Handball

Löwen kassieren auf der Zielgeraden 0:7-Lauf - Mit Podcast

Jacob Holm bekam die BHC-Deckung (hier mit Max Darj) in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Der Berliner erzielte acht Tore. Foto: Kurt Kosler
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Jacob Holm bekam die BHC-Deckung (hier mit Max Darj) in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Der Berliner erzielte acht Tore.

Bundesliga: Der Bergische HC verliert nach 19:18-Führung noch 23:28 (12:10) gegen Berlin.

Von Jürgen König

Eine Dreiviertelstunde schnupperte Markus Pütz als verantwortlicher Trainer des Bergischen HC – Sebastian Hinze hatte die Quarantäne noch nicht verlassen können – an seinem zweiten Bundesliga-Sieg. Doch dann drehten die Füchse Berlin auf und gewannen die Partie mit 28:23 (10:12). „Wir sind am Anschlag, haben uns gegen den BHC extrem schwer getan, aber die richtige Antwort gegeben“, sagte Gäste-Coach Jaron Siewert.

Erst nach sechs Minuten und 22 Sekunden erzielten die Gastgeber ihren ersten Treffer. Max Darj aus schwieriger Position und David Schmidt warfen über das Tor von Klasse-Keeper Dejan Milosavljev, der zudem den Durchbruch von Linus Arnesson entschärfte. Auch ein Kreisübertritt von Arnor Gunnarsson gehörte zur unglücklichen Anfangsphase in der Offensive, die Lukas Stutzke beendete – er traf zum 1:1, weil auch die Füchse im Angriff einiges liegen ließen. Und der BHC wie in den vergangenen Spielen einen starken Christopher Rudeck zwischen den Pfosten besaß.

Seine drei Glanzparaden bildeten mit die Basis dafür, dass sein Team mehrfach mit einem Tor in Führung lag. Auch, weil das Spiel über den Kreis mit dem zukünftigen Berliner Darj und dem wie Tomas Babak rechtzeitig genesenen Tom Kare Nikolaisen zusehends von Erfolg gekrönt war. Berlin, derzeit international wie national stark gefordert, wechselte kräftig durch, so dass auch der treffsichere Jacob Holm seine Verschnaufpausen erhielt. Man merkte den Löwen an, dass sie gegen den Champions-League-Anwärter fest an ihre Chance glaubten – wenngleich Arnesson im Abschluss gleich vier Mal scheiterte.

Dafür spielten sich Linksaußen Jeffrey Boomhouwer und Rechtsaußen Arnor Gunnarsson in den Fokus. Der Niederländer, zuvor zwei Mal gescheitert, legte seine Ladehemmung ab und erzwang mit dem 10:9 in der 25. Minute die erste Auszeit der Mannschaft von Siewert, die riesigen Jubel auf den Rängen der mit 2113 Zuschauern gefüllten Wuppertaler Unihalle auslöste. Und es sollte noch besser kommen, denn Gunnarsson erhöhte auf 11:9 – es war der erste Zwei-Tore-Vorsprung überhaupt eines Teams in der Partie.

Würde Christopher Rudeck weiter auf dem Niveau seines prominenten Kollegen halten können? Sollte die Kraft bei den strapazierten Füchsen ausreichen? Und konnte die exzellente Abwehrarbeit der Löwen weiter den Ausschlag geben? Es waren drei der Gretchenfragen für den zweiten Durchgang. Der begann mit guten Berliner Angriffen über Kreisläufer Mijajlo Marsenic, Fehlpässen des später verletzt ausgeschiedenen Babak gegen eine aufmerksame Füchse-Abwehr, hinter der Milosavljev allerdings den Würfen von Stutzke und Darj nur hinterherschauen konnte.

Es entwickelte sich ein packendes Duell auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen. Wobei der BHC leichter zu seinen Toren kam als die Gegner, der um seinen überragenden Regisseur Holm bei jedem Angriff viel investieren musste. Es sollte sich lohnen für die Bundeshauptstädter, die dem euphorisch gefeierten 19:18 des BHC durch Gunnarsson (44.) einen Zwischenspurt folgen ließen. Schon in der 54. Minute hatte der Favorit mit dem 25:19 die Weichen auf Sieg gestellt. Weil Milosavljev mit 16 Paraden herausragend agierte, seine Mannschaft nicht müde wurde und der BHC beim 0:7-Lauf auch hinten kein Bein mehr auf die Erde bekam. „Acht Angriffe ohne Tor brechen uns das Genick“, resümierte Markus Pütz.

Personal

Zwei kurzfristige Absagen mussten die Löwen hinnehmen. Kapitän Fabian Gutbrod fiel wegen positiver Corona-Tests aus, Simen Schönningsen musste Magen-Darm-Problemen Tribut zollen. Zudem fehlten nach seiner beim Wetzlar-Sieg erlittenen Fußverletzung Csaba Szücs und Sebastian Damm (Gehirnerschütterung). Für ihn rückte Tobias Schmitz aus dem Oberliga-Team auf die Linksaußen-Position.

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