Handball

Für den BHC geht es ohne Pause in Stuttgart weiter

Torhüter Peter Johannesson zeigt es an: Ein Punkt gegen die Rhein-Neckar Löwen wäre so schön gewesen. Am Sonntag in Stuttgart dürfen es aber gewiss auch gerne zwei sein.
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Torhüter Peter Johannesson zeigt es an: Ein Punkt gegen die Rhein-Neckar Löwen wäre so schön gewesen. Am Sonntag in Stuttgart dürfen es aber gewiss auch gerne zwei sein.

Bundesliga: Nach dem bitteren 26:27 gegen die Rhein-Neckar Löwen soll das neue Selbstvertrauen helfen, um am Sonntag zu punkten.

Von Thomas Rademacher

Gut geschlafen hat Jamal Naji von Donnerstag auf Freitag nicht. „Das ist immer so nach Niederlagen“, sagt der Trainer des Bergischen HC. Das 26:27 (11:13) gegen die Rhein-Neckar Löwen hatte nicht nur ihm zugesetzt, sondern auch der Mannschaft und dem Team ums Team. „Ein Punkt wäre für uns wie ein Sieg gewesen“, betont er. „Wir haben schließlich gegen die heißeste Mannschaft der Bundesliga gespielt – die Tatsache, dass wir so nah dran waren, sollte uns Selbstbewusstsein für die kommende Aufgabe geben.“ Die lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am Sonntagnachmittag (16.05 Uhr) sind die bergischen Handballer beim TVB Stuttgart in der Porsche-Arena zu Gast.

Die Schwaben haben das Spiel vom 11. Spieltag nach vorne gelegt, da die Halle sonst nicht verfügbar gewesen wäre. „Unsere Belastungswerte sind nach dem intensiven Match am Donnerstag natürlich hoch. Aber ich nehme den Spielplan hin, wie er ist“, sagt Naji, der freilich auch weiß, dass die Stuttgarter ebenfalls nur zwei volle Tage Pause haben. Der TVB besiegte den TBV Lemgo Lippe mit 32:28 und feierte dabei seinen ersten Saisonsieg im sechsten Versuch. „Dass es jetzt geklappt hat, könnte auch eine psychologische Komponente haben“, meint der BHC-Coach – die Stuttgarter haben nach fünf Niederlagen zum Auftakt Trainer Roi Sanchez freigestellt und interimsweise durch den langjährigen Bundesligaspieler Michael Schweikardt ersetzt. Prompt genügte es zum Sieg über Lemgo, das allerdings ohne Topspieler Tim Suton antrat und am Dienstag bereits im Europapokal gegen Frisch Auf Göppingen (24:28) aktiv gewesen war.

Dass die Schwaben so schleppend in die Saison gestartet sind, überrascht Jamal Naji ein wenig: „Sie haben einen wirklich guten Kader und mit Silvio Heinevetter und Oscar Bergendahl zwei absolute Topverpflichtungen getätigt.“ Torhüter Heinevetter bietet bisher ansprechende Leistungen und bringt es auf eine Fangquote von knapp 30 Prozent. Der BHC-Coach sieht in der Stuttgarter Kaderstruktur viel Varianz und rechnet am Sonntag mit einem Spiel auf Augenhöhe.

„Für uns als Trainer wird es die Aufgabe sein, den Frust und Ärger über die unglückliche Niederlage in der Mannschaft beiseite zu schieben und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir auch hätten gewinnen können. Dieses Gefühl wollen wir mit nach Stuttgart nehmen“, betont der 36-Jährige, für den der Abend in der Mitsubishi Electric Halle (MEH) mit Ausnahme des Ergebnisses rundum gelungen war. Ein paar Zuschauer mehr als 2374 hätte sich der Club zwar gewünscht, doch die Stimmung war in der Düsseldorfer Spielstätte sehr gut. Naji: „Ich kann mir vorstellen, warum man hier früher von einem Handball-Tempel gesprochen hat.“

Für Sebastian Hinze, der mit nun 12:0-Punkten die Rhein-Neckar Löwen vorläufig an die Spitze katapultiert hat, war die MEH trotz seiner 19 Jahre als Spieler und Coach bei den Bergischen ungewohntes Terrain. „Dennoch war es natürlich etwas anderes, hier in die Halle zu kommen. Man führt mehr Gespräche, kennt viel mehr Gesichter“, sagt Hinze. „Aber in dem Moment, als das Spiel begann, hatte ich vollen Fokus und keine Sekunde darüber nachgedacht, dass ich zehn Jahre BHC-Trainer war.“ Dass sein neues Team durch einen Wurf drei Sekunden vor Schluss als Sieger vom Feld ging, bezeichnet der 43-Jährige als „natürlich auch glücklich“.

Ich halte lieber keinen Ball, und wir gewinnen, als so zu verlieren.

Peter Johannesson, BHC-Torhüter

Diese Einschätzung überwiegt beim BHC durch die Bank. Peter Johannesson, der mit 14 Paraden maßgeblichen Anteil daran hatte, dass der BHC so nah am Punkt dran war, spricht von einem Schritt in die richtige Richtung und einem großen Kampf. „Ich halte lieber keinen Ball, und wir gewinnen, als so zu verlieren“, hadert der Schwede. „Das tut richtig weh.“ Gerade nach der bösen 23:33-Pleite in Hamburg eine Woche zuvor präsentierte sich der BHC wie ausgewechselt und ließ sich auch von Misserfolgen im Angriff nicht entmutigen. „Natürlich haben wir auch in der zweiten Halbzeit zum Beispiel zwei Siebenmeter verworfen“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste. „Aber das Problem mit dem gegnerischen Torhüter hatten die Rhein-Neckar Löwen auch.“

In Stuttgart soll nun eine Konservierung der Leistung gelingen und damit Konstanz geschaffen werden – die hatten die Bergischen in dieser Saison noch nicht. Ein Sieg im Schwabenland wäre also wohl der nächste „Schritt in die richtige Richtung“.

Rund um den Bergischen HC

Personal: Rechtsaußen Isak Persson hat sich von seiner Mandelentzündung zwar wieder erholt, wird am Sonntag aber noch nicht zurückerwartet. Der Rest des Donnerstag-Kaders muss zwar durch die Bank noch ausreichend regenerieren, sollte aber zur Verfügung stehen.

Bilanz: Die Bundesliga-Bilanz des BHC gegen den TVB Stuttgart ist exakt ausgeglichen. Von elf Spielen gewannen beide je fünf Mal. Dazu gab es ein Remis. Auch in der vorigen Saison teilten sich die Teams die Siege. Zu Hause gewannen die Löwen 26:25, auswärts verloren sie 26:27.

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