Handball

Löwen setzen auf Angriffseffizienz als Erfolgsfaktor

Tomas Babak wird bei GWD Minden als Spielmacher vielleicht nicht mehr auf sich alleine gestellt sein. Die Hoffnung auf ein Comeback von Linus Arnesson ist groß. Foto: Christian Beier
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Tomas Babak wird bei GWD Minden als Spielmacher vielleicht nicht mehr auf sich alleine gestellt sein. Die Hoffnung auf ein Comeback von Linus Arnesson ist groß.

Handball-Bundesliga: Bei GWD Minden will der Bergische HC am Donnerstagabend die Punkte acht und neun holen.

Von Thomas Rademacher

Lediglich drei Punkte hat GWD Minden an den ersten sechs Spieltagen der Handball-Bundesliga geholt und steht damit als 16. der Tabelle gerade so auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Das Bild dürfte jedoch verzerrt sein. „Sie hatten ein extrem schweres Auftaktprogramm. Wenn man die Ergebnisse mit unseren vergleicht, gibt es durchaus Parallelen“, sagt Sebastian Hinze, Trainer des Bergischen HC. Die Löwen sind am Donnerstagabend um 19 Uhr zu Gast in der Lübbecker Merkur-Arena.

Sowohl GWD als auch der BHC traten bisher gegen Hannover, Flensburg und Wetzlar an. Den Letztgenannten unterlagen beide, in Hannover holten die Löwen beim 30:30 einen Punkt, während Minden knapp mit 25:26 verlor. „Wir befinden uns mit GWD auf Augenhöhe“, weiß Hinze. „Am Donnerstag geht es um die Tagesform.“ Minden hat in der Folge bewiesen, dass sie auch gegen harte Brocken bestehen können. In Melsungen holte das Team von Trainer Frank Carstens beim 24:24 seinen ersten Punkt, gegen Berlin überzeugte es beim 31:26-Erfolg. Zuletzt in Kiel setzte es aber wieder einen Dämpfer (26:41). „Das darf man nicht überbewerten“, sagt BHC-Rückraumspieler David Schmidt. „In Kiel kann so etwas passieren.“

Grundsätzlich betont der 27-Jährige aber auch: „Wir möchten am Saisonende vor Minden landen, so dass wir die beiden Punkte auch auswärts mit nach Hause nehmen wollen.“ Beim Vergleich der Kader sieht Schmidt seine Löwen vorne. „GWD hat eine sehr gute erste Sieben. Unser Plus ist, dass wir einen breiteren Kader haben.“ Das sieht auch Hinze so: „Wir haben mehr Tiefe, aber das spielt meistens nur über die gesamte Saison eine Rolle und weniger in einem Spiel.“

„Wenn wir das nicht glaubhaft machen, stellen sie den Passweg zu, und der Ball ist weg.“
Sebastian Hinze, BHC-Trainer

In Christoffer Rambo verfügen die Mindener über einen überragenden Linkshänder im Rückraum. Mit 36 Treffern führt der Norweger die interne Torschützenliste an. „Ihm dürfen wir keine guten Abschlüsse geben, weil er ein Spieler ist, der Außergewöhnliches macht, wenn er gut in die Partie kommt“, betont Hinze. „Dazu haben sie mit Juri Knorr einen überragenden Mittelmann.“ Auf der linken Rückraumseite setzt Carstens mit Aljaksandr Padschywalau oft auf das spielerische Element, am Kreis ist Lucas Meister erste Wahl für den zum SC Magdeburg gewechselten Magnus Gullerud. Da Zugang Christoph Reißky mit einer Schulterverletzung langfristig ausfällt, verstärkten sich die Mindener kurz vor dem Saisonstart noch mal prominent: Christian Zeitz verfügt über die Qualität, um Rambo Pausen zu geben.

Dass die BHC-Abwehr auch am Donnerstag funktionieren muss, um für den Sieg in Frage zu kommen, ist selbstverständlich. Als Erfolgsfaktor hat der Coach aber insbesondere die eigene Angriffsleistung ausgemacht. „Wenn wir eine hohe Effektivität haben, werden wir auch den Mindener Gegenstoß und Positionsangriff in den Griff bekommen“, ist sich Hinze sicher. Die Abwehr ähnele stark der Hannoveraner Variante. „Sie haben defensiv ein sehr gutes Entscheidungsverhalten, das den Gegner oft vor Überraschungen stellt“, erläutert der Coach. „Das heißt, wir müssen mit voller Überzeugung den Weg zum Tor suchen. Wenn wir das nicht glaubhaft machen, stellen sie den Passweg zu, und der Ball ist schnell weg.“

In Hannover war der BHC dieser Herausforderung gewachsen. „Bis auf zehn Minuten, in denen wir viele Fehler gemacht haben“, blickt der Trainer zurück. Die Vorbereitung auf Donnerstag läuft jedoch nicht optimal. Arnor Gunnarsson und Jeffrey Boomhouwer konnten bis einschließlich Montag nicht trainieren, weil nach den internationalen Einsätzen die Ergebnisse der Corona-Tests noch ausstanden. Max Darj, am Sonntag noch für Schweden – ein Tor beim 30:16-Sieg im Kosovo – aktiv, kehrt ohnehin frühestens am Dienstag zurück ins Training.

Sorgen macht sich der Coach zudem um Daniel Fontaine und Csaba Szücs, die beide angeschlagen sind. Linus Arnesson steht nach seiner Muskelverletzung wieder auf dem Feld. „Aber wir müssen abwarten, wie der Muskel reagiert“, dämpft Hinze noch die Erwartungen. Voll trainiert hat hingegen wieder Yannick Fraatz, der zuletzt mit einer Bänderdehnung passen musste.

Rund um den Bergischen HC

Bilanz: In der Bundesliga trafen die Löwen zehn Mal auf GWD Minden. Neben einem Remis gewannen sechs Mal die Bergischen, drei Mal die Ostwestfalen – wie beim jüngsten Duell (26:23) Ende 2019 in Minden. In der Vorbereitung auf diese Saison unterlag der BHC knapp mit 28:29 im Rahmen des Spielo-Cups in Lübbecke.

Heimspiele: Die Mindener Kampa-Halle ist seit Anfang 2020 wegen Brandschutzmängeln gesperrt. Sie soll nach ursprünglichem Abriss-Beschluss nun doch saniert werden. GWD richtet seine Heimspiele bis dahin in der Lübbecker Merkur-Arena aus. Am Donnerstag dürfen Zuschauer ohnehin nicht dabei sein.

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