Handball

Löwen spielen ab sofort durchschnittlich alle 3,86 Tage

Fabian Gutbrod hat mehr als einen Monat kein Bundesligaspiel mehr bestritten. Am Mittwoch wird der BHC-Kapitän im Auswärtsspiel zurückerwartet. Foto: Christian Beier
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Fabian Gutbrod hat mehr als einen Monat kein Bundesligaspiel mehr bestritten. Am Mittwoch wird der BHC-Kapitän im Auswärtsspiel zurückerwartet.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC kehrt am Mittwochabend beim Tusem Essen ins Wettkampfgeschehen zurück.

Vier der vergangenen fünf Wochen haben sich die Handballprofis des Bergischen HC in Quarantäne befunden. Sebastian Hinze darf erst am Mittwoch wieder raus, wenige Stunden später tritt der Trainer mit seinem Team zum Bundesliga-Duell beim Tusem Essen an (18.30 Uhr, Am Hallo). „Wir nehmen die Situation so an, wie sie ist“, stellt der 42-Jährige klar. „Wir gehen in das Spiel, um es zu gewinnen, und ich erwarte, dass wir alles dafür tun. Aber ich kann jetzt keinen Ergebnisdruck aufbauen, da wir mit der aktuellen Lage noch überhaupt keine Erfahrung haben.“

Gemeint ist eine fünfwöchige Phase ohne echtes Mannschaftstraining. Im Vorfeld der Nordreise, die zwischen den beiden Quarantänen stattfand, absolvierten die Löwen taktische Einheiten mit Blick auf die Spiele in Kiel und Flensburg. Doch ein klassisches Training fand bis jetzt nicht statt. „Die Jungs werden vor dem Spiel in Essen noch eine oder zwei Einheiten machen“, sagt Hinze mit Blick darauf, dass die Spieler größtenteils vor ihm aus der Isolation entlassen werden. „Ob wir uns auch am Mittwochmorgen noch zusammen in der Halle treffen, habe ich noch nicht entschieden.“

Die Vorbereitung auf den nächsten Gegner hat Hinze aus dem Homeoffice organisiert. „Wir haben in verschiedenen Kleingruppen Videokonferenzen gemacht, um uns auf den Tusem einzustellen“, erläutert der Coach. „Das hat sogar Spaß gemacht. Aber jetzt sind wir natürlich alle heiß darauf, endlich wieder in die Halle zu gehen, um Handball zu spielen.“ Das Duell in Essen ist der Anfang eines Bundesliga-Mammutendspurts, der nach Plan am 27. Juni bei den Füchsen Berlin endet. In 54 Tagen treten die Löwen 14 Mal an, was einem Schnitt von einer Partie alle 3,86 Tage entspricht. Damit dies gelingt, muss der Club von weiteren Corona-Fällen beziehungsweise Quarantäne-Anordnungen verschont bleiben.

„Man muss den aktuellen Stand mit einem Fragezeichen versehen.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Die personelle Situation hat sich im Vergleich zur Nordreise, als die Mannschaft auf sieben Spieler verzichten musste, entspannt. „Man muss den aktuellen Stand mit einem Fragezeichen versehen, aber es sieht danach aus, dass wir nur auf Sebastian Damm, Maciej Majdzinski und Yannick Fraatz verzichten müssen“, sagt Hinze. Demnach sind Fabian Gutbrod, Tom Kare Nikolaisen, Tomas Babak und Csaba Szücs wieder mit dabei.

Im Gegensatz zum BHC befindet sich der Tusem voll im Training und hat sich zuletzt zudem oft stark präsentiert. Überzeugend schlug der Aufsteiger den TVB Stuttgart (27:20) sowie GWD Minden (29:20) und hielt in den Heimspielen gegen Flensburg und Kiel sehr gut mit. Gegen Erstgenannte kassierten sie den entscheidenden Siebenmeter zur 28:29-Niederlage erst in den letzten Sekunden. Auswärts waren die Niederlagen zwar deutlicher, doch Hinze ist völlig unabhängig von der eigenen Lage gewarnt vor dem Gegner: „Die Essener haben immer einen klaren Plan, vertrauen ihrem System und ziehen es 60 Minuten durch.“

Auch wenn die Truppe mit elf Punkten auf dem vorletzten Platz steht und sechs Zähler bis zum rettenden Ufer fehlen, traut der BHC-Coach dem Tusem den Klassenerhalt zu. „Gerade zuletzt haben Justin Müller und Eloy Morante Maldonado zusammen sehr gut funktioniert. Das Duo sieht auch im letzten Moment noch den Kreis.“ Der ist meistens durch Tim Zechel besetzt.

Grundsätzlich setzen die Essener vermehrt auf Durchbrüche statt Schüsse aus acht oder neun Metern. Linkshänder Lucas Firnhaber ist der einzige Spieler im Kader, der sich diese regelmäßig erfolgreich nimmt. Defensiv agiert das Team mit einer flexiblen 6:0-Abwehr inklusive offensiver Halbpositionen. „Darüber versuchen sie, den ersten Druck herauszunehmen“, erklärt Hinze. „Taktisch kommt auch das Tempospiel dazu, weil sie ihren Erfolg nicht ausschließlich im Positionsangriff suchen können, um für den Sieg in Frage zu kommen. Das gilt wie für uns auch.“

Rund um den Bergischen HC

Bilanz: Erst drei Mal trafen die Löwen bisher in Pflichtspielen auf den Tusem Essen und durften jeweils jubeln: zwei Mal in der 2. Liga 2017/18 und zuletzt beim 35:29 im Weihnachtsspiel dieser Bundesliga-Saison.

Trainer: BHC-Coach Sebastian Hinze steht mit Essens Trainer Jamal Naji regelmäßig im Austausch. Die beiden kennen sich. Als Naji seine A-Lizenz machte, hat er zwei Mal für fünf Tage bei Hinze hospitiert.

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