Handball

Die Talente liegen Pütz am Herzen

Markus Pütz fühlt sich in seiner Rolle beim BHC wohl und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. Foto: afi/BHC
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Markus Pütz fühlt sich in seiner Rolle beim BHC wohl und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Interview mit Markus Pütz, dem Co-Trainer des Handball-Bundesligisten Bergischer HC.

Von Peter Kuhlendahl

Auch in der nächsten Saison sind Sie in der Handball-Bundesliga im Einsatz, gehören beim Bergischen HC weiter zum Trainerteam. Glückwunsch dazu. War die Vertragsverlängerung reine Formsache?

Markus Pütz: Danke. Im Grunde ja. Außerdem stand die Entscheidung schon lange fest. Aber es ist ja gute Sitte beim BHC, komplette personelle Entscheidungen zu präsentieren.

Sie arbeiten seit der Saison 2017/18 an der Seite von Cheftrainer Sebastian Hinze. Das BHC-Urgestein verlässt den Club bekanntlich am Ende der Saison und wechselt zu den Rhein-Neckar Löwen. Gab es von seiner Seite eine Anfrage einer weiteren Zusammenarbeit?

Pütz: Nein. Wahrscheinlich auch, weil er weiß, dass das für mich kein Thema war. In bin hier in der Region verwurzelt. Meine Lebensgefährtin und ich haben in Hilden ein Haus gebaut. Außerdem liegt mein Hauptaugenmerk auch gar nicht in dieser Richtung. Vor zwei Jahren habe ich zum Beispiel auch das Angebot eines Cheftrainerpostens in der 2. Bundesliga ausgeschlagen. Auf einer solchen Position sehe ich mich aktuell nicht.

In der neuen Saison gibt es mit Jamal Naji von Tusem Essen einen neuen Cheftrainer beim BHC. Kennen Sie sich und haben Sie schon Kontakt aufgenommen?

Pütz: Wir kennen uns seit Jahren, weil wir zusammen die Trainer-B-Lizenz gemacht haben. Außerdem haben wir in der Jugend-Bundesliga mit unseren Teams gegeneinander gespielt. Er mit dem VfL Gummersbach, ich mit dem BHC. Kontakt gibt es aber aktuell überhaupt keinen. Die Zusammenarbeit ist Zukunftsmusik ab dem nächsten Sommer.

Mit Peer Pütz, dem aktuellen Co-Trainer von Bayer Dormagen, ist der Trainerstab des BHC zudem erweitert worden. Tragen Sie nur zufällig den gleichen Nachnamen?

Pütz: Ja, nur zufällig. Wir sind weder verwandt noch verschwägert.

Er wird Ihre Aufgabe der Statistik übernehmen. Bedeutet dies, dass Sie bei den Bundesligaspielen nicht mehr auf der Bank zu finden sind?

Pütz: Wie sich die Bank in der neuen Saison endgültig zusammensetzt, ist noch offen. Klar ist jedoch, dass ich nicht mehr bei jedem Auswärtsspiel dabei sein muss. Dies kommt auch meiner weiteren Aufgabe zu Gute.

Die wäre was?

Pütz: Neben meiner Aufgabe als Torwarttrainer werde ich noch mehr Verantwortung bei der Eliteförderung an der NRW-Sportschule Fals haben, an der ich ja seit Jahren als Sportlehrer unterrichte. Dort will ich in naher Zukunft noch einige Projekte mit auf den Weg bringen. Denn die Toptalente liegen mir einfach am Herzen. Wenn ich bei Auswärtsspielen mit dem BHC unter der Woche in der Bundesliga nicht mehr dabei sein muss, kann ich stattdessen zum Beispiel auch das Frühtraining an der Schule, das dienstags und donnerstags stattfindet, leiten.

Ihr wichtigster Part beim BHC wird also der des Torwarttrainers sein.

Pütz: Und in der Funktion werde ich auch bei jeder Trainingseinheit dabei sein. Was natürlich auch ein großer Vorteil für die Keeper ist, die nicht nur zwei oder drei Mal in der Woche entsprechend gecoacht werden. Mit dem langjährigen BHC-Keeper Björgvin Pall Gustavsson gibt es ja zudem einen sogenannten Torhüter-Mentor beim BHC.

Was versteht man darunter?

Pütz: Dadurch wird die Arbeit noch professioneller. Ich selbst war ja früher Feldspieler. Björgvin, der wieder daheim in Island lebt, unterstützt mich unter anderem im strategischen Bereich. Anhand von Videos gibt es eine Vor- und Nachbereitung. Es ist mir in meiner gesamten Arbeit immer sehr wichtig, mich fortzubilden.

Als Ur-Bergischer haben Sie die gesamte hiesige Szene ja im Auge. Freuen Sie sich jetzt schon wieder auf die möglichen Derbys mit dem VfL Gummersbach in der 1. Liga?

Pütz: Das wäre riesig. Diese Partien sind immer etwas Besonderes. Ich freue mich, dass beim VfL so gut gearbeitet wird. Es wird aber noch ein harter Weg für das Team.

Mit Aufsteiger Eintracht Hagen mischt noch ein weiteres Team aus der Nähe an der Spitze der 2. Liga mit. Gibt es noch ein Derby?

Pütz: Hagen ist alleine schon aus finanzieller Sicht kein normaler Aufsteiger. Es läuft sportlich. Aber ich glaube nicht, dass sie bis zum Ende oben dabei sein werden.

Sie sind damals von der HG Remscheid zum BHC gewechselt. Der Kontakt zur HGR dürfte allein schon deshalb eng sein, weil ja Ihr Bruder Lukas dort noch in der Regionalliga spielt.

Pütz: Natürlich. Aus zeitlichen Gründen habe ich in dieser Saison bisher leider nur ein Spiel gesehen. Für die HGR gilt ansonsten aber das, was für viele Vereine in der Region gilt. In der Jugend gibt es Nachholbedarf. Und wenn man dies nicht kompensieren kann, wird man irgendwann ein richtig großes Problem haben.

Der lange sportliche Lockdown dürfte dazu beigetragen haben, oder?

Pütz: Man muss zwischen dem Spitzen- und Breitensport unterscheiden. Die Probleme im Breitensport sind natürlich größer. Darum wäre es sehr wichtig, dass man irgendwie in der Jugend im Spielbetrieb bleiben kann.

Zur Person

Markus Pütz wurde am 5. März 1986 in Lennep geboren. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er in Lüttringhausen. Dort hat er am Leibniz-Gymnasium sein Abitur gemacht. Nach einem anschließenden Lehramtsstudium (Sport und Geschichte) trat Pütz eine Lehrerstelle an der Fals an. Erstmals Handball spielte er beim Goldenberger TV. Weitere Stationen in der Jugend waren der Wermelskirchener TV und der WMTV Solingen. Im Seniorenbereich ging es bei der 2. Mannschaft der HG Remscheid los. Gespielt hat er auch in Hückeswagen und Radevormwald. Mit der 1. Mannschaft der HGR ist er knapp am Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Nach schweren Knieverletzungen hat Pütz das Traineramt bei der HGR II übernommen und ist dann in den Nachwuchsbereich des Bergischen HC gewechselt. Dort ist BHC-Cheftrainer Sebastian Hinze auf ihn aufmerksam geworden und hat Pütz, der im Besitz der A-Lizenz ist, zum Bundesligateam geholt.

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