Handball

Elf magische Minuten ins Löwen-Glück

Nach dem Schlusspfiff gab es zum ersten Mal seit Ende Oktober wieder nur lachende Gesichter bei den BHC-Profis. Foto: Mathias M. Lehmann
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Nach dem Schlusspfiff gab es zum ersten Mal seit Ende Oktober wieder nur lachende Gesichter bei den BHC-Profis.

Analyse: Der BHC schnappt Aufsteiger Hamburg die Punkte vor der Nase weg

Von Thomas Rademacher

Ein verloren geglaubtes Bundesligaspiel hat der Bergische HC beim HSV Hamburg gedreht, durch das 27:26 (12:15) am Ende beide Punkte mit nach Hause genommen und sich damit einen gewaltigen Schub für das Selbstvertrauen erarbeitet. Mit einem Polster von vier Punkten auf die Abstiegsränge dürfen die Handball-Profis nun in den Urlaub fahren, bevor am 10. Januar die Vorbereitung auf die Restrunde beginnt. Dass sich die Situation nun wieder vergleichsweise rosig darstellt, lag an einem Zusammenkommen von drei Punkten.

Das Feuer ist zurück

Vor weniger als drei Wochen befanden sich die Löwen im Auswärtsspiel gegen GWD Minden am Tiefpunkt. Das galt spielerisch, aber auch mental. Kaum waren die Ostwestfalen auf drei Tore weggezogen, war an eine Aufholjagd nicht mehr zu denken. Es fehlte der Biss, die Aufbruchstimmung. Die Mannschaft wirkte komplett niedergeschlagen und strahlte dies auch aus, so dass die 21:25-Niederlage beim Schlusslicht eine logische Folge war. Die Körpersprache in Hamburg war eine ganze andere. In der 43. Minute führten die Hanseaten 21:17 und waren das bessere Team. Dass sich der BHC auch in dieser Situation nicht aufgab, war ihm anzusehen.

Ein fulminanter 8:1-Lauf

Als Trainer Sebastian Hinze beim 17:21 die Auszeit nahm, stellte er die Mannschaft hervorragend ein. Der Coach nahm offensiv ein paar Veränderungen vor, doch den entscheidenden Eingriff unternahm er in der Deckung. „Jetzt zuhören“, appellierte der 42-Jährige. Er beorderte Alexander Weck für einen Angriff auf die Spitze einer 5:1-Deckung, stärkte das Abwehrzentrum und sagte seinem Team, dass es die Würfe von außen zulassen könne. Die Hamburger kamen damit überhaupt nicht zurecht. Sie erzielten in elf Minuten nur einen Treffer, der wie geplant über die Außenposition zustande kam. Aber sie machten auch technische Fehler, warfen den Ball in den BHC-Block oder scheiterten an Torhüter Tomas Mrkva. Der HSV wirkte verunsichert, während der BHC einen 8:1-Lauf zum 25:22 hinlegte. Ein Motor war in dieser Phase David Schmidt, der sich sogar von einem harten Foul inklusive Gesichtstreffer nicht beeindrucken ließ.

Das Spielglück

Als die Löwen plötzlich wie die Sieger aussahen, agierten sie zurückhaltender und erlaubten sich Fehler. Tomas Babak und Alexander Weck leisteten sich Fehlpässe. Nach Wecks 27:26 hatte der HSV zwei Mal die Chance zum Remis. Den ersten Wurf hielt Mrkva grandios, beim zweiten spielte der HSV zu siebt gegen fünf BHCer. Dass der Aufsteiger sich dann auch wie einer präsentierte und einen Kempa-Trick versuchte, anstatt die Kugel irgendwie aufs Tor zu bekommen, war das Glück des BHC. Davon hatten die Löwen auch in ihrer besten Phase zuvor ein wenig. Doch wie heißt es im Sport? Man muss es sich eben auch erarbeiten.

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