Handball

Gegen Lemgo sollen die ersten beiden Heimpunkte her

Um mit viel Tempo – wie hier durch Noah Beyer (l.) – nach vorne zu spielen, benötigen die Löwen defensive Ballgewinne oder Torhüterparaden. Diese Stärke will der BHC auf die Platte bringen.
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Um mit viel Tempo – wie hier durch Noah Beyer (l.) – nach vorne zu spielen, benötigen die Löwen defensive Ballgewinne oder Torhüterparaden. Diese Stärke will der BHC auf die Platte bringen.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC will den offensiven Schwung aus Kiel mit ins Duell am Donnerstagabend nehmen.

Von Thomas Rademacher

Bitter war die Niederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf im ersten Heimspiel der noch jungen Bundesliga-Saison am vorigen Mittwoch. Beim 22:23 hätte es lediglich einer minimal besseren Angriffsleistung bedurft, um das Handballfeld als Sieger zu verlassen. Auch deshalb hat der Bergische HC mehr Positives als Negatives aus dem Duell beim THW Kiel am Wochenende mitgenommen. Zwar kamen die Löwen beim 29:35 (13:17) nicht in die Nähe einer Überraschung, aber „die Angriffsleistung stimmt mich zuversichtlich“, betont Trainer Jamal Naji und meint dies gerade mit Blick auf die am Donnerstag bevorstehende Partie gegen den TBV Lemgo Lippe (19.05 Uhr, Klingenhalle).

Dass die Abwehr beim Deutschen Rekordmeister längst nicht so gut stand wie gegen die Hannoveraner, wiegt für Naji nicht ganz so schwer: „In der objektiven Statistik war das schon ein deutlicher Abfall, aber man muss subjektiv natürlich hinzunehmen, dass wir uns einer enormen Schussqualität und herausragender Zweikampfführung gegenüber gesehen haben.“ Der Kiel-Faktor ist also letztlich nicht zu unterschätzen, und der Ausfall von Frederik Ladefoged hatte ebenfalls Einfluss. „Das war ein Qualitätsverlust“, betont der Coach, der noch nicht weiß, ob der dänische Zugang, der das Abschlusstraining mit Knieproblemen abgebrochen hatte, am Donnerstag wieder einsatzbereit ist. Eine Diagnose steht noch aus.

Tom Kare Nikolaisen hat in der Bundesliga eine rasante Entwicklung hingelegt. Nun ist er zentrale Figur der BHC-Abwehr.

Davon abgesehen bleibt der Kader voraussichtlich unverändert. Naji hofft, dass seine Mannschaft die Angriffsleistung konservieren kann: „Das ist enorm wichtig, da wir nicht erwarten können, dass wir defensiv immer wieder längere Phasen überbrücken können, in denen uns vorne gar nichts gelingt. Die Einschläge im Angriff müssen jetzt dichter werden.“ So sieht es auch Tom Kare Nikolaisen. „Spielen wir offensiv so wie gegen Kiel, sollte das für zwei Punkte gegen Lemgo reichen“, sagt der norwegische Kreisläufer, der bislang erfolgreich in die Fußstapfen des nach Berlin gewechselten Max Darj getreten ist. Seine nun noch größer gewordene Rolle insbesondere im Abwehr-Innenblock genießt der 24-Jährige. „Mir macht es natürlich Spaß, noch mehr zu spielen.“

Gerne würde Nikolaisen auch gegen Lemgo Eindruck hinterlassen und der Mannschaft zum Sieg verhelfen: „Es wird keine einfache Aufgabe, weil Lemgo sich immer wieder zurückkämpft. Aber sie haben auch ein paar Spieler verloren – zum Beispiel ihren Torwart an uns.“ Peter Johannesson trifft also am Donnerstag auf sein Ex-Team. Dass dies ein Vorteil sein kann, hat Tomas Mrkva mit Kiel gegen den BHC bewiesen.

Beim TBV hütet inzwischen Urh Kastelic das Tor. Der aus Göppingen ins Lipperland gekommene Slowene hatte beim 28:28 gegen die MT Melsungen mit zwölf Paraden seinen Anteil am ersten Lemgoer Punktegewinn der Saison. Auf dem Feld verlor die Mannschaft von Coach Florian Kehrmann im Sommer mehrere Spieler. Jonathan Carlsbogard (FC Barcelona) dürfte der herausragendste davon sein. Der Däne Emil Laerke ist ein möglicher Nachfolger. „Das ist auf jeden Fall ein guter Transfer“, meint Jamal Naji, der kaum Veränderung bei der Lemgoer Spielanlage beobachtet.

„Sie agieren sehr breit, bringen viele Bälle nach außen. Und in der Abwehr haben sie viel Körperlichkeit“, sagt der Coach. „Es ist eine Mannschaft, die sehr über ihre Emotionalität kommt.“ Ein Grundgedanke beim BHC sei daher, dominant aufzutreten, um mögliche gegnerische Leidenschaft gleich im Keim zu ersticken.

Während Naji hofft, dass in der Offensive nach Kiel der Knoten geplatzt ist, befürchtet er in der Defensive nicht den umgekehrten Effekt. „Da hinkt der Vergleich einfach etwas, weil wir gegen die Kieler auch ganz anders verteidigen mussten. Das Spiel gegen Lemgo ist dann doch eher mit Hannover zu vergleichen“, sagt Naji. Das ist mit Blick auf die Abwehrreihen zumindest ein gutes Vorzeichen.

Rund um den Bergischen HC

Podcast: In der Löwenzeit, dem BHC-Podcast von Radio RSG und ST, ist in dieser Woche Tom Kare Nikolaisen zu Gast. Im Info-Entertainment-Talk verrät der Norweger, dass er kein guter Fußballer ist, gibt dasselbe Urteil aber auch über einen Mannschaftskameraden ab.

solinger-tageblatt.de/podcast

Bilanz: In der Bundesliga liegt der BHC gegen Lemgo leicht vorne. Von 17 Partien gewannen die Löwen acht und verloren sechs. Drei Mal trennten sich die Teams remis.

Tickets: Die Abendkasse wird öffnen. Karten sind aber auch noch im Vorverkauf erhältlich.

bhc06.de/tickets

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