Handball

Löwen-Pleite reiht sich in böse Serie ein

Nach dem Spiel standen bei Max Darj (Nummer 5) und seinen Mitspielern Ratlosigkeit und Frustration ins Gesicht geschrieben. Foto: Mathias M. Lehmann
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Nach dem Spiel standen bei Max Darj (Nummer 5) und seinen Mitspielern Ratlosigkeit und Frustration ins Gesicht geschrieben.

Handball-Bundesliga: Beim HC Erlangen ist der BHC in allen Belangen schlechter und verliert 23:30 (8:13).

Von Thomas Rademacher

Eine hohe Effektivität hatte Sebastian Hinze als eines der wichtigsten Mittel auf dem Weg zum Erfolg beim HC Erlangen auserkoren. Doch genau diese Qualität ließ der Bergische HC in Nürnberg von Anfang an vermissen. Die Mannschaft scheiterte in der Bundesliga-Partie nicht nur an HCE-Torhüter Klemen Ferlin, sie leistete sich auch mehrere Ballverluste aufgrund von Nachlässigkeiten. Der 8:13-Rückstand zur Pause war bereits deutlich, am Ende verloren die BHC-Handballer sogar mit 23:30.

Alexander Weck hatte die erste und einzige Führung für die Löwen zum 1:0 besorgt. Nach dem Ausgleich von Antonio Metzner kassierten die Gastgeber durch Steffen Fäth ihre erste Zeitstrafe. Die Überzahl aber vermochten die Bergischen gar nicht zu nutzen. Linus Arnesson spielte den Ball dem Gegner in die Hände, der durch Christopher Bissel zum 2:1 konterte. Nach Simon Jeppssons Siebenmeter war die numerische Überlegenheit nicht nur verpufft, sondern mit 0:2 verloren. Drei Hinausstellungen kassierten die Erlanger in der ersten Hälfte, nur aus einer schlugen die Löwen Profit: Arnesson und David Schmidt verkürzten auf 6:7.

Ins Spiel kamen die Gäste trotz der kurzen guten Phase nicht. Sie agierten fehlerbehaftet, ließen den HCE so zu seinem Tempospiel kommen. Christopher Rudeck entschärfte zwar ein paar freie Bälle, kam aber nicht an sein Gegenüber heran. Zudem hatten die Erlanger gleich zwei Mal Erfolg, obwohl sie sich bereits im passiven Spiel befanden und Jeppsson aus dem Rückraum werfen musste. Beim 8:13-Pausenstand hatte der BHC also noch gewaltig Luft nach oben, während sich für den HCE der Vorsprung wohl bereits relativ komfortabel anfühlte.

Ganz so einfach hätte es für die Hausherren gewiss nicht weitergehen müssen. Schließlich nutzten die Löwen ihre nächste Überzahl mit zwei Arnesson-Treffern, und kurz darauf sah Erlangens Sebastian Firnhaber nach einem Wechselfehler sogar die Rote Karte – es war bereits seine dritte Zeitstrafe. Yannick Fraatz verkürzte auf 13:16. In der Folge aber ging der Ball wieder leichtfertig über Arnesson verloren, so dass sich der HCE über Gegenstöße freute und den alten Abstand beim 18:13 wieder herstellte.

Mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckungsvariante hatten die Bergischen keinen nennenswerten Erfolg. Und auch der Wechsel zu Tomas Mrkva im Tor brachte nicht den erhofften Impuls. Die Erlanger trafen aus nahezu allen Positionen. Da nun auch der eigene gebundene Angriff von Fehlwürfen en masse geprägt war, das Tempospiel kein Faktor war und die Abwehr durchlässiger wurde, zogen die Erlanger völlig ungefährdet und souverän auf 27:18 davon. Hinze hatte das Spiel zehn Minuten vor Schluss wohl bereits aufgegeben. Seine Auszeit begann er mit den Worten: „Männer, wir müssen die Schlussphase jetzt für uns nutzen.“ Das gelang zwar weitgehend – inklusive einiger schöner Tore von Yannick Fraatz, der eine 100-prozentige Ausbeute hatte – an der klaren 23:30-Pleite änderte aber auch die leicht versöhnliche Schlussphase nichts.

So endete die Partie wie das eine oder andere Mal zuvor in der Arena Nürnberger Versicherung. Der BHC kam unter die Räder. Bevor die Mannschaft im März 2021 den Bann durch einen 25:20-Sieg brach, hatte sie auswärts nie gut gegen den HC Erlangen ausgesehen. Doch nicht nur zu dieser Serie passte das Spiel. „Es reiht sich ein in die Vorstellungen dieser Saison in Stuttgart, Minden und Balingen“, stellte Geschäftsführer Jörg Föste fest.

In all diesen Begegnungen bei Mannschaften, die eher am unteren Ende der Tabelle zu finden sind, blieben die Löwen deutlich unter ihren Möglichkeiten, fuhren ohne Punkte nach Hause und bescherten den Konkurrenten damit wichtige Zähler im Abstiegskampf. Die Bilanz ist bemerkenswert: Der Bergische HC ist mit 21 Punkten Zwölfter, hat gegen die Teams unter ihm bisher aber nur sieben dieser Zähler geholt – Heimspiele inklusive.

Rund um den BHC

Personal: Kurzfristig mussten die Löwen auf Tom Kare Nikolaisen verzichten. Der norwegische Kreisläufer hat sich eine Magen-Darm-Infektion zugezogen. Erwartungsgemäß fehlten zudem Fabian Gutbrod (Corona), Sebastian Damm (Gehirnerschütterung) und Csaba Szücs (Sehnenriss am Fuß).

Bank: Nach der Rückkehr von Sebastian Hinze war das Team ums Team mit dem Coach, Co-Trainer Markus Pütz, Assistent Jan Artmann und Physiotherapeut Severin Feldmann wieder wie üblich besetzt.

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