Handball

Löwen freuen sich auf unkompliziertes „Bonus-Spiel“

Tomas Babak bot in Leipzig zum wiederholten Male in dieser Saison eine herausragende Leistung. Der Spielmacher bleibt dem BHC bis 2026 erhalten.
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Tomas Babak bot in Leipzig zum wiederholten Male in dieser Saison eine herausragende Leistung. Der Spielmacher bleibt dem BHC bis 2026 erhalten.

Im Achtelfinale des DHB-Pokals tritt der Bergische HC an diesem Mittwochabend beim SC Magdeburg an.

Von Thomas Rademacher

Die Begeisterung über den 32:27-Erfolg beim SC DHfK Leipzig hält beim Bergischen HC an. Zu rechnen war mit dem Sieg nach der deutlichen Niederlage gegen Flensburg, einer schwierigen Trainingswoche und aufgrund der gegnerischen Siegesserie von sechs Spielen kaum. „Ich bin trotzdem sehr zuversichtlich in das Bundesligaspiel gegangen“, sagt Trainer Jamal Naji. „Zur Pause hatte ich größere Zweifel, weil unsere Abwehr nicht gut funktioniert hat und ich nicht erwartet hatte, dass wir das Angriffsniveau halten können.“ Doch vom 17:17 in der Halbzeit entwickelte sich das Match in jeder Hinsicht zugunsten der Löwen. Zum Schluss agierte die Mannschaft auf beiden Seiten des Feldes in etwa so, wie sich der Coach das vorstellt. Sollten die Bergischen daran anknüpfen, haben sie vielleicht sogar beim SC Magdeburg eine Chance. Anwurf im Achtelfinale des DHB-Pokals ist an diesem Mittwochabend um 19 Uhr in der Getec-Arena.

„Das ist ein relativ unkompliziertes Spiel für uns“, meint BHC-Kapitän Fabian Gutbrod. „Wir können da hinfahren, alles reinwerfen und schauen, was wir dafür kriegen. Und das alles ohne Druck.“ Denn die Favoritenrolle ist freilich geklärt. Der SC Magdeburg ist amtierender Deutscher Meister, spielt zu Hause, hat seine jüngsten vier Bundesligaspiele gewonnen und dabei sogar auswärts Spitzenreiter Füchse Berlin bezwungen. Dazu drehte das Team vorige Woche einen 15:19-Pausenrückstand im Champions-League-Match bei Titelaspirant Paris Saint-Germain und fuhr mit einem 37:33-Erfolg zurück in die Heimat. „Wir sind schon abhängig davon, wie bereit die Magdeburger für das Spiel gegen uns sind“, weiß Gutbrod.

„Man könnte wohl zu jedem etwas Positives sagen.“

Jamal Naji, BHC-Trainer

Dass die Bergischen im Fall der Fälle ihre Chance ergreifen würden, davon ist wohl spätestens jeder nach dem Sieg in Leipzig überzeugt. Jamal Naji lobte ungewöhnlich viele Einzelspieler für ihre Leistungen. „Man könnte wohl zu jedem etwas Positives sagen“, meint der Coach und spricht exemplarisch von Tomas Babak und Fabian Gutbrod. „Tomas gehörte zu den gesundheitlich angeschlagenen Spielern. Er hat auf die Zähne gebissen und im Angriff fast durchgespielt. Das war eine absolute Willensleistung. Fabian ist unglaublich clever aufgetreten. Ich fand es beeindruckend, wie viele gute Entscheidungen er getroffen hat.“

Zeit zum Genießen hatte Naji aber nicht. „Man steht morgens mit guter Laune auf, aber das Arbeitspensum mit Blick auf Magdeburg ist natürlich nicht weniger geworden“, erläutert der 36-Jährige, der erst an diesem Mittwoch mit der Mannschaft aus dem Hotel in Leipzig auszieht, um in Richtung Sachsen-Anhalt zu fahren. „Die Zusammenarbeit mit dem SC DHfK läuft wirklich optimal. Allen voran Sportkoordinator Philipp Müller macht hier alles möglich für uns.“ Einheiten haben die Löwen im Trainingskomplex des gerade besiegten Gegners durchgeführt. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass es so gut zwischen konkurrierenden Clubs funktioniere.

Das Pokal-Achtelfinale betrachtet Naji als „Bonus-Spiel“, in dem seine Mannschaft nicht viel zu verlieren habe. „Von ihrer individuellen Klasse gehört der SCM zu den stärksten Mannschaften der Welt. Gisli Kristjansson und Omar Ingi Magnusson sind zwei der besten Eins-gegen-Eins-Spieler überhaupt“, sagt der Coach und weiß daher, dass sein Team Zweikämpfe verlieren wird. „Wir brauchen deshalb gute Helfersituationen in der Deckung und Stoppfouls, um die Passqualität zu unterbrechen.“ Zweite große Magdeburger Stärke ist das Tempospiel, so dass ein disziplinierter Abschluss und guter Rückzug noch etwas wichtiger sein werde als ohnehin.

Der BHC-Kader wird sich im Vergleich zur Partie in Leipzig kaum verändern. Tom Bergner ist abgereist, um sich an der Schulter behandeln zu lassen. Nachkommen wird wohl niemand, so dass Linus Arnesson und Csaba Szücs weiterhin fehlen.

Tomas Babak bleibt bis 2026

Seit 2016 tritt Tomas Babak für den BHC an und hat sich seitdem zu einem Führungsspieler entwickelt. Nun hat der Spielmacher seinen bis 2024 laufenden Vertrag um zwei Jahre ohne Ausstiegsklausel verlängert. „Das ist ein wesentlicher Baustein im Personal-Mosaik des BHC“, freut sich Geschäftsführer Jörg Föste. „Tomas gibt dem Team schon lange, aber besonders in dieser Saison im Angriff den besonderen Aspekt der dynamischen Isolierung.“ Auch der Tscheche ist zufrieden: „Der Club hat sich immer weiterentwickelt. Wichtig ist für mich, dass meine Familie und ich hier sehr glücklich sind. Das hat die Entscheidung einfach gemacht.“

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