Handball

Hinze trifft zum ersten Mal auf den Bergischen HC

In seiner neuen Rolle als Trainer der Rhein-Neckar Löwen hat Sebastian Hinze einen optimalen Start hingelegt.
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In seiner neuen Rolle als Trainer der Rhein-Neckar Löwen hat Sebastian Hinze einen optimalen Start hingelegt.

Bundesliga: In der Mitsubishi Electric Halle sind die Rhein-Neckar Löwen zu einem besonderen Spiel zu Gast.

Von Thomas Rademacher

Gerade dreieinhalb Monate ist es her, dass die Ära von Sebastian Hinze beim Bergischen HC endete. Als Spieler, Jugendkoordinator und schließlich einer Dekade als Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft verbrachte der Wuppertaler 19 Jahre beim BHC beziehungsweise Vorgängerverein SG Solingen. Am Donnerstag (19.05 Uhr, Mitsubishi Electric Halle Düsseldorf) trifft der 43-Jährige zum ersten Mal mit seinem neuen Verein, den Rhein-Neckar Löwen, auf seine Ex-Mannschaft. Die Situation ist so speziell, dass sogar der stets sachliche Hinze einräumt: „Ja, es ist ein besonderes Spiel.“

In den vergangenen dreieinhalb Monaten hat sich viel bewegt. Waren die Rhein-Neckar Löwen im Juni als Zehnter der Abschlusstabelle nur einen Punkt vor dem BHC, haben sie inzwischen wieder ganz andere Sphären erreicht. Hinze erwischte mit seinem Team einen Fabelstart, ist mit 10:0-Punkten nach dem jüngsten 28:27-Sieg über die SG Flensburg-Handewitt Zweiter der Handball-Bundesliga. „Dass es so erfolgreich läuft, ist ein bisschen unerwartet“, räumt Hinze ein. „Also ich bin natürlich ein Stück weit überrascht, aber wir machen es auch wirklich gut im Moment.“

Die Rollenverteilung vor dem Duell gegen den Bergischen HC ist also klar. Der Respekt sei allerdings ohnehin groß. „Der BHC zeigt bisher gute Abwehrleistungen und wechselt auch zwischen Systemen. Im Angriff gefällt mir das Kreisläufer-Spiel – es werden viele Torchancen aus sechs Metern kreiert“, erläutert der Coach, der seine neue Mannschaft optimal vorbereiten möchte. „Wir haben aber ein paar angeschlagene Spieler. Das nervt ein bisschen, weil ich nicht so trainieren kann, wie ich es gerne hätte. Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir alle bis zum Spiel fit bekommen.“

BHC-Geschäftsführer Jörg Föste (l.) verabschiedete Sebastian Hinze im vergangenen Juni nach zehn Jahren als Cheftrainer des BHC – es waren emotionale Momente, die auch den 43-jährigen Coach nicht kalt ließen.

Abseits vom Sportlichen steht die Partie unter besonderen Vorzeichen. „Das Gefühl ist in etwa wie vor meiner Verabschiedung im Juni“, sagt Hinze. „Im Moment ist es noch eine normale Vorbereitung, aber man weiß, da kommt etwas.“ Bei der Anfahrt erwartet aber auch der RNL-Coach nichts Gewohntes. Der BHC bestreitet zum ersten Mal in seiner Historie ein Heimspiel in der Mitsubishi Electric Halle. „Ich war dort einmal, als ich zum NRW-Trainer des Jahres nominiert war. Aber noch nie beim Handball. Emotional wäre es vielleicht noch etwas ganz anderes, wenn wir in Solingen oder Wuppertal spielen würden – und wir in der Nähe meines Wohnsitzes übernachten würden.“

Auch wenn er nun zumeist in Schwetzingen lebt, hat Hinze sein Haus in Wuppertal nicht aufgegeben. „Zwei Mal war ich seit dem Umzug in der Heimat – solche Gelegenheiten sind auch praktischer, um jemanden wiederzutreffen, als am beim Spiel“, sagt er – weiß aber noch gar nicht, wie sich das Wiedersehen anfühlen wird.

„Wenn Sebastian seine Rituale nicht ändert, wird er vor Spielbeginn die Kabine sowieso nicht verlassen“, sagt Christopher Rudeck, der beim BHC sieben Jahre unter Hinze trainiert hat. Der Torhüter möchte nicht verhehlen, dass ein spezielles Löwenduell bevorsteht. „Im Vorfeld ist es egal, ob wir gegen die Mannschaft unseres ehemaligen Trainers spielen. Er wirft ja nicht auf mein Tor. Aber es würde schon Bock machen, am Donnerstag zu gewinnen – sogar ein bisschen mehr als normalerweise.“

Einen ausführlichen sportlichen Blick auf das Löwenduell aus BHC-Perspektive lesen Sie im ST am Mittwoch.

Hintergrund

An Sebastian Hinzes Tagesablauf hat sich bei den Rhein-Neckar Löwen kaum etwas geändert: „Ich stehe immer noch früh auf und gehe mit dem Hund. Auch am Tag läuft es dann ähnlich wie beim BHC – zumindest mit Leistungszentrum. Das hat die Infrastruktur deutlich aufgewertet.“

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