Handball

Die Devise der Bergischen Löwen: Immer weitermachen

Csaba Szücs gehört zu den Spielern, die auf dem Feld die volle Bandbreite der Emotionen zeigen. In einem Geisterspiel kann das besonders helfen. Foto: Moritz Alex
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Csaba Szücs gehört zu den Spielern, die auf dem Feld die volle Bandbreite der Emotionen zeigen. In einem Geisterspiel kann das besonders helfen.

Bundesliga: Der BHC empfängt an diesem Samstagabend vor leeren Rängen die SG Flensburg-Handewitt in der Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher

Die 20:21-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt war eine der bittersten in der vorigen Saison. Lange waren die Löwen, die herausragend in der Abwehr gespielt hatten, im Düsseldorfer ISS Dome ganz nah dran an der Überraschung. Doch zum Schluss kamen die Nordlichter zurück und gewannen durch einen direkten Freiwurf von Jim Gottfridsson, der von Csaba Szücs’ Kopf abgefälscht wurde und unhaltbar in den Maschen einschlug. Aus Flensburger Sicht sensationell, aus bergischer Perspektive ein herber Dämpfer. An diesem Samstag (20.30 Uhr) treffen die beiden Teams in der Klingenhalle erneut aufeinander.

Vor dem bittersten Gegentor der vergangenen Saison: Jim Gottfridssons Wurf (l.) wird Csaba Szücs’ Kopf (5.v.l.) streifen und für Torhüter Christopher Rudeck unhaltbar einschlagen.

„Ganz ehrlich“, sagt Csaba Szücs. „Über das Spiel im Februar habe ich lange nicht mehr nachgedacht. Als aber vorige Woche Hendrik Pekeler die Rote Karte sah, weil er einem Nordhorner Spieler beim direkten Freiwurf an den Kopf geworfen hatte, habe ich mich gefragt, ob Gottfridsson nicht auch Rot hätte sehen müssen – ganz unabhängig davon, ob das Tor zählt.“ Die Unparteiischen hatten den Streifschuss im vorigen Februar anders bewertet als zuletzt bei Kiel gegen Nordhorn. „Aber abgesehen davon ist seitdem so viel passiert, dass der Revanche-Gedanke nicht mehr aufkommt. Ich möchte einfach ein Handballspiel gewinnen. Die beiden Punkte gegen Flensburg sind ja genauso viel wert wie gegen Nordhorn.“

Das sieht auch Cheftrainer Sebastian Hinze so: „Das 20:21 hat in der Vorbereitung keine Rolle gespielt. Dafür hat sich bei den Flensburgern zu viel verändert.“ Spielmacher Gottfridsson ist zwar noch da, doch im Rückraum verstärkte sich der Deutsche Meister 2018 und 2019 mit Nationalspieler Franz Semper auf der rechten und Mads Mensah Larsen auf der linken Seite. Zudem kam Lasse Möller, der genau wie Kreisläufer Johannes Golla in diesen Tagen allerdings verletzt ausfällt.

„Flensburg ist ein absolutes Spitzenteam und mit Semper sowie Magnus Röd im rechten Rückraum unfassbar gut besetzt“, sagt Hinze, der seiner Mannschaft trotzdem Chancen einräumt. „In der Deckung müssen wir in den Zweikämpfen gut stehen und sie immer wieder in den Positionsangriff zwingen. Wenn wir dann unser Tempospiel ans Laufen kriegen, werden wir unsere Möglichkeiten haben. Gegen ein Spitzenteam ist die Abwehr immer das Entscheidende.“ Dass seine Mannschaft gleichzeitig offensiv sehr diszipliniert agieren muss, um damit auch gegnerische Konter zu unterbinden, liegt auf der Hand. „Zudem brauchen wir eine hohe Effektivität aus dem Rückraum.“

„Ich bin froh, dass wir in unserem kleinen Kosmos weiterarbeiten dürfen.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Abwehrchef und Umschaltspieler Szücs appelliert an den zuletzt so starken Teamgeist: „Wir müssen bereit sein, uns zu helfen. Wir wissen, worauf wir vertrauen können. Wenn wir uns an unseren Plan halten, haben wir immer eine Chance – Außenseiterrolle hin oder her.“ Und der 33-Jährige fügt an: „Das gilt unabhängig vom Spielstand. Was passieren kann, wenn wir immer weitermachen, haben wir in Hannover gesehen.“ Dort holten die Löwen in 70 Sekunden drei Tore auf und spielten noch 30:30.

Die Devise, immer weiterzumachen, gilt für den BHC in diesen Tagen insgesamt, während am Montag der „Lockdown-Light“ beginnt. „Ich bin froh, dass wir in unserem kleinen Kosmos weiterarbeiten dürfen“, sagt Trainer Hinze. „Uns fehlt natürlich die Emotionalität, die aus äußeren Einflüssen hervorgeht.“ So wird die Klingenhalle auch im dritten Heimspiel der Saison leer bleiben, und alle Bundesliga-Partien im November werden als Medienevents ausgetragen.

Rund um den Bergischen HC

Nationalspieler: Der Bergische HC wird für die bevorstehende EM-Qualifikation vier Handballer abstellen. Jeffrey Boomhouwer (Niederlande), Maciej Majdzinski (Polen), Max Darj (Schweden) sowie aus dem erweiterten Kader Torhüter Joonas Klama (Finnland) wurden nominiert. Linus Arnesson reist aufgrund seiner Verletzung nicht nach Schweden, Arnor Gunnarsson (Island) verzichtet auf eigenen Wunsch auf die Teilnahme. Ebenfalls im Bergischen bleiben Tomas Mrkva und Tomas Babak. Die Partien der Tschechen wurden verlegt.

Personal: Die Lage beim BHC hat sich leicht verändert. Max Darj ist nach überstandenem grippalen Infekt wieder dabei. Fehlen werden weiterhin Linus Arnesson (Muskelverletzung) und Alexander Weck (Kreuzbandanriss). Zudem ist Yannick Fraatz umgeknickt und pausiert vorsichtshalber.

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