Handball-Bundesliga

Linus Arnesson hadert mit Ausfall des Füchse-Stars

Linus Arnesson zeigt es an: Zwei Punkte in der Bundesliga wären nett – in Berlin allerdings hängen die Trauben hoch.
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Linus Arnesson zeigt es an: Zwei Punkte in der Bundesliga wären nett – in Berlin allerdings hängen die Trauben hoch.

Der Bergische HC tritt am Samstagabend bei Spitzenreiter Berlin an.

Von Thomas Rademacher

Der 32:26-Erfolg im nationalen Pokal gegen Frisch Auf Göppingen war ein Sieg für die Seele des Bergischen HC. Die Erleichterung war den Profihandballern durch die Bank anzumerken. „Nur schade, dass es dafür keine Punkte gab“, sagt Mannschaftskapitän Linus Arnesson. „Aber der Erfolg hat uns schon ein gutes Gefühl gegeben.“ Ob dieses auch bei der derzeit höchsten Hürde der Bundesliga am Samstagabend (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) hilft? Die Füchse Berlin empfangen den BHC als Tabellenführer.

„Ich möchte den Sieg gegen Göppingen jetzt auch nicht überbewerten“, betont Trainer Jamal Naji. „Genauso wie ich mir das auch bei Niederlagen wünsche. Die Stimmung und Trainingsintensität sind während der gesamten Saison sehr gut bei uns.“ Eine Erwartungshaltung an das Ergebnis bei den Füchsen hat der Coach ohnehin kaum: „Wir haben dort wenig zu verlieren, auch wenn die Berliner den Ausfall von Mathias Gidsel kompensieren müssen.“

Der Däne hat sich an der Wurfhand verletzt und wird eine Weile ausfallen. Vorher hatte er für eine wahre Begeisterungswelle in der Bundesliga gesorgt – der Linkshänder, der schon bei seiner Verpflichtung als Top-Zugang betrachtet wurde, stellte seine herausragende Qualität von Anfang an unter Beweis und hatte zum Beispiel großen Anteil am 34:26-Erfolg der Berliner über den THW Kiel. „Ich finde es wirklich schade, dass er gegen uns fehlt“, sagt Arnesson. „Ich habe noch nie gegen ihn gespielt, ihn aber schon oft gesehen. Ich würde gerne wissen, ob und wie gut ich ihn verteidigen könnte.“

„Wir brauchen den Druck, um uns als Team zu entwickeln.“

Linus Arnesson, BHC-Kapitän

Mit wem es der Schwede nun zu tun bekommt, ist noch nicht ganz klar. Gidsels Positionskollege Fabian Wiede musste zuletzt ebenfalls angeschlagen passen, so dass die Berliner wohl auch auf den 19-jährigen Max Beneke oder den 20-jährigen Nils Lichtlein im rechten Rückraum zurückgreifen werden. Davon abgesehen jedoch müssen die Füchse auf keiner Position improvisieren. „Es ist ein sehr spannender Kader – in Qualität und Breite. Die Mannschaft wurde hervorragend entwickelt und punktuell verstärkt“, findet Jamal Naji.

So wechselte im Sommer in Max Darj auch ein ehemaliger Leistungsträger des BHC in die Hauptstadt. Der Schwede bereichert dort aber vor allem die Abwehr, weil offensiv zumeist Mijajlo Marsenic spielt. Der Kreisläufer, der mit Marko Kopljar auch regelmäßig im Innenblock deckt, ist mit 35 Treffern sogar bester Feldtorschütze der Füchse.

Obwohl die Berliner mit 15:1-Punkten vorne stehen, „fahren wir dorthin, um zu gewinnen“, betont Naji. „Das ist immer unsere Herangehensweise.“ Eine Kräfte-Schonung ergibt schon deshalb keinen Sinn, weil die Löwen bis zum nächsten Spiel acht Tage Pause haben. „Und wir brauchen den Druck, um uns als Team zu entwickeln“, weiß Linus Arnesson.

Aus Berlin Zählbares mit ins Bergische Land zu bringen, wäre freilich ein Bonus. Größere Chancen wird der BHC, der mit 4:12-Punkten ein wenig strauchelt, im November haben. Mit Wetzlar, Gummersbach, Hamm und Göppingen geht es gegen den Zwölften, Achten, Vorletzten und 13. der Tabelle. „Das ändert aber nichts an unserer Sichtweise auf das Füchse-Spiel. Wenn bei uns alles passt und es bei den Berlinern nicht so gut läuft, haben wir eine Chance“, sagt Naji. Wichtig sei vor allem, den starken Innenblock in Bewegung zu bringen, stellt Arnesson klar: „Wir haben schnellere Beine als Kopljar und Marsenic.“

Kompensieren müssen die Löwen weiterhin die Ausfälle von Lukas Stutzke (Muskelfaserriss) und Simen Schönningsen (Verletzung des Wurfarms), zudem fällt erneut Csaba Szücs aus. „Nach seinem Comeback hat der Fuß leider wieder etwas reagiert, so dass wir ihn noch einmal rausnehmen mussten“, beschreibt Naji, der sich immerhin freuen darf, dass Tom Kare Nikolaisen nach seinen Rückenproblemen wieder im Kader ist. „Ohne Lukas und Simen haben wir nun eine schwierige Phase. Aber wir haben gute Spieler, die das kompensieren können“, urteilt Kapitän Arnesson und hebt insbesondere Alexander Weck und Tom Bergner hervor, die zuletzt im Pokal auch ihn begeisterten.

Rund um den Bergischen HC

Anreise: Die Löwen sind bereits am Freitag nach Berlin gefahren und haben am Samstag bis zum Anwurf um 20.30 Uhr einen entsprechend langen Tag. Eine Einheit zum Anschwitzen steht daher am Vormittag auf dem Programm.

Bilanz: Von 18 Spielen gegen die Füchse gewann der BHC vier und schaffte ein Remis. Die jüngsten vier Duelle gingen an Berlin.

Fanbusse: Beide Fanclubs des BHC haben Auswärtstouren geplant. Die Blue Lions fahren am 19. November nach Hamm (Preis 45 Euro inklusive Ticket), die Bergischen Handball Löwen am 4. Dezember nach Kassel zum Spiel gegen die MT Melsungen (Preis 20 Euro ohne Ticket).

Infos und Buchung: bluelions-bergischland.de bhl-fanclub.de

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