Handball-Bundesliga

Löwen möchten nahtlos an den Dezember anknüpfen

Lukas Stutzke war bei der Handball-WM in Ägypten dabei, kam allerdings nicht zum Einsatz. Beim BHC sind seine Qualitäten am Donnerstag garantiert gefragter. Foto: Christian Beier
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Lukas Stutzke war bei der Handball-WM in Ägypten dabei, kam allerdings nicht zum Einsatz. Beim BHC sind seine Qualitäten am Donnerstag garantiert gefragter.

Der Bergische HC absolviert am Donnerstag bei GWD Minden sein erstes Pflichtspiel des Jahres.

Von Thomas Rademacher

Wenn es nach dem Willen des Bergischen HC gegangen wäre, hätten die Handballer wohl am liebsten den Januar durchgespielt. Zu konstant präsentierten sich die Löwen im Dezember vergangenen Jahres, in dem sie in allen sechs Bundesliga-Partien für den Sieg in Frage kamen und letztlich 9:3-Punkte holten. „In diesen Wettkampfmodus wollen wir natürlich ganz schnell wiederfinden – und damit auch die Stabilität, die uns ausgezeichnet hat“, sagt Trainer Sebastian Hinze vor dem Nachholspiel bei GWD Minden. Anpfiff ist am Donnerstag um 19 Uhr in der Merkur Arena Lübbecke, wo die Ostwestfalen seit Anfang 2020 ihre Heimspiele aufgrund der Sperrung der eigenen Kampa-Halle austragen müssen.

Eigentlich hätte das Duell bereits im vergangenen November stattgefunden, musste aber aufgrund der Corona-Infektion bei GWD-Spielmacher Juri Knorr und einer daraus folgenden Quarantäne für das gesamte Team verschoben werden. Die Mindener haben sich seitdem erfolgreich zurückgemeldet und im Dezember 7:3-Zähler geholt. Während der BHC am vorigen Wochenende noch spielfrei hatte, kassierte die Truppe von Coach Frank Carstens in ihrem ersten Pflichtspiel 2021 eine deutliche 20:27-Niederlage gegen die ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen Balinger.

„Da haben sie natürlich kein gutes Spiel gemacht“, sagt Sebastian Hinze. „Das macht es für uns leider nicht leichter. GWD hat nach schwächeren Leistungen schon häufiger eine starke Reaktion im nächsten Spiel gezeigt.“ Statistisch ist der BHC vor allem im Positionsangriff im Vorteil. Mit 53,18 Prozent haben die Ostwestfalen die schwächste Abschlussquote der Liga, aus mindestens neun Metern verwandeln sie nur 34,63 Prozent. Auch damit liegen sie hinten. Im Gegensatz dazu bringen die Löwen fast die Hälfte ihrer Distanzwürfe im Tor unter und befinden sich damit sogar in der Spitzengruppe der Bundesliga.

Die maue GWD-Bilanz relativiert Hinze: „Da fehlt vielleicht die Konstanz, aber wenn Christoffer Rambo und Doruk Pehlivan gut drauf sind, kann Minden auch aus der Ferndistanz überragend agieren.“ Grundsätzlich aber gehe es freilich darum, Minden in den Positionsangriff zu zwingen. Denn die Ostwestfalen setzen stark aufs Tempospiel und sind für ihre Balleroberungen in der Deckung bekannt. „Dadurch, dass sie gerne die Passwege zustellen, werden sich uns Räume bieten. Da brauchen wir gute Entscheidungen, um diese zu nutzen.“

„Er ist kein Spieler, den ich voreilig reinwerfe.“
Sebastian Hinze, BHC-Trainer, über ein Comeback von Alexander Weck

Gefragt sind dabei insbesondere die BHC-Regisseure Linus Arnesson und Tomas Babak, deren Vorbereitung in den vergangenen Tagen gut funktioniert hat. WM-Rückkehrer Max Darj ist am Sonntag als Letzter zurück ins Training gekommen. Komplett sind die Bergischen dennoch nicht. Daniel Fontaine ist mit muskulären Problemen weiterhin noch nicht wieder voll belastbar, auch Alexander Weck wird am Donnerstag auf keinen Fall spielen. Der Rückraum-Rechtshänder hatte sich Ende September einen Kreuzbandanriss zugezogen und trainiert seit etwa drei Wochen wieder voll. „Es läuft auch super, und er hat keine Probleme“, erklärt der Trainer. „Aber er ist kein Spieler, den ich voreilig reinwerfe. Er benötigt eine längere Phase des Mannschaftstrainings und die internen Wettkämpfe, bevor er wieder in der Bundesliga antreten kann.“ Innenblock-Ass Csaba Szücs ist nach seinen Leistenproblemen voraussichtlich einsatzbereit.

Improvisieren wird Hinze im rechten Rückraum müssen. Maciej Majdzinski fällt mit einem Kreuzbandriss langfristig aus, wodurch David Schmidt auf der Position nominell auf sich alleine gestellt ist. „Da stellt sich die Frage, wie gut er drauf ist, und, wie stark wir ihn belasten können. Es besteht auch die Option, dass er offensiv durchspielt und hinten längere Pausen bekommt“, sagt der Coach, der natürlich auch die Lösungen des jüngsten Testspiels gegen Nordhorn anwenden könnte. In der Partie half zum einen Lukas Stutzke als Rechtshänder auf der für ihn falschen Angriffsseite aus, zum anderen spielte Arnor Gunnarsson als gelernter Außenspieler auf der Rückraumposition.

Nach aktuellem Stand werden die Löwen mit 15 Spielern ihres durch den Abgang von Ragnar Johannsson auf 18 Handballer geschrumpften Kernkaders nach Ostwestfalen reisen. Ein Platz wäre demnach noch offen. A-Jugend-Rechtsaußen Julian Thomas hat im Test gegen Nordhorn drei Mal getroffen. Die Mitnahme eines Ersatzes sei aber nicht geplant.

Rund um den Bergischen HC

Spielplan: In einer Videokonferenz beraten die Club-Vertreter am Mittwoch wohl auch über mögliche Alternativen zur normalen Fortführung der Saison mit kompletter Rückrunde. Einige Teams befinden sich bis zu sechs Spiele im Rückstand. BHC-Geschäftsführer Jörg Föste möchte durchspielen: „Erst wenn es auch rechnerisch nicht mehr möglich ist, muss es Alternativen geben.“

Bilanz: Zehn Mal sind der BHC und GWD Minden in der Bundesliga aufeinandergetroffen. Sechs Mal gewannen die Löwen, drei Mal die Ostwestfalen. Im ersten Spiel überhaupt trennten sich die Teams 2013 remis. 2020 gab es das NRW-Duell gar nicht.

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