Handball

Irrwitziger Schlussphase fehlt nur die Krönung

Arnor Gunnarsson fassungslos, während die Bank von Wetzlar jubelt: Der Bergische HC unterliegt zum ersten Mal.
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Arnor Gunnarsson fassungslos, während die Bank von Wetzlar jubelt: Der Bergische HC unterliegt zum ersten Mal.

Bundesliga: Im vierten Spiel kassiert der Bergische HC beim 20:22 gegen Wetzlar die erste Niederlage.

Von Timo Lemmer

Als in der erneut nahezu menschenleeren Klingenhalle Emil Mellegard von Linksaußen den Ball in den BHC-Kasten jagte, stand in der 233. Saisonminute des Bergischen HC wohl schon fest, dass der Fabel-Auftakt sein Ende gefunden hatte. Der Gast aus Wetzlar traf zum 16:21 aus Löwen-Sicht, die beim 13:13 zur Halbzeit noch dran waren, ab der 55. Minute in offener Manndeckung noch einmal alles versuchten und spät sowie unerwartet bis auf 20:21 zurückkamen, aber letztlich den Spielminuten 31 bis 54 Tribut zollen mussten.

„Wir sind sehr schlecht aus der Kabine gekommen. Das hat sich leider durchgezogen bis wir auf die offene Manndeckung umgestellt haben“, sagte Trainer Sebastian Hinze, der beim 20:22 (13:13) Mut im Offensivspiel vermisste. Im vierten Spiel der Saison hat der Bergische HC am Donnerstag die erste Niederlage bezogen.

Arnor Gunnarsson bietet sich die Großchance aufs 21:21

Dabei stimmte nach einer Auszeit von Hinze in den letzten fünf Minuten nahezu alles. Die offene Abwehr zwang Wetzlar zu irrwitzigen Fehlern, Christopher Rudeck konnte das vierte Mal vom Punkt nicht überwunden werden, und schnelle Tore folgten. Doch die Hausherren hatten sich mit zuvor nur drei Treffern binnen 25 Minuten in die missliche Lage gebracht, sich keine Fehler mehr erlauben zu dürfen. Ein Schrittfehler von Fabian Gutbrod sowie ein Fehlpass des Kapitäns schienen bereits zu viel – und trotzdem bot sich Arnor Gunnarsson 25 Sekunden vor dem Ende die Chance auf das 21:21, weil der BHC die Gäste total verunsichert hatte. Doch der Isländer scheiterte vom Siebenmeterpunkt an Tibor Ivanisevic. Der BHC stand beim Abpfiff sichtlich geknickt auf dem Feld – und Gunnarsson schlich in sein Trikot verkrochen Richtung Kabine.

Mitte der zweiten Halbzeit boten sich den Gästen aus Hessen etliche Gelegenheiten, entscheidend davon zu ziehen. Wetzlar nutzte sie zunächst aber nicht. Der BHC hatte damit im Gegenzug immer wieder die Chance, den entstandenen Drei-Tore-Rückstand zu verkürzen. Doch es mangelte an vielem. Schlechte Entscheidungen, vergebene Schnellangriffe und zu ideenlose Abschlüsse paarten sich mit wenig Durchschlagskraft. Weder von außen noch aus der Distanz fielen zuverlässig Tore – und der bisher so starke David Schmidt war mental aus der Partie, als er zum vierten Mal in den Block warf.

Ab dem 16:17 durch Max Darj in der 40. Minute warf der BHC 15 Minuten kein Tor – Wetzlar hatte sich stückweise entscheidend abgesetzt. Dass er zuvor mit einem 13:13 in die Kabine gegangen war, hatte sich der Bergische HC in den letzten acht Minuten vor dem Seitenwechsel regelrecht erarbeitet. Beim 9:11 war Wetzlar zum zweiten und letzten Mal mit zwei Toren in Front, und es schien, als wolle sich nun insbesondere Rudeck gegen einen höheren Rückstand stemmen. Denn der wäre bei vielen kleinen Fehlern durchaus möglich gewesen – doch Rudeck kaufte Maximilian Holst zwei Siebenmeter und einen freien Wurf von linksaußen, sowie Lenny Rubin einen Durchbruch ab.

Der Keeper war an seinem 26. Geburtstag spät – erste Parade: 13. Minute –, dann aber umso besser in Tritt gekommen. Letztlich ärgerte er sich, dass sein Team den fahrlässigen Gegner nicht ausreichend bestrafen konnte, als selbst deren Spielmacher Filip Mirkulovski gegen die offene Abwehr Bälle wegschmiss. Die Bürde der schwachen Torausbeute war riesengroß – und doch hätte Gunnarsson zum Remis treffen können.

Personal

Linus Arnesson musste mit muskulären Problemen erneut passen, während Torhüter Tomas Mrkva, der nach einem Kopftreffer eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, sich als mögliche Entlastung auf die Bank setzte. Um den Kader auf 16 Spieler zu beschränken, verzichtete Trainer Sebastian Hinze auf Tom Bergner, der die erste Wochenhälfte auf einem Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft gewesen war.

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