Handball

BHC-Podcast: Eine schlechte Phase kostet die Siegchance

David Schmidt gehörte zu den Aktivposten beim Bergischen HC.
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David Schmidt gehörte zu den Aktivposten beim Bergischen HC.

Der Bergische HC liefert der MT Melsungen beim 23:25 (11:10) einen großen Kampf.

140 Sekunden vor Schluss machte es Arnor Gunnarsson per Gegenstoß noch einmal spannend für den Bergischen HC. Der Isländer verkürzte auf 22:23. Doch der entscheidende Punch gelang den Löwen im Bundesliga-Nachholspiel gegen die MT Melsungen nicht mehr. Domagoj Pavlovic entschied das Duell mit zwei Toren für die Gäste, die im extrem umkämpften, aber auch zähen Duell mit 25:23 die Oberhand behielten.

Dass die Bergischen mit einer 11:10-Führung in die Pause gehen würden, hatten sie nach dem Verlauf der ersten Hälfte wohl selbst nicht erwartet. Schließlich war längst nicht alles gelungen. Die Mannschaft leistete sich offensiv einige technische Fehler, wurde mit Stürmerfouls zurückgepfiffen und vergab zudem diverse glasklare Gelegenheiten. So ließen Arnor Gunnarsson, Alexander Weck und Jeffrey Boomhouwer je einen Siebenmeter ungenutzt. Letztgenannter scheiterte zudem im Gegenstoß, und auch Max Darj brachte den Ball aus sechs Metern nicht im MT-Gehäuse unter.

Eine Augenweide war die Partie des BHC gegen die MT Melsungen selten. Csaba Szücs präsentierte sich aber in Bedrängnis im Umschaltspiel stark.

Verantwortlich für den hauchdünnen Vorsprung war vor allem die Deckung inklusive Torhüter Christopher Rudeck. Der 26-Jährige nahm gleich zu Beginn Yves Kunkel eine freie Chance weg und griff auch vor der Pause noch drei Mal entscheidend hinter der Abwehr ein. Die war mit Max Darj und Csaba Szücs im Zentrum exzellent besetzt. Szücs brillierte sogar in seiner Rolle, eroberte Bälle, leitete Gegenstöße ein und bediente im erweiterten Tempospiel seine Mitspieler.

„Wir haben emotional gespielt, waren schnell auf den Beinen.“

Sebastian Hinze BHC-Trainer

Da beide Deckungsreihen das Duell dominierten, hatten die Unparteiischen merklich Probleme, zwischen Offensiv- und Defensivfouls zu unterscheiden. Es herrschte zwar ein wenig Unruhe auf dem Feld, doch der BHC behielt insbesondere kurz vor der Pause die Nerven. David Schmidt verkürzte auf 9:10, Fabian Gutbrod besorgte mit seinen Treffern drei und vier die Führung.

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Bergischen zunächst das etwas galligere Team. Gutbrod löste es im Angriff erneut mit seiner Wurfgewalt, Gunnarsson nutzte die Gelegenheit von außen. Der Isländer war während der ersten Hälfte zwei Mal verletzt vom Feld gegangen und durch Kristian Nippes vertreten worden, doch er biss in der zweiten Hälfte noch einmal auf die Zähne. Er übernahm beim nächsten Strafwurf wieder die Verantwortung und behielt, nachdem MT-Torhüter Nebojsa Simic drei Mal in Folge Sieger geblieben war, die Nerven.

Das Duell aber blieb aus BHC-Sicht zäh. Linus Arnesson bediente Tom Kare Nikolaisen mustergültig. Der Norweger scheiterte an Simic, der immer mehr zum Faktor für die Melsunger wurde. Während die Löwen hart um gute Chancen kämpfen mussten, setzten sich die Gäste nun im Angriff auch mit individueller Klasse durch und legten vier Treffer vor. Im Angriff versuchte es Trainer Sebastian Hinze mit Daniel Fontaine im linken Rückraum, doch die fehlende Spielpraxis war dem so lange verletzten Handballer anzumerken.

Zehn Minuten vor Schluss kam Fabian Gutbrod wieder und strahlte sofort die gewünschte Rückraum-Gefahr aus. Der Kapitän brachte sein Team beim 20:22 erneut in Schlagdistanz. Und er war es auch, der nach Pavlovic’ Schlagwurf zum 24:22 mit einem schnellen Treffer wieder auf ein Tor Rückstand stellte. Doch es war zu spät, die MT nahm die Punkte mit nach Kassel. BHC-Coach Hinze zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Auftritt: „Wir haben das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben emotional gespielt und waren schnell auf den Beinen.“

Rund um den Bergischen HC

Spielplan: Die Löwen spielen bis mindestens zum 6. Juni zwei Mal in der Woche. Am Samstag geht es nach Balingen, am Mittwoch kommt Minden in die Klingenhalle, drei Tage später (29. Mai) ist der BHC in Wetzlar zu Gast. Die Liga terminierte nun auch noch das Duell gegen Göppingen für Mittwoch, 2. Juni (Klingenhalle), sowie das Nachholspiel beim SC DHfK Leipzig für Sonntag, 6. Juni.

Personal: Sebastian Hinze entschied sich für denselben 16-Mann-Kader wie vor knapp einer Woche in Ludwigshafen. Er verzichtete also auf Kreisläufer Tom Bergner und den nach einer Corona-Infektion wieder voll trainierenden Sebastian Damm. Die beiden waren in der Klingenhalle – genau wie Yannick Fraatz, der nach einem Kreuzbandriss noch mit der Hilfe von Krücken gehen muss.

Lesen Sie auch: Hinze vermisst lediglich die Krönung der Aufholjagd

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