BHC

Die Spieler der Saison: Der Musterprofi - Max Darj

Max Darj ist nicht nur offensiv und defensiv einer der Leistungsträger, er ist auch kämpferisch ein absolutes Vorbild. Der Schwede gibt keinen Zentimeter verloren und hechtet jedem Ball nach. Foto: Christian Beier
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Max Darj ist nicht nur offensiv und defensiv einer der Leistungsträger, er ist auch kämpferisch ein absolutes Vorbild. Der Schwede gibt keinen Zentimeter verloren und hechtet jedem Ball nach.

Natürlich muss man Max Darj in den Kreis der BHC-Spieler der Saison hieven.

Von Timo Lemmer

Wer, wenn nicht er? Natürlich muss man Max Darj in den Kreis der BHC-Spieler der Saison hieven. Seine Leidenschaft besticht so sehr, dass selbst gelegentliche Handball-Zuschauer ins Schwärmen geraten – auf den Solinger Fußballplätzen beispielsweise ist immer wieder zu erleben, dass der Schwede ein BHC-Botschafter über den genuinen Fan-Kreis hinaus ist, ja sogar das Gesicht des Profisports in der Klingenstadt.

Der unermüdliche Schwede, ein Muster in Einsatz und Beständigkeit, der in einer kurzen Spielpause der anstrengendsten Liga der Welt bis ins WM-Finale vordringt, dabei alle Spiele macht, und – ganz Darj – nach wenigen Tagen zurück im Bergischen Land mit Beinen, die eigentlich durchweg brennen müssten, einen Weltklasse-Auftritt bei GWD Minden hinlegt. Der BHC-Prototyp. Verlässlich wie ein schwedischer Kombi, ebenso unkaputtbar.

timo.lemmer@solinger-tageblatt.de

Vielleicht ist die Bedeutung des Max Darj über die nicht zu unterschätzende Außenwirkung sowie seine sportliche Extra-Klasse hinaus am besten anhand seiner Innenwirkung zu beschreiben. Sein junger Spannmann, Tom Kare Nikolaisen, hat sich auch derart ungewöhnlich rasch an das Bundesliga-Niveau gewöhnen können, weil er den perfekten Lehrmeister in den eigenen Reihen hat. Zieht Darj hier schon seinen eigenen Nachfolger heran?

Am Ende der Saison hat Darj, einer der cleversten Abwehrspieler der gesamten Liga, mehr als 50 Pflichtspiele in den Knochen stecken. Seinen Urlaub hat sich Darj verdient – den Wechsel nach Berlin im Sommer 2022 ebenfalls. So schade es ist, Darj zeugt davon, dass man beim BHC – Achtung – sogar bis in die Weltklasse aufsteigen kann. Der Musterprofi als Prototyp in sportlicher Hinsicht. Denn: Der nächste Darj folgt bestimmt. Und bis dahin eine Spielzeit, in der Max Darj wieder einer der BHC-Spieler der Saison werden wird. Wetten?

Die Spieler der Saison: Der Shooter - Fabian Gutbrod

Wenn Fabian Gutbrod hochspringt, rappelt es oft im gegnerischen Kasten. In Topform ist der 32-Jährige kaum zu verteidigen.

Von Thomas Rademacher

Er fiel schon beim Trainingsauftakt zur Saison 2020/21 auf. Mit feschem Kurzhaarschnitt wirkte Fabian Gutbrod gleich einmal lockere fünf Jahre jünger als mit seiner zuvor über viele Jahre gepflegten langen Mähne. Und es dauerte nicht lange, bis sich der Eindruck aufdrängte, dass sich der 32-Jährige für die neue Spielzeit etwas vorgenommen hatte. Nach starken Testspielen ließ die Bestätigung in der Meisterschaft nicht auf sich warten. Beim Bundesliga-Auftaktspiel in Magdeburg war er mit sieben Treffern einer der Garanten des 31:27-Erfolgs.

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

War Gutbrod in der Vergangenheit ein Handballer, der nach einer guten Leistung oft eine oder zwei mäßige folgen ließ, agierte er in dieser Saison unheimlich konstant. Ob es sein hohes Fitnesslevel war? Oder schlicht die Tatsache, dass er kaum Verletzungsprobleme hatte? Wuchs er in besonderer Art und Weise in die neue offizielle Führungsrolle als frisch gewählter Kapitän hinein? Egal. Die achte BHC-Saison des Rückraum-Rechtshänders war seine beste. 138 Saisontore unterstreichen dies, aber vor allem war auf „Gudi“ unheimlich oft Verlass, wenn die Löwen keine spielerische Lösung fanden. Er ist aktuell der einzige BHC-Handballer, der die sogenannten einfachen Tore erzielen kann. Mit Sprungkraft und Gewalt und über den gegnerischen Block, selbst wenn kein Pass mehr erlaubt ist – also jeder weiß, was passieren wird. Ganz stark!

Die Spieler der Saison: Der Dauerbrenner - Kristian Nippes

Mit letzter Kraft zog Kristian Nippes verletzt durch, um sein letztes Saisontor zu erzielen. Ob es das Finale in der Bundesliga war?

Von Jürgen König

Wenn man im Jahr 2007 die A-Jugend der SG Solingen zum Deutschen Meistertitel führt und 14 Jahre später sein Comeback in der Handball-Bundesliga für den Bergischen HC feiert, muss es sich um den Spieler der Saison handeln: Kristian Nippes.

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Keiner außer seinen Chefs Jörg Föste und Sebastian Hinze trägt das Löwen-Gen so tief in sich wie der 33-Jährige. Unter anderem die tadellose Einstellung ließ den zwischenzeitlich in der Oberliga beim BHC 2 aktiven Solinger nicht von Hinzes Radar verschwinden, die Linkshänder-Misere sorgte im März für die Rückkehr des eloquenten Ex-Kapitäns. Ausgerechnet beim HC Erlangen in Nürnberg, wo er ein Jahr zuvor seine Profi-Karriere vorzeitig wegen des Corona-Saisonabbruchs beendet hatte. Mit einer blutenden Lippe begann sein Wiedereinstieg, mit einer klasse Leistung und einem 25:20-Sieg endete er.

Und auch die neuerliche Abkehr von der großen Bühne hatte etwas Besonderes: Mit letzter Kraft in der finalen Aktion brachte Kristian Nippes den Ball im Tor der ergebnistechnisch nicht mehr zu gefährdenden Rhein-Neckar Löwen unter – die Muskelverletzung hatte sich schon vor dem Wurf eingestellt. Wille pur, für den der Familienvater bei seinem Abschiedsspiel gefeiert werden wird. Obwohl der Termin noch nicht feststeht, haben schon 250 Menschen ihr Ticket gekauft. Ich auch.

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