Handball

Gebeutelte Löwen machen ein paar Fehler zu viel

Tomas Mrkva sorgte mit seiner Siebenmeter-Parade inklusive Nachwurf gegen Tobias Reichmann für neue Hoffnung beim BHC.
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Tomas Mrkva sorgte mit seiner Siebenmeter-Parade inklusive Nachwurf gegen Tobias Reichmann für neue Hoffnung beim BHC.

Bundesliga: Der personell extrem geschwächte Bergische HC verliert bei der MT Melsungen knapp mit 24:26.

Aus Kassel berichtet Thomas Rademacher

Solingen/Kassel. Als Christopher Rudeck beim Stand von 9:8 für die Hausherren gegen Domagoj Pavlovic parierte, war der Bergische HC im Auswärtsspiel gegen die MT Melsungen auf Augenhöhe. Doch der Torhüter hatte Pech. Da Tom Kare Nikolaisen den Spielmacher der Nordhessen unsanft zu Boden geschickt hatte und für zwei Minuten das Feld verlassen musste, blieben die Gastgeber in Ballbesitz. Kurz darauf führten diese 12:8. Den Vorsprung gab die MT zwar nicht mehr aus der Hand, doch die personal arg gebeutelten Bergischen gaben sich zu keinem Zeitpunkt verloren, machten es am Schluss sogar noch einmal spannend und verloren nur hauchdünn mit 24:26 (12:15).

David Schmidt erzielte sechs Treffer, leistete sich aber auch ein paar Fehler. Der Linkshänder war im rechten Rückraum genauso auf sich alleine gestellt wie Lukas Stutzke auf der anderen Seite.

Zu Beginn hielten die Gäste noch sehr gut mit. Sie spielten ihre Angriffe oft lange aus, hatten dabei aber auch Erfolgserlebnisse – wie beim 1:1, das Jeffrey Boomhouwer per sehenswertem Dreher erzielte, oder beim 4:4 durch David Schmidt aus dem Rückraum. Nadelstiche setzten die Löwen auch in der Abwehr mit Ballgewinnen, die sie durch erfolgreiche Gegenstöße von Boomhouwer oder Lukas Stutzke krönten.

Ein Bruch kam erst nach der Strafe gegen Nikolaisen ins Spiel. Kai Häfner markierte die erste Zwei-Tore-Führung für die MT, dann kassierte Tom Bergner eine Hinausstellung, weil er den Gegner am eigenen Kreis beim Wurf hinderte. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Timo Kastening, der kurz darauf das vierte Tor für die Nordhessen hintereinander erzielte.

BHC-Coach Sebastian Hinze fehlten nun die Alternativen. In einer Auszeit erläuterte er seinen Spielern, dass ein Einsatz von Tomas Babak keinen Sinn ergeben würde, weil dieser sich mit Rückenproblemen kaum bewegen könne. Damit reduzierte sich der Löwenkader vorerst auf zehn Feldspieler, die allerdings – obwohl sie selbst teilweise verschnupft waren – noch einmal alles hereinwarfen, sich auch von zahlreichen Paraden Silvo Heinevetters nicht entmutigen ließen und kurz vor der Pause zurückschlugen. Schmidt und per Siebenmeter Linus Arnesson verkürzten zum 12:15-Halbzeitstand.

Doppelparade von Mrkva sorgt für einen Impuls

Die Chancen, noch einmal entscheidend heranzukommen, waren unmittelbar nach Wiederanpfiff da. Doch gleich die ersten drei Angriffe fanden nicht den Weg an Heinevetter vorbei. Arnesson, Boomhouwer und Stutzke scheiterten, während die Melsunger sich offensiv zwar nicht besonders geschickt anstellten, durch Pavlovic und Alexander Petersson aber trotzdem auf 17:12 stellten. Der im Tor für Christopher Rudeck eingewechselte Tomas Mrkva parierte gegen Tobias Reichmann Siebenmeter sowie Nachwurf und setzte damit ein dickes Ausrufezeichen.

Hinze brachte nun doch für zehn Minuten Babak. Schmidt verkürzte, Mrkva hielt, Nikolaisen traf zum 14:17. Und als die Gastgeber jeweils zwei Tore später in doppelte Unterzahl gerieten, war die große Gelegenheit für die Löwen da: Linus Arnesson verwandelte den Strafwurf zum 17:19, doch im Gegenzug traf Häfner trotz des numerischen Nachteils zur Freude der 2717 Fans in der Rothenbach Halle. Ein Fehlpass sowie ein technischer Fehler von Schmidt sowie eine weitere missglückte Aktion von Csaba Szücs waren für den BHC weitere Nackenschläge.

Die Entscheidung war damit immer noch nicht gefallen, Auch wenn den Löwen die Kraft zu fehlen schien, kämpften sie gegen diese Niederlage mit aller Macht an. Gunnarsson, Arnesson und Schmidt brachten die Gäste noch mal auf 24:25 heran. Die Hoffnung war zurück. Dann entschied Pavlovic die Partie mit einem etwas glücklichen Treffer aus der Drehung. „Man muss es so ehrlich sagen, wir machen auch ein paar Fehler zu viel“, haderte Trainer Sebastian Hinze, der seiner Mannschaft für ihren Kampfgeist aber ein Lob aussprach.

Ausfälle

Mannschaftskapitän Fabian Gutbrod hatte erst kürzlich mit einer Erkältung gefehlt. Diesmal hat ihn eine Magen-Darm-Infektion ereilt. Alexander Weck sollte eigentlich wieder spielen, nachdem er umgeknickt war, musste aber erkrankt kurzfristig genau wie Simen Schönningsen passen. Dass Max Darj ausfällt, war bereits im Vorfeld bekannt gewesen. Der Schwede leidet unter Problemen im Leistenbereich. Der Kader des Bergischen HC umfasste daher in Kassel nur 13 Spieler.

Lesen Sie auch: Jeffrey Boomhouwer: „Ich glaube, acht Leute hatten Schnupfen“

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