auch nach der gesamten Saison Sechster zu sein, ist zumindest nicht ins Reich der Utopie zu verweisen. Man sollte es aber beim Hoffen belassen – statt es zu erwarten.

Der Bergische HC gehört zu den stabilsten Teams der Bundesliga.

BHC 2021: Form konserviert, Torausbeute gesteigert.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison
BHC-Profis schaffen die Basis für die Saison

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare