Handball

Ein bisschen Wut ist Hinze ganz recht

Sebastian Hinze musste zusehen, wie sein Team gegen Erlangen einen 23:19-Vorsprung in acht Minuten aus der Hand gab. Mit dem Spiel war er trotzdem zufrieden. Foto: Christian Beier
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Sebastian Hinze musste zusehen, wie sein Team gegen Erlangen einen 23:19-Vorsprung in acht Minuten aus der Hand gab. Mit dem Spiel war er trotzdem zufrieden.

Handball-Bundesliga: Der Bergische HC ist bereits am Dienstag gegen Wetzlar wieder gefordert

Von Thomas Rademacher

Der Groll über den verpassten Sieg gegen den HC Erlangen war beim Bergischen HC groß. In den letzten Minuten hatten die Gäste mit Hilfe des siebten Feldspielers aufgeholt und in den Schlusssekunden zum 25:25 ausgeglichen. „Über das Ergebnis habe ich mich auch geärgert, aber nach der Analyse überwiegt bei mir die Freude über ein gutes Spiel“, sagt Trainer Sebastian Hinze. „Letztlich hat jeder von uns das Gefühl, dass ein Punkt für die Leistung zu wenig ist. Aber so ist es eben manchmal. Wir haben so etwas auch schon umgekehrt gehabt – wenn auch noch nicht in dieser Saison. Diesmal hat es uns leider auf der bitteren Seite erwischt.“ Ob seine Mannschaft den Zorn in der anstehenden Bundesliga-Partie gegen die HSG Wetzlar (Dienstag, 18.30 Uhr, Klingenhalle) für sich nutzen kann? „Wenn etwas Wut mit dabei ist, ist das sicher okay. Es darf nur nicht zu viel sein“, meint der 42-Jährige.

Ein wenig sei die Situation sogar mit der vor dem Duell gegen die Erlanger vergleichbar. „Nach Balingen war die Unzufriedenheit angesichts der nicht guten defensiven Leistung auch groß. Ich glaube, die Wut darüber hat uns dann gegen den HCE auch ein Stück weit geholfen“, meint der Coach.

„Lukas wirft den Torwart einfach mit rein.“

Christopher Rudeck über Lukas Stutzkes Entschlossenheit

Christopher Rudeck erkennt dabei einen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. „Jeder strahlt zu Hause noch mal ein ganz anderes Selbstvertrauen aus“, sagt der Schlussmann und nennt ein Beispiel aus dem Match gegen Erlangen: „Wenn man sich die Entschlossenheit bei den Würfen von Lukas Stutzke anschaut: Da steht Martin Ziemer in der richtigen Ecke, aber Lukas wirft den Torwart einfach mit rein. Er hat keine Chance, den Ball zu halten.“

Stutzke erzielte sechs Treffer, blieb dabei ohne Fehlversuch. „Ein ganz starkes Spiel von ihm“, findet auch Hinze, der sich aber große Sorgen um den 23-jährigen Rückraum-Rechtshänder macht: „Er hat sich leider bei seinem letzten Wurf eine Zerrung zugezogen und konnte am Wochenende gar nicht trainieren. Sein Einsatz ist unwahrscheinlich.“ Davon abgesehen wird sich der Kader am Dienstag gegen Wetzlar wohl nicht verändern. Tomas Babak und Max Darj fallen weiterhin aus. Gleiches gilt auch für den mit einem Kreuzbandriss gebeutelten Yannick Fraatz, der zwar wieder in der Halle an seinem Comeback arbeitet, dabei aber noch kontaktlos trainiert.

Der zuletzt starke Lukas Stutzke muss wohl aussetzen, auf Spielmacher Linus Arnesson lastet wieder viel Verantwortung.

Nachdem des erste Spiel gegen Wetzlar Mitte Oktober aufgrund eines medizinischen Notfalls beim Stand von 19:21 abgebrochen worden war, wurde die Partie neu angesetzt. „Es war ein offenes Spiel mit vielen Führungswechseln“, erinnert sich Hinze. „Die Situation hat sich für beide Mannschaften ein bisschen geändert.“ So setzt die HSG in der Deckung inzwischen auf einen etwas offensiver ausgerichteten Innenblock, da zwischenzeitlich Felix Danner ausgefallen war. „Im Angriff gibt es zudem ein paar Dinge, die sie mittlerweile lieber spielen als noch vor fünf Wochen.“ Dem BHC fehlen mit Babak und wahrscheinlich Stutzke vor allem personelle Optionen, die er im ersten Aufeinandertreffen noch hatte.

Um zum Erfolg zu kommen, setzt der Löwen-Coach besonders auf das Tempospiel. „Wir treffen auf eine der körperlich stärksten Abwehrreihen überhaupt“, weiß er. „Wir müssen es also schaffen, unser Abwehr-Gegenstoß-Paket auf die Platte zu bringen. Dann haben wir auch das Gefühl, im Spiel zu sein.“ In der ersten Hälfte gegen Erlangen hatte das so gut funktioniert wie noch nie in dieser Saison. „Wenn wir dazu noch im Angriff Sicherheit in unsere Aktionen bekommen, habe ich ein gutes Gefühl für das Match.“

Rund um den BHC

Zuschauer: Da die neue Coronaschutzverordnung in NRW noch nicht erschienen, geschweige denn in Kraft ist, gilt beim BHC am Dienstagabend voraussichtlich weiterhin 3G.

Bilanz: In der Bundesliga geht es zwischen BHC und HSG ausgeglichen zu: jeweils sieben Siege und zwei Unentschieden.

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