Handball-Bundesliga

Löwen haben die Chance zur Schützenhilfe für den THW

Max Darj zeigte in Kiel ein Mal mehr eine starke Leistung. Auf ihn wird es auch in Flensburg ankommen. Foto: Mathias M. Lehmann
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Max Darj zeigte in Kiel ein Mal mehr eine starke Leistung. Auf ihn wird es auch in Flensburg ankommen.

Drei Tage nach dem 30:33 in Kiel ist der Bergische HC am Sonntag bei der SG Flensburg-Handewitt gefordert.

Von Thomas Rademacher

Ein Fernduell um die Deutsche Meisterschaft liefern sich der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt. Erstgenannter ist mit 39:5-Punkten den Nordlichtern (40:4) dicht auf den Fersen, benötigt aber im Laufe dieser Bundesliga-Saison noch Schützenhilfe, zumal die beiden direkten Duelle bereits ausgetragen wurden. Nachdem die Kieler beim 33:30 gegen den Bergischen HC die Nerven behalten haben, drücken sie am Sonntagnachmittag (16 Uhr) den Löwen die Daumen. Dann tritt der BHC in der Flens-Arena an.

„Wie der BHC gegen uns aufgetreten ist, macht Hoffnung für das Spiel am Sonntag“, sagt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi, der von Sommer 2012 bis zum Jahresende 2017 beim Bergischen HC zunächst als Spieler, dann als Sportlicher Leiter tätig war. „Wenn die Mannschaft diese Leistung bei unserem direkten Konkurrenten wiederholen kann, nehmen sie hoffentlich Punkte mit.“

„Unser Ziel ist es, auch gegen Topteams in der Crunchtime die richtigen Lösungen zu finden.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Das will freilich auch Sebastian Hinze, der es auch schon in Kiel für möglich gehalten hat. „Wir haben sehr viele Dinge richtig gut gemacht“, blickt der Trainer des Bergischen HC zurück. „Aber es hat am Ende anderen Spielen gegen Spitzenteams geähnelt, die wir in der Vergangenheit verloren hatten. Es wäre zu einfach, dies auf das fehlende Personal zu schieben.“ So attestiert der Coach den THW eine starke Leistung. „Aber letztlich sind wir es, die die Fehler machen. Unser Ziel ist es, auch gegen Topteams in der Crunchtime die richtigen Lösungen zu finden. Das haben wir in Kiel nicht geschafft, daraus müssen wir lernen.“

Davon abgesehen lobt der Trainer die mentale Leistung seiner Mannschaft, die sich von keinem Rückschlag beeindrucken ließ. „Nach Misserfolgen haben die Jungs ihre Überzeugung ganz schnell wiedergefunden. Das ist auch für eine Weiterentwicklung mit vollem Kader ganz besonders wichtig.“ In Flensburg muss der Coach darauf allerdings noch verzichten. Der Mannschaft werden weiterhin mit Fabian Gutbrod, Tom Kare Nikolaisen, Csaba Szücs, Tomas Babak, Sebastian Damm, Yannick Fraatz und Maciej Majdzinski sieben Spieler fehlen.

So kann es auch am Sonntag – je nach Situation – zu unverhofften Bundesliga-Debüts kommen. In Kiel musste Tobias Schmitz für den glücklosen Jeffrey Boomhouwer in die Bresche springen. „Für eine solche Lage haben wir die Spieler aus der Reserve beziehungsweise der A-Jugend dabei“, erklärt Hinze. „Und Tobias hat das gut gemacht. Vorne hatte er drei Plus-Aktionen mit zwei Toren und einem herausgeholten Siebenmeter, hinten drei Abwehrfehler. Für das erste Spiel ist eine Plus-Minus-Null sehr ordentlich – und das auch noch in Kiel.“ Auch Schmitz konnte es trotz der Niederlage ein wenig genießen, „Man kann sich wohl keinen besseren Einstand wünschen“, sagte der Linksaußen mit Blick auf sein erstes Bundesliga-Tor gegen Spitzen-Keeper Niklas Landin. „Da ist schon eine Last von mir abgefallen, als der Ball reinging.“

Tobias Schmitz gelang ein toller Bundesliga-Einstand.

Taktisch wird Sebastian Hinze im hohen Norden Änderungen vornehmen. „Kiel und Flensburg sind beides Topteams, aber die Spielanlagen unterscheiden sich. So nehmen sich die Flensburger zum Beispiel viel seltener Fernwürfe aus dem Rückraum als Kiel“, erklärt der Trainer. „Die Abwehr ist meistens auch defensiver ausgerichtet, und die SG setzt nicht ganz so gnadenlos auf Tempo wie der THW es derzeit macht.“ Hinze traut seinem Team einiges zu: „Gut war, dass es bei uns nach der Quarantäne keine Anzeichen dafür gab, dass der Rhythmus oder Ähnliches fehlen könnte.“ Ob das zur Sensation in Flensburg reicht? Es wäre eine – im Übrigen völlig unabhängig vom zur Verfügung stehenden Personal: Die SG Flensburg-Handewitt hat 48 Bundesligaspiele zu Hause nicht verloren. Eine schier unglaubliche Serie, die seit inzwischen fast dreieinhalb Jahren hält.

Bilanz

15 Mal ist der BHC bislang auf die SG Flensburg-Handewitt getroffen, 14 Mal kam der Sieger aus Norddeutschland. Der einzige Löwenerfolg resultiert vom 28. März 2015: In der Wuppertaler Unihalle hieß es 36:31.

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