Handball

Löwen landen einen Erfolg, der Vertrauen schafft

Jamal Naji (l.) und der herausragende Tomas Babak freuen sich nach dem Schlusspfiff über den ersehnten Sieg.
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Jamal Naji (l.) und der herausragende Tomas Babak freuen sich nach dem Schlusspfiff über den ersehnten Sieg.

Handball-Analyse: Mit dem Bundesliga-Sieg gegen Lemgo ist Jamal Naji endgültig beim BHC angekommen.

Von Thomas Rademacher

Das 32:28 (17:13) gegen den TBV Lemgo Lippe wird am Saisonende vermutlich nicht als das Highlight-Spiel in Erinnerung bleiben. Es dürften noch spektakulärere Siege für den Bergischen HC hinzukommen. Doch der Erfolg ist durchaus ein wichtiger und womöglich wegweisender – zumal er in vielerlei Hinsicht gezeigt hat, dass die Handballer auf einem guten Weg sind. Der Matchplan von Trainer Jamal Naji ging auf, das Team präsentierte sich auf vielen Positionen auch individuell stark. Und vor allem: Eine starke Deckung ist beim BHC immer noch Basis, doch die Löwen können ihre Spiele auch im Angriff gewinnen.

Acht Tage zuvor hatten die Mannschaft ihr erstes Saison-Heimspiel in der Klingenhalle bestritten. Beim 22:23 gegen die TSV Hannover-Burgdorf stand die Abwehr hervorragend, aber das Team am Ende mit leeren Händen da. Diese Niederlage war extrem ärgerlich, weil eine etwas bessere Offensivleistung schon zum Sieg gereicht hätte. In diesem Bereich waren die Bergischen am Donnerstagabend gegen Lemgo tatsächlich nicht wiederzuerkennen. Der Rückraum mit Linus Arnesson, Simen Schönningsen und dem in jeder Hinsicht überragenden Tomas Babak erspielte immer wieder Topchancen. „Im Angriff ist der Plan zu 80 bis 90 Prozent aufgegangen“, analysiert Trainer Jamal Naji. „Das ist natürlich für uns alle ein tolles Gefühl.“ Darin schließt der 36-Jährige sich ein, wobei er betont: „Ich habe im zweiten Heimspiel noch keinen erhöhten Druck verspürt.“ Deshalb sei das Wort „Erleichterung“ ein Stück zu hoch gegriffen.

Dennoch: Die Tatsache, dass die Angriffsidee so gut funktionierte, schafft natürlich gegenseitiges Vertrauen: das der Mannschaft zum Trainerteam und umgekehrt sowie auf dem Feld. Wenn die Löwen nicht durch die Nahtstellen der Lemgoer Deckung stoßen konnten, lief der Ball über Außen, von wo Tim Nothdurft sieben Mal warf und genauso oft traf. „Da hat jeder dann auch ein gutes Gefühl, ihm einen schlechteren Winkel zu geben“, sagt der Coach, der mit diesem Sieg – zumindest gefühlt – endgültig beim BHC angekommen ist. Gegen Lemgo konnten auch die Zweifler im Publikum sehen, dass Naji nicht nur eine eigene Handschrift hat, sondern diese auch zum Erfolg führt.

Es ist schön, zu sehen, dass in Frederik Ladefoged der Zugang immer besser funktioniert, der am Kreis in die Fußstapfen des großen Max Darj tritt, in diesen Tagen aber seine ersten Bundesligaspiele bestreitet. Bemerkenswert ist, dass ein Spieler wie Simen Schönningsen, der in der vorigen Saison im rechten Rückraum komplett im Schatten von David Schmidt gestanden hatte, nun auch eine tragendere Rolle erfolgreich ausfüllt. Schmidts Nachfolger Djibril M'Bengue ist aber zumindest offensiv noch nicht in der Saison angekommen. Zu was er in der Lage ist, hat er im Testspiel gegen Motor Saporischschja gezeigt, doch er hat auch einen Großteil der Vorbereitung verletzt verpasst. „Er verteidigt sehr gut, und damit gibt er uns schon eine Menge“, sagt Naji, der mit dem offensiven Durchbruch seines Zugangs rechnet.

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