Handball

Einziger Löwen-Lichtblick ist Tomas Mrkva

Ratlosigkeit bei Tomas Mrkva (4.v.l.) und seinen Mannschaftskameraden nach dem Schlusspfiff. Der Tscheche sprach von einer der schlimmsten Saisonleistungen. Foto: Mathias M. Lehmann
+
Ratlosigkeit bei Tomas Mrkva (4.v.l.) und seinen Mannschaftskameraden nach dem Schlusspfiff. Der Tscheche sprach von einer der schlimmsten Saisonleistungen.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC kommt beim TBV Lemgo Lippe mit 23:31 (12:17) unter die Räder

Von Thomas Rademacher

Es ist nicht so, dass der Bergische HC beim TBV Lemgo Lippe gar keine Chance gehabt hatte, die Bundesliga-Partie offener zu gestalten. Beim 23:31 (12:17) hatten die Löwen in der ersten Halbzeit mehrere Phasen, in denen sie auf zwei Treffer herankamen. Doch die Gastgeber, beflügelt vom sensationellen Pokalsieg eine Woche zuvor sowie erstmals wieder von 500 Fans, hatten immer wieder die besseren Antworten. Das Tempospiel rollte, so dass die Lemgoer binnen weniger Sekunden wieder auf vier Tore Vorsprung stellten und damit den BHC spürbar beeindruckten.

Es gehörte zum Plan Sebastian Hinzes, den konterstarken TBV in den Positionsangriff zu zwingen. Das Vorhaben des Trainers misslang allerdings zu häufig. Gleich zu Beginn leisteten sich die Löwen Fehler – wie Fehlpässe, Fahrkarten oder auch fahrlässige Abschlüsse in den Block –, so dass es die Gastgeber leicht hatten, in die Gegenstöße zu kommen. Spielmacher Linus Arnesson funktionierte zu Beginn kaum, Tomas Babak machte es danach etwas besser.

„Die Höhe der Niederlage ist ausgesprochen schmeichelhaft für uns.“

Jörg Föste, BHC-Geschäftsführer

Die Gäste erholten sich von dem frühen Rückstand aber nie. Kein BHC-Handballer lief richtig heiß, auch wenn es Hinze mit vielen versuchte. So durfte Alexander Weck im linken Rückraum beginnen, traf zunächst auch zwei Mal, leistete sich dann aber auch Würfe in den Block beziehungsweise weit über das Gehäuse. Sogar der sonst so unbeschwert aufspielende Renars Uscins vergab in der zweiten Halbzeit Bälle, die er sonst souverän im Tor unterbringt. Dass die beiden jungen Sportler den BHC in der angespannten Situation nicht anführen können, ist keine Überraschung. Doch auch Routinier David Schmidt suchte in Lemgo ein Mal mehr seine noch vor einigen Wochen so herausragende Form. Dazu erarbeitete sich das Team kaum klare Chancen.

Und Lemgo? Bei denen lief es wie am Schnürchen. Die Mannschaft präsentierte ihren Fans vor Anpfiff den DHB-Pokal, ging komplett euphorisiert in die Begegnung und agierte entsprechend. Sie deckten nicht nur stark mit einem hervorragenden Torhüter Peter Johannesson dahinter, sondern tanzten die BHC-Deckung auch im gebundenen Angriff das eine oder andere Mal aus. Bemerkenswert: BHC-Schlussmann Tomas Mrkva gewann das Duell mit seinem Gegenüber sogar. 16 Paraden standen zum Schluss auf seinem Konto – am Tschechen lag die deutliche Pleite jedenfalls nicht.

Hinze hatte es zu Beginn der zweiten Halbzeit noch mit einer Überraschung versucht. Er bot Tom Bergner, Uscins und Stutzke gleichzeitig auf und setzte insgesamt auf eine sehr junge Aufstellung. Dass das nicht funktionierte, kritisierte der Coach freilich nicht. „Es war eine Drucksituation, da kann man den Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte Hinze. „Es ging in die Hose. Das nehme ich auf meine Kappe.“

28:20 führte Lemgo bereits zehn Minuten vor Schluss. Mit dem 31:23 holten sich die Lipper sogar den direkten Vergleich, den der BHC durch einen Sieben-Tore-Sieg im Hinspiel Ende Februar schon fast sicher gehabt hatte. Relevant wird dieser, wenn beide Mannschaften punktgleich ins Ziel kommen.

„Wir sind überhaupt nicht in unser Spiel gekommen“, haderte Sebastian Hinze. Geschäftsführer Jörg Föste wurde sogar noch deutlicher: „Die Höhe der Niederlage ist ausgesprochen schmeichelhaft für uns. Das Leistungsbild beider Teams wird durch das 23:31 beschönigt – wohlgemerkt bei gewonnenem Torhüter-Duell.“

Personal

Fabian Gutbrod stand kurzfristig nicht zur Verfügung. Der Kapitän hatte nach dem Warmmachen Rückenprobleme. Gefehlt hat auch Max Darj, nachdem er im vorigen Spiel nach einem Zusammenprall mit sieben Stichen am Kopf genäht worden war. Der schwedische Kreisläufer wurde auf beiden Seiten des Feldes, also auch im Innenblock der 6:0-Deckung, schmerzlich vermisst.

Lesen Sie auch: Hinze vermisst die Leistung seiner Mannschaft

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

BHC-Ass liegt hinter Musche
BHC-Ass liegt hinter Musche
BHC-Ass liegt hinter Musche
Oelze ohne negativen Druck
Oelze ohne negativen Druck
Bergischer HC holt Linkshänder zur neuen Saison
Bergischer HC holt Linkshänder zur neuen Saison
Bergischer HC holt Linkshänder zur neuen Saison

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare