Handball-Bundesliga

Deutscher WM-All-Star fordert skandinavische Asse

Der Wechsel von Tom Bergner zum Bergischen HC ging schnell über die Bühne – es hat gepasst. Und das Training macht dem 20-Jährigen sichtbar Freude. Foto: Andreas Fischer
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Der Wechsel von Tom Bergner zum Bergischen HC ging schnell über die Bühne – es hat gepasst. Und das Training macht dem 20-Jährigen sichtbar Freude.

Kreisläufer Tom Bergner sucht sein Glück bei den Bundesliga-Handballern des Bergischen HC.

Von Jürgen König

Solingen. Es sind angesichts der hohen Trainingsintensität nicht gerade die bequemsten Wochen und Monate in seinem bisherigen Leben, und dennoch strahlt Tom Bergner rundum Zufriedenheit aus. „Ich bin bis jetzt absolut glücklich“, sagt der Neuzugang des Bergischen HC. Bereits vor einem Jahr hatte es vielversprechenden Kontakt zwischen dem Kreisläufer und dem Erstligisten gegeben, Im März 2020 – nach dem bislang letzten Auftritt der Löwen in Erlangen – wurde Vollzug gemeldet. Und das mit großen Worten. „Tom ist das vielleicht größte deutsche Kreisläufer-Talent und kommt zudem aus der Region. Da ist es für den BHC folgerichtig, dass wir uns um eine Verpflichtung bemüht haben“, hieß es in der damaligen Pressemitteilung bei Geschäftsführer Jörg Föste.

Der Kreisläufer: 1,95 Meter groß, 126 Kilogramm schwer – bei diesen Körpermaßen ergibt es sich fast von alleine, dass Bergner über die körperliche Präsenz und Robustheit kommt. Lücken reißen, Sperren stellen. Das wird sein Job sein, möglichst mit noch mehr Muskelmasse als bislang. Der 20-Jährige weiß um die hochkarätige Konkurrenz auf seiner Position, wo im Team von Cheftrainer Sebastian Hinze ein kleiner Umbruch stattgefunden hat. Leos Petrovsky (Lübbecke) und Rafael Baena (Spanien) gingen, Tom Bergner und Tom Kare Nikolaisen kamen. Dieser ist norwegischer Nationalspieler, Max Darj gehört der schwedischen Auswahl an. „Ich mache viel mit Max, auch beim Krafttraining“, erzählt der Deutsche im Trio, der im Kampf um begehrte Einsatzzeiten sein Potenzial in der Abwehr in die Waagschale werfen will.

Der Auszubildende: Im Gegensatz zu den vielen Vollprofis im Kader der Bergischen geht Tom Bergner auch noch einem Job nach – er nimmt eine Ausbildung zum Industriekaufmann wahr. Spaß mache es, ein Jahr in Halver liegt bereits hinter ihm. Jetzt heißt der Arbeitgeber CCL Design aus Solingen-Gräfrath. Noch 18 Monate wird der Sportler dort verbringen, ist für die zahlreichen Trainingseinheiten komplett freigestellt. Dankbarkeit, das ist es, was er für diese Absprache zwischen Unternehmen und Verein empfindet.

Der Neu-Solinger: Im Südpark fand das ausführliche Gespräch mit Tom Bergner statt. Und das ist nicht weit von seiner neuen Heimat entfernt. Der gebürtige Lüdenscheider – im Wohnort Halver gab es kein Krankenhaus – hat eine der Wohnungen bezogen, die rund um das neue Leistungszentrum von Michael Kölker an der Kanal- und Zweigstraße entstanden sind. „Ich freue mich natürlich sehr, wenn wir dort trainieren können, das ist für mich dann absolut optimal“, kann sich Bergner aber jetzt schon glücklich schätzen. Mit der Klingenhalle und dem Plus D Sports Gym im Dycker Feld gibt es nur zwei Anlaufstellen – das war schon mal anders, als Hinzes Handballer in Solingen und Wuppertal gleich an mehreren Standorten trainierten.

„Ich habe schnell gemerkt, wie sehr die Halle fehlte.“

Tom Bergner zur Handball-Pause wegen Corona

Der Ex-Hagener: In der 3. Liga Nord-West war Bergners Team (37:9 Punkte) bei Abbruch Zweiter hinter Aufsteiger Wilhelmshaven (45:3) und vor Longerich (28:16). „Ärgerlich, wir haben einige Punkte unnötig abgegeben.“

Der Junggeselle: War es vorher die Mutter, die ihn bekocht hat und auch diese Woche m

Ist abends zu platt, um das Bergische Land zu erkunden, hat den Südpark aber schon kennengelernt: Tom Bergner.

al zu Besuch in der Klingenstadt weilte, so ist Tom Bergner jetzt weitestgehend auf sich alleine gestellt. „Ich achte sehr auf eine gesunde Ernährung, mache alles bewusster als vorher. Und es fällt mir leicht“, betont der Westfale, der schon immer in Abläufe des Haushalts eingebunden war. Noch als Spieler des Drittligisten Eintracht Hagen erlebte er die erste harte Corona-Phase mit der strengen Handball-Abstinenz. Schrecklich sei es gewesen. „Ich habe schnell gemerkt, wie sehr die Halle fehlte.“ Waldläufe, ohnehin nicht seine Lieblingsbeschäftigung, und heimisches Training mit Langhanteln von BHC-Partner Plus D konnten die Normalität in keiner Form kompensieren – dass sie so schnell wie möglich wiederkommt, hofft Bergner. Aber er weiß auch, dass es schwierig wird, das Virus und die Folgen in den Griff zu bekommen.

Der Nationalspieler: Im Sommer 2019 machte Tom Bergner nachhaltig auf sich aufmerksam. Bei der Weltmeisterschaft der Junioren U19 wurde er als bester Kreisläufer ins All-Star-Team gewählt. „Es war ein kleines Trostpflaster und macht auch etwas stolz“, blickt der Geehrte, mit konstant guten Leistungen in Defensive und Offensiv aufwartend, dennoch nicht nur erfreut zurück. Denn das Finale bei den Titelkämpfen in Nordmazedonien ging gegen Ägypten mit 28:32 verloren. Die Hoffnung ruht nunmehr auf der für Anfang 2021 in Kroatien geplanten U20-EM-Konkurrenz, bei der auch BHC-Kollege Alexander Weck mitmischen könnte.

Hintergrund

Bei Eintracht Hagen bildete Tom Bergner ein Duo mit dem Solinger Julian Renninger, den es mit zwei Kreuzbandrissen schlimm erwischte – am neuerlichen Comeback wird hart gearbeitet. Innerhalb des BHC-Kaders gehört auch Jonas Leppich noch zur Fraktion der Kreisläufer.

Tus Grünenbaum, SG Schalksmühle-Halver und HSG Hohenlimburg waren Stationen in der Jugend bis zu seinem Wechsel nach Hagen.

Die spezielle Aufgabe im Team ist es, fürs Wasser zu sorgen. Auch wenn die offizielle Ämterverteilung noch aussteht, geht Bergner davon aus, dass er als einer der Jüngsten dauerhaft die Kästen schleppt.

Die Nummer 28 wird das Trikot des Löwen-Zugangs zieren. Bislang war es die 24, jeweils ohne besonderen Hintergrund. Sein Vertrag beim Bergischen HC läuft vorerst bis zum 30. Juni 2022, für Hobbys fehlt aktuell die Zeit.

BHC in der Saisonvorbereitung: Trainer Sebastian Hinze lobt Bergner und das ganze Team.

Die Bundesliga-Handballer trainieren wieder mit vollem Kader in der Halle. Die BHC-Zugänge sind „Angeber“ im Kraftraum.

David Schmidt will Verantwortung übernehmen: Der Zugang des Bergischen HC ist bereits ein etablierter Bundesliga-Handballer – er bringt eine Menge Ehrgeiz mit.

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