Handball

Jeffrey Boomhouwer fällt der Abschied schwer

Drei Mal tritt Jeffrey Boomhouwer noch für den BHC an, dann geht es für den Niederländer zurück in die Heimat.
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Drei Mal tritt Jeffrey Boomhouwer noch für den BHC an, dann geht es für den Niederländer zurück in die Heimat.

Bundesliga: Der Bergische HC empfängt die MT Melsungen Samstagnachmittag in der Wuppertaler Unihalle.

Von Thomas Rademacher

Solingen. Diese Woche wurde es offiziell: Die Profikarriere von Jeffrey Boomhouwer endet. Der Linksaußen geht zurück in seine Heimat ins niederländische Aalsmeer, wird beim dortigen HV spielen und voraussichtlich bei einem Sponsor einem normalen Job abseits des Handballs nachgehen. „Wenn man irgendwann das Gefühl hat, dass man nicht mehr das geben kann, was es für die Bundesliga braucht, reicht es vielleicht auch“, sagt der Sportler, der am 15. Juni 34 Jahre alt wird. „Wobei ich zuletzt das Gefühl hatte, ich könnte noch ein paar Jahre weitermachen.“ Beim SC DHfK Leipzig erzielte Boomhouwer sechs Treffer auf dem Weg zum 26:22-Erfolg des Bergischen HC. „Von dieser Seite möchte ich mich jetzt noch drei Mal hier präsentieren“, betont er und hofft, dass am Samstagnachmittag (16.30 Uhr, Unihalle Wuppertal) der nächste Heimsieg gegen die MT Melsungen gelingt.

Drei Spiele vor Schluss spürt Jeffrey Boomhouwer, dass der Vorhang in der Bundesliga langsam, aber sicher fällt. „Der Abschied fällt mir schon sehr schwer. Es war eine unglaubliche Zeit in Deutschland“, sagt der Linksaußen, der jeweils vier Jahre für Emsdetten, Melsungen und den Bergischen HC aktiv war. „Aber die Entscheidung ist nun bewusst für die Familie gefallen. Wir haben in Aalsmeer ein Haus gekauft, unsere älteste Tochter wird dort zur Schule gehen. Deshalb habe ich gesagt: Entweder es kommt ein richtig krasses Angebot aus der Bundesliga, oder es geht zurück nach Hause.“

Angebote kamen, doch das komplett überzeugende fehlte, so dass für Boomhouwer im Sommer ein Schnitt folgt – auch finanziell. „Ich spiele in Aalsmeer schon für einen Appel und ein Ei“, sagt er. Dennoch ist der HV amtierender niederländischer Meister. Und: „Vier Mal die Woche abends geht es bestimmt zum Training in die Halle“, weiß der Handballer, der zusätzlich als Talenttrainer aktiv sein wird. Die höchste niederländische Lizenz hat Boomhouwer bereits.

Mit der Bundesliga sei dies aber nicht zu vergleichen, so dass der BHC-Linksaußen wehmütig klingt, wenn er sagt: „Ich möchte mich bei allen im Bergischen für den guten Abschluss meiner Profilaufbahn bedanken. Hier hatte ich noch mal vier geile Jahre, nachdem ich in Melsungen ein bisschen den Spaß am Handball verloren hatte.“ Was wäre schöner, als ausgerechnet gegen diesen Gegner am Samstag einen der letzten Siege in Deutschlands Oberhaus zu feiern. „Zu Hause ist das drin. Melsungen hat mehr körperliche Präsenz, daher müssen wir viel Tempo machen“, ist Boomhouwer überzeugt.

Tatsächlich hat die MT ihre jüngsten sechs Partien allesamt verloren und dabei insbesondere zu Hause gegen Hannover (22:29) und Lemgo (18:23) schlecht ausgesehen. „Ein Stück weit liegt es am Wegfall des Spielmachers“, erläutert BHC-Coach Sebastian Hinze. „Zuletzt fehlten Domagoj Pavlovic und Elvar Jonsson, der zudem im Innenblock deckt und Motor des Gegenstoß-Spieles ist.“

Der Trainer ist sich sicher, dass seine Mannschaft vor heimischer Kulisse eine gute Chance hat, „wenn wir unser Ding machen“. Hinze hofft also auf eine Konservierung der Leistung aus Leipzig. „Wir müssen es schaffen, auch durch einen guten Rückzug immer in die Abwehr zu kommen und den Rückraumspielern keine einfachen Abschlüsse zu geben. Vorne wird es das Ziel sein, in die isolierten Zweikämpfe zu kommen, denn die möchte Melsungen mit seiner Abwehr verhindern.“

Ein wenig improvisieren wird der Coach müssen, zumal Simen Schönningsen voraussichtlich bis zum Saisonende mit seiner Fußverletzung ausscheidet und somit Linkshänder im Rückraum Mangelware beim BHC sind. „Im Training arbeiten wir mit Lukas Stutzke oder Tomas Babak als Rechtshändern dort.“ Eine weitere Alternative sei Rechtsaußen Arnor Gunnarsson.

Rund um den Bergischen HC

Personal: Neben Simen Schönningsen fehlt definitiv noch Csaba Szücs (Sehnenriss am Fuß). Krank im Bett lagen zuletzt Tomas Mrkva und Tom Bergner. Erstgenannter ist wieder ins Training eingestiegen, beim Kreisläufer ist Trainer Sebastian Hinze auch vorsichtig optimistisch.

Bilanz: Von 17 Bundesligaspielen gewann der BHC gegen Melsungen lediglich eines – am 20. April 2019 hieß es 25:24. Zudem gab es noch ein Unentschieden vier Monate später. Alle anderen Duelle gingen an die MT.

Tickets: bhc06.de

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