Handball-Bundesliga

Der BHC hat keine Zeit zur Erholung

Für Max Darj (l., im Gespräch mit Sebastian Hinze) ist es eine unangenehme Situation, wenn er nicht auf dem Feld helfen kann. Auch in Kassel muss er noch pausieren. Foto: Kurt Kosler
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Für Max Darj (l., im Gespräch mit Sebastian Hinze) ist es eine unangenehme Situation, wenn er nicht auf dem Feld helfen kann. Auch in Kassel muss er noch pausieren.

Das abgebrochene Spiel wird wiederholt. Am Donnerstag geht’s zur MT Melsungen.

Von Thomas Rademacher

Am Montag sind die Handballer des Bergischen HC wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Bevor es in die Halle ging, waren die Vorfälle des Samstagabend in einer gemeinsamen Runde Thema. „Wir sprechen natürlich noch einmal darüber“, hatte Trainer Sebastian Hinze im Vorfeld der ersten Einheit seit dem abgebrochenen Bundesligaspiel gegen die HSG Wetzlar gesagt. Beim Stand von 19:21 war es in der Wuppertaler Unihalle zu einem medizinischen Notfall inklusive Defibrillator-Einsatz gekommen. Etwas später ereignete sich sogar noch ein zweites vergleichbares Ereignis. Die Betroffenheit war bei allen Beteiligten spürbar gewesen. Zur Erholung blieb den Sportlern allerdings nur der Sonntag. Denn schon am Donnerstag (19.05 Uhr, Rothenbach Halle) sind die Löwen in Kassel gegen die MT Melsungen erneut gefordert.

Fest steht inzwischen, wie mit dem Duell gegen die HSG Wetzlar verfahren wird. Wie Kirsten Lampe von der Handball-Bundesliga (HBL) berichtet, wird das Spiel neu angesetzt und die bisher absolvierten gut 51 Minuten annulliert. Die beiden Vereine werden sich nun auf einen Nachholtermin einigen. BHC-Geschäftsführer Jörg Föste bestätigt eine Neu-Ansetzung noch in diesem Jahr in der Klingenhalle. Wann genau, ist noch offen. „Es ist für mich bisher kein Thema gewesen“, sagt Hinze. „Dass es aber zu dieser Entscheidung kommt, war wohl zu erwarten.“

Der Fokus des Trainers liegt freilich auf Donnerstag, wenn seine Mannschaft bei der MT Melsungen zu Gast ist. Es wird das neunte Auswärtsspiel der Löwen bei den Nordhessen sein – ein Punkt ist in der Fremde bisher noch nie herausgesprungen. Angesichts des für MT-Verhältnisse mauen Saisonstarts mit 6:8-Punkten dürften die Chancen diesmal besser stehen. „Sie werden gerade von Woche zu Woche besser“, weiß Hinze. „Zu Beginn hatten sie noch Verletzungen, jetzt stabilisiert sich das Team mehr und mehr.“

Nationalspieler Finn Lemke fällt zwar mit einer Verletzung am Sprunggelenk noch aus, doch der Rest des Kaders ist fit. Individuell ist die Mannschaft weiterhin herausragend besetzt. In Timo Kastening, Julius Kühn, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Silvio Heinevetter sorgen fünf weitere Akteure von Team Deutschland für ein hohes Maß an individueller Klasse. Alexander Petersson und Spielmacher Domagoj Pavlovic gehören ebenfalls zu den namhafteren Handballern bei der MT.

„Wir können jede Mannschaft in Schwierigkeiten bringen.“

Sebastian Hinze, BHC-Trainer

Einen Wechsel nahm der Club auf der Trainerposition vor. Gudmundur Gudmundsson wurde im September beurlaubt. Für ihn kam Roberto Garcia Parrondo mit Vorschusslorbeeren: Der Spanier hat unter anderem mit Vardar Skopje die Champions League gewonnen.

Dass die Melsunger Leistungssteigerung mit der neuen Personalie auf der Trainerbank zusammenhängt, behauptet Hinze nicht. Doch der BHC-Coach hat auch im Vergleich zur vorigen Saison einige Unterschiede ausgemacht. „Die MT antizipiert in der Abwehr immer noch viel, deckt aber insgesamt defensiver“, sagt Hinze. „Dazu hat sich das Tempospiel verbessert. Sie nutzen häufiger das Mittel der zweiten Welle und schnellen Mitte.“

Der 42-Jährige geht trotzdem optimistisch in die Begegnung. Die abgebrochene Partie gegen Wetzlar hat dem Coach aus sportlicher Sicht gut gefallen: „Uns fehlte oft die Effektivität im Abschluss, und im Tempospiel hatten wir noch immer nicht die Geschwindigkeit, die uns mal ausgezeichnet hat. Aber das war schon ein gutes Spiel von uns.“ Gerade von den Außenpositionen ließen die Löwen viel liegen. „Wir hätten das Spiel sogar im Griff haben können“, ist Hinze überzeugt und hofft auf eine bessere Abschlussquote am Donnerstag. „Es fängt bei uns an: Wir können jede Mannschaft in Schwierigkeiten bringen.“

Die personelle Situation könnte sich etwas entspannen. Alexander Weck, der umgeknickt war, soll ab Dienstag wieder trainieren. Max Darj hingegen wird noch fehlen. Er hat Leistenprobleme und wird am Freitag noch einmal eingehend untersucht. Für ihn rückt erneut Tom Bergner in den Kader. Der 21-Jährige hat schon gegen Wetzlar bewiesen, dass er eine Bereicherung für die Mannschaft ist.

Bilanz

Viele Jahre hat sich der Bergische HC traditionell sehr schwer mit der MT Melsungen getan. Erst im April 2019 gelang der erste und einzige Sieg (25:24). Vier Monate später holten die Löwen beim 24:24 einen weiteren Punkt. Alle anderen 14 Partien gingen an die Nordhessen.

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