Handball-Bundesliga

Ein Sieg mit einem Tor Unterschied reicht

Christopher Rudecks Gesichtsausdruck beschreibt die aktuelle Stimmung des Bergischen HC recht gut: So schlecht war es nicht, doch das jüngste Resultat schmerzte trotzdem. Foto: Moritz Alex
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Christopher Rudecks Gesichtsausdruck beschreibt die aktuelle Stimmung des Bergischen HC recht gut: So schlecht war es nicht, doch das jüngste Resultat schmerzte trotzdem.

Der Bergische HC empfängt am Donnerstagabend die TSV Hannover-Burgdorf.

Von Thomas Rademacher

Die Partie bei Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg sollten die Profi-Handballer des Bergischen HC schnell abhaken. „Punkten müssen wir gegen andere“, sagte Geschäftsführer Jörg Föste nach der 25:38-Niederlage. „Zum Beispiel gegen Hannover.“ Schon am Donnerstag (19.05 Uhr) sind die Niedersachsen in der Klingenhalle zu Gast. „Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns, und es findet unter völlig anderen Vorzeichen statt“, meint Torhüter Christopher Rudeck.

Waren die Bergischen in Sachsen-Anhalt krasser Außenseiter, sind sie es gegen die TSV Hannover-Burgdorf trotz der 20:28-Schlappe im Hinspiel nicht. Das Team des ehemaligen Bundestrainers Christian Prokop absolviert eine durchwachsene Saison, hat 2022 sogar noch gar nicht gewonnen, wurde aber auch durch Corona eingebremst. Erst 20 Spiele hat der Tabellen-14. absolviert – drei weniger als der BHC. Ebenso viele Punkte beträgt der Rückstand auf die zwei Plätze höher angesiedelten Löwen.

„Gefühlt ist es jede Saison so, dass wir in Hannover auf die Mütze kriegen.“

Christopher Rudeck, BHC-Torhüter

„Vor der Winterpause hat Hannover sehr gut gespielt, danach sind sie nicht so gut rausgekommen, was sicher auch an der Qualität der Gegner lag“, meint BHC-Coach Sebastian Hinze. Niederlagen gegen Flensburg und Kiel folgte ein 27:31 zu Hause gegen Lemgo. „Wenn wir an unsere guten Leistungen der ersten drei Heimspiele des Jahres anknüpfen, haben wir eine große Chance auf wichtige Punkte.“ Der Druck sei, so Hinze, allerdings nicht höher als in jedem anderen Bundesligaspiel.

Nominell sind die Hannoveraner schwächster BHC-Gegner in diesem Monat. Es folgen Begegnungen bei der HSG Wetzlar (5.) und gegen die Füchse Berlin (3.). Ein Sieg wäre also Balsam für die Löwenseele und gleichzeitig Revanche für das Hinspiel. „Gefühlt ist es jede Saison so, dass wir in Hannover auf die Mütze kriegen, um es dann zu Hause ähnlich deutlich für uns zu gestalten“, weiß Rudeck. „Es wäre schön, wenn es wieder so läuft, aber mir würde diesmal auch ein Sieg mit einem Tor Unterschied reichen.“

Seit 2015 tritt Rudeck für den BHC an – und tatsächlich lief es in allen sechs Bundesliga-Saisons vergleichbar. Mit Ausnahme des Wunder-Remis, als der BHC auswärts in den letzten 70 Sekunden drei Tore aufholte und ein 30:30 schaffte, setzte es im Hinspiel in Hannover eine Niederlage. Die Rückspiele im Bergischen Land holten ausnahmslos die Löwen. Dass der Heimatmosphäre in Partien der beiden Teams eine tragende Rolle zukommt, ist also empirisch belegt. Eine Erklärung dafür liefert Hinze: „Beide Teams haben eine ähnliche Idee in der Abwehr, setzen darauf, die Passwege zuzumachen, und agieren sehr flexibel. Das erfordert eine hohe Bereitschaft.“

Diese geht unter der Anfeuerung von Fans leichter von der Hand. „In Magdeburg war es schon brutal, knapp 3500 Zuschauer gegen sich zu haben“, sagt Hinze. „Das ist man kaum noch gewohnt. Daher freuen wir uns natürlich auch über jeden, der mehr kommen darf (siehe unten) – auch wenn uns die Energie der ersten drei Heimspiele schon sehr geholfen hat.“

Die taktische Vorbereitung falle diesmal schwer. „Die Personalsituation bei Hannover ist durch Corona nicht klar. Wir wissen nicht, was uns erwartet“, erläutert der Coach. „Ich gehe davon aus, dass sie wieder ziemlich komplett sind.“ Überzeugt ist der BHC-Coach unter anderem von Spielmacher Veit Mävers, der eine Einladung ins Nationalteam erhalten hat. „Rechtsaußen Johan Hansen genügen auch kleine Winkel, und der rechte Rückraum ist mit Ivan Martinovic und Nejc Cehte ebenfalls stark besetzt.“

Bei seinem eigenen Team hofft Hinze auf eine Rückkehr. David Schmidt hat wieder trainiert. „Wenn er auch die nächsten Einheiten gut wegsteckt, kommt er für einen Kurzeinsatz in Frage“, sagt Hinze, der wohl noch auf Yannick Fraatz (Corona) und Fabian Gutbrod (Schulter) verzichten muss.

Rund um den Bergischen HC

Spenden: Die Handball-Bundesliga setzt sich für Betroffene und Flüchtlinge des Krieges in der Ukraine ein. Im Rahmen einer großen Hilfsaktion sammelt BHC-Maskottchen Bergi während des Heimspiels gegen Hannover Geldspenden und hofft auf rege Teilnahme.

Tickets: Der Ausverkauf der Klingenhalle ist zwar noch verboten, doch es dürfen wieder mehr als 1600 Zuschauer kommen. Tickets für die Partie am Donnerstag sind an Vorverkaufsstellen sowie online erhältlich. Es gilt die 2G-plus-Regel.

bhc06.de

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