Handball-Bundesliga

In den Torhütern liegt ein Schlüssel zum Erfolg

Max Darj (l.) gratulierte Christopher Rudeck zur Fabelvorstellung im Tor. So eine Leistung wäre auch gegen Berlin Gold wert. Foto: Mathias M. Lehmann
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Max Darj (l.) gratulierte Christopher Rudeck zur Fabelvorstellung im Tor. So eine Leistung wäre auch gegen Berlin Gold wert.

Der Bergische HC empfängt am Donnerstag formstarke Füchse Berlin in der Wuppertaler Unihalle.

Von Thomas Rademacher

17 Paraden bei einer Fangquote von 43,59 Prozent standen im vorigen Spiel bei Christopher Rudeck in der offiziellen Statistik der Handball-Bundesliga. Alleine 14 davon hatte Trainer Sebastian Hinze aus sechs Metern gezählt, womit der Torhüter einer der Garanten des 27:23-Erfolgs bei der HSG Wetzlar war und gleichzeitig für die ligaweite Mannschaft des 25. Spieltags nominiert wurde. Auf die Qualitäten des 27-Jährigen wird es auch am Donnerstagabend ankommen, wenn die Füchse Berlin zu Gast in der Unihalle Wuppertal sind. Um 19.05 Uhr wird die Partie gegen die aktuell wohl formstärkste Mannschaft angepfiffen.

„Ich mache mir gerade keinen Kopf.“

Christopher Rudeck, BHC-Torwart

Nachdem Rudeck in Wetzlar den auch für die Nationalmannschaft hoch gehandelten Till Klimpke besiegt hat, wird es auch das Torhüter-Duell gegen die Füchse in sich haben. Sein Gegenüber ist Dejan Milosavljev. Der Serbe ist in der Hauptstadt die klare Nummer eins, führt die Bundesliga mit 246 Paraden an, liegt bei der noch aussagekräftigeren Fangquote aber auch nur 1,75 Prozent vor Rudeck (30,98 zu 29,23). „Milosavljev kann ein Schlüssel für uns sein“, sagt Hinze. „Wenn wir ihn nicht ins Spiel lassen, erhöht das unsere Chancen.“ Ausgewechselt wird der Serbe höchst selten. Er bringt es auf fast 21 Stunden Spielzeit in dieser Bundesliga-Saison. Der zweite Mann, Frederik Genz, stand nicht einmal zwei Stunden zwischen den Pfosten. „Bei dem Niveau kann man sich das erlauben“, findet Christopher Rudeck, der im BHC-Tor eine andere Konstellation vorfindet. „Ich mache mir gerade keinen Kopf, weil ich volles Vertrauen habe, dass ich mich in ein Spiel hereinarbeiten kann, oder – wenn es nicht funktioniert – Tomas Mrkva bereit steht. Deshalb habe ich ein gutes Gefühl.“

Milosavljev ist zwar der Berliner Schlüsselspieler im Tor, doch auf dem Feld verteilt sich die Verantwortung auf viele Schultern. „Sie haben den wohl breitesten Kader der Liga“, meint Hinze. „Vor allem sind sie inzwischen nahezu komplett. Und das sieht man auch in den Ergebnissen.“ In der Bundesliga haben die Füchse 2022 alle sieben Spiele gewonnen und dabei sogar in Kiel triumphiert. Zuletzt siegte die Truppe von Coach Jaron Siewert 29:24 bei den Rhein-Neckar Löwen. Überhaupt sind die Füchse, die nach Minuspunkten auf Platz zwei hinter dem SC Magdeburg rangieren, extrem auswärtsstark. In Flensburg setzte es die einzige Niederlage in der Fremde.

Statistisch spricht also am Donnerstag nicht viel für den BHC – außer die hohe Berliner Belastung. Noch am Dienstagabend trat die Mannschaft in Nantes an. Sportlich hingegen sind die Füchse auch durch die Nachverpflichtung von Kroatiens Rekord-Nationalspieler Igor Vori über jeden Zweifel erhaben. „In dieser Saison decken sie noch einmal besser“, sagt Hinze, der insbesondere Viran Morros dafür in der Verantwortung sieht. „Viele technische Fehler dürfen wir uns nicht erlauben, und wir brauchen eine extrem hohe Wurfeffektivität. Dann glaube ich aber schon, dass etwas drin sein kann.“

In der eigenen Defensive rechnet der Coach mit zweikampfbetonten Berlinern. „Darauf setzen sie. Das Team schließt kaum aus neun Metern ab“, weiß Hinze, der ein hartes Stück Arbeit auf Max Darj und Lukas Stutzke im Deckungszentrum zukommen sieht. Abwehr-Ass Csaba Szücs steht nicht zur Verfügung. Er hat sich einen Sehnenriss im Fuß zugezogen und fällt eine Weile aus. Sehr fraglich ist auch die Rückkehr von Tomas Babak und Tom Kare Nikolaisen, die erkältungs- beziehungsweise coronabedingt außer Gefecht gesetzt waren. Auch Hinze selbst ist noch nicht sicher, ob er dabei sein kann. Bislang konnte sich der Coach noch nicht freitesten. Denkbar ist, dass Co-Trainer Markus Pütz wie in Wetzlar an der Seitenlinie übernimmt.

Rund um den Bergischen HC

Tickets: Die Unihalle darf wieder ausverkauft werden. Es gilt Maskenpflicht (auch am Sitzplatz), zudem müssen Besucher geimpft, genesen oder getestet sein (3G). Diese Regel entfällt für Jugendliche unter 18 Jahre. Tickets sind noch erhältlich.

bhc06.de

Bilanz: In 17 Partien gegen die Füchse hat der BHC ein Remis und vier Siege geschafft. Im Hinspiel dieser Saison setzte es allerdings eine derbe 17:32-Niederlage. Den letzten Punkt gegen die Berliner feierten die Löwen am 3. März 2020 beim 26:26 in Düsseldorf.

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