Handball-Bundesliga

Löwen dürfen wieder nur am Punkt schnuppern

Abwehrchef Csaba Szücs (M.) durfte mit der defensiven Vorstellung über 60 Minuten zufrieden sein.
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Abwehrchef Csaba Szücs (M.) durfte mit der defensiven Vorstellung über 60 Minuten zufrieden sein.

Der Bergische HC kassiert beim 27:32 (15:15) gegen den THW Kiel seine 14. Niederlage im 14. Versuch.

Von Thomas Rademacher

Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat der Bergische HC gegen fast jeden Gegner in der Handball-Bundesliga mindestens ein Mal gewonnen – es gibt nur eine Ausnahme: Der THW Kiel. Am Sonntagnachmittag unternahmen die Löwen im Düsseldorfer ISS Dome ihren 14. Versuch gegen den Deutschen Rekordmeister und schienen lange für den Sieg in Frage zu kommen. Doch letztlich setzte sich beim 27:32 (15:15) doch ein Mal mehr die gesamte Kieler Klasse durch.

Im Positionsangriff leisteten sich die Bergischen ein paar Fehler zu viel. „Das war der große Unterschied“, analysierte Sebastian Hinze. Während die Kieler den Ball kaum aus der Hand gaben, verlor der BHC die Kugel immer wieder auch scheinbar leichtfertig. „Wobei die technischen Fehler, die wir machen, natürlich auch für die Qualität der Kieler Abwehr sprechen“, ergänzte Torhüter Christopher Rudeck. „Sie haben uns dann ein paar Dinge weggenommen, sehr gut verteidigt und schnelle 1:0-Konter bekommen.“

Rudecks Blick ging vor allem auf die zweite Halbzeit, in der sich die Ballverluste häuften. So leisteten sich unter anderem Fabian Gutbrod und Lukas Stutzke Passfehler, die aus Löwen-Sicht wehtaten, weil sie den Kieler Vorsprung von drei oder vier Toren in dieser Phase zementierten. In der ersten Halbzeit hatten es die Hausherren noch zwei Mal geschafft, einen Drei-Tore-Rückstand zu egalisieren. Die Norddeutschen kamen zwar auch früh im Spiel zu Gegenstößen, die starken BHC-Phasen beeindruckten den Gegner aber spürbar.

„Es fühlt sich beides falsch und schlecht an.“

Csaba Szücs, BHC-Abwehrchef

So lieferte Linus Arnesson nach überstandener Muskelverletzung einen starken Einstand mit vier Vorlagen in wenigen Minuten. Der Schwede bediente zum Beispiel Tom Kare Nikolaisen sehenswert hinter dem Rücken oder legte den Ball kühl an der Abwehr vorbei an den Kreis zu Max Darj. Bei seinem Pass zu Jeffrey Boomhouwer stimmte das Timing zwar überhaupt nicht, doch der Niederländer löste die Aufgabe aus schlechtem Winkel mit einem angedrehten Aufsetzer in den Winkel zum 9:10. Nachdem Fabian Gutbrod dann auch noch aus der Distanz zum 15:15 Pausenstand versenkt hatte, waren die Löwen am Drücker – nicht etwa, weil sie eine in allen Belangen überragende Halbzeit gespielt hätten, sondern weil sie das perfekte Spiel nicht erreichten und das Duell gegen den haushohen Favoriten trotzdem offen war.

Bergischer HC gegen THW Kiel

 © Christian Beier
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Aus der Pause kam der Favorit aber besser. Die Kieler ersetzten Torhüter Niklas Landin durch Dario Quenstedt, der gleich zwei Mal gegen Maciej Majdzinski entschärfte. Die BHC-Abwehr stand weiterhin ordentlich, doch die Kieler kamen nahezu immer zum Abschluss. „Mit den Würfen konnten wir gut leben, aber Kiel ist dadurch gut in den Rückzug gekommen, so dass wir vorne wieder gegen die stehende Deckung spielen mussten“, erläuterte Rudeck, „Wir aber haben leider die Fehler gemacht und kamen dann nicht geordnet in die Abwehr. Wenn man sich die Spiele des THW anschaut, lässt sich das häufiger beobachten. Wir wollten es verhindern, haben es aber nicht geschafft, so dass man akzeptieren muss, dass ein paar Prozentpunkte gefehlt haben.“

So attestierte auch Hinze seinem Team einen ordentlichen Auftritt, übte aber auf hohem Niveau auch Kritik: „Gegen so eine Abwehr muss man auch torgefährlich sein. Wenn sie dann nicht herausrückt, müssen wir auch schießen. Da hat mir manchmal auch der Mut gefehlt.“ Angesichts der verpassten Chance war die Stimmung nach der Partie im Keller: „Ich weiß gar nicht was besser ist“, sagte Abwehrchef Csaba Szücs. „So weit hinten zu liegen wie gegen Flensburg und eigentlich gar keine Chance mehr zu haben, oder hier so lange dran zu bleiben und am Ende trotzdem zu verlieren. Es fühlt sich beides falsch und schlecht an.“

Rund um den BHC

Anwurfzeit: Eigentlich war das Duell gegen den THW Kiel für 16 Uhr geplant gewesen, doch es wurde am Samstag aufgrund eines Spielausfalls kurzfristig auf 13.30 Uhr vorverlegt.

Bilanz: Inklusive der Spiele als SG Solingen liegt der BHC gegen die Kieler sogar 0:18 zurück.

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