Handball

Der BHC beschert sich zumindest mit einem Punkt - Mit Podcast

Bundesliga: Beim 27:27 (16:13) in Lemgo liegen die Bergischen Löwen nie zurück

Die Entschlossenheit steht Tom Kare Nikolaisen ins Gesicht geschrieben. Der Norweger absolvierte eine klasse Partie – in der ersten Hälfte war er sogar überragend.

Aus Lemgo berichtet Thomas Rademacher

Da staunten die mitgereisten Fans nicht schlecht, als sie einen Blick auf die Startformation des Bergischen HC beim TBV Lemgo Lippe warfen. Statt Jeffrey Boomhouwer oder Sebastian Damm begann Tobias Schmitz auf der Linksaußen-Position. Dass ein Spieler der Oberliga-Reserve gegenüber den Etablierten den Vorzug erhielt, durfte durchaus als gezielt gesetztes Zeichen von Trainer Sebastian Hinze verstanden werden. Schmitz bewies seine Qualitäten auch gleich zu Beginn, als er einen Gegenstoß-Pass gekonnt zur 7:4-Führung verwertete. Doch nicht nur der Überraschungseffekt zeigte Wirkung, die Löwen trumpften in vielen Phasen der Partie auf, lagen nicht ein einziges Mal zurück, mussten sich aber doch mit einem 27:27 (16:13) zufrieden geben.

Den Grundstein zum besten Auftritt seit langem legten die Bergischen von Anfang an in der Deckung. Mit Unterstützung von Torhüter Tomas Mrkva, der auch freie Bälle wegnahm, brachten die Gäste den TBV Lemgo im Positionsangriff immer wieder ins passive Spiel. Tom Kare Nikolaisen agierte neben Csaba Szücs überragend und war auch offensiv eine Macht. Fünf Mal wurde er in Halbzeit eins mustergültig am Kreis bedient, fünf Mal brachte er die Kugel mit aller Souveränität im Netz unter. Weil im gebundenen Angriff auch die Gewaltwürfe von Alexander Weck aus dem Rückraum ihr Ziel fanden, führten die Bergischen nach einer Viertelstunde beim 10:5 zum ersten Mal mit fünf Toren.

Das gelang kurz vor der Pause erneut. Mrkva hatte den Ball an die Latte abgefälscht, Weck aus der zweiten Welle getroffen. War hier sogar das Glück auf BHC-Seite, lief das Tempospiel der Gäste in den ersten 30 Minuten gut. So verkürzte Gedeon Guardiola zwar auf 12:15, doch nach der schnellen Mitte stellte Arnor Gunnarsson unmittelbar den alten Abstand wieder her. Zur Halbzeit befanden sich die Löwen auf Kurs.

Auf dem blieben sie allerdings nicht mehr lange. Eine Zeitstrafe gegen Lukas Stutzke half den Hausherren auf dem Weg zum 16:16. Gleichzeitig hatten die Löwen nun Mühe, offensiv zu guten Chancen zu kommen. Sie rieben sich auf, sammelten dann aber doch wieder Tore durch David Schmidt und den starken Tomas Babak, während die Schiedsrichter bereits Zeitspiel anzeigten. Doch nicht nur die waren ein Schub für das Selbstvertrauen – auch Gunnarssons Wurf ins leere Tor unmittelbar nach einem Gegentreffer beflügelte die Gäste, die wieder 23:20 vorne lagen.

Babak legt vor, aber Carlsbogard hat das letzte Wort

Eine Viertelstunde vor Schluss begann Lemgo, sich für seinen Deckungsaufwand zu belohnen. Schmidt und Lukas Stutzke warfen in den Block, was die Lipper bestraften. Hinze nahm die Auszeit, beruhigte, und sein Team fand wieder Lösungen: durch Weck, Babak, der zum Kreis zog und einen Siebenmeter herausholte, sowie einen Schmidt-Gewaltschuss. Aber auch der neuerliche Drei-Tore-Vorsprung war keine ausreichende Versicherung. Lemgo traf in der Schlussminute zum 26:26. Babak stellte auf 27:26, doch das letzte Wort hatte Jonathan Carlsbogard, der für Lemgo ausglich.

„Jetzt fühlt sich der Punkt nicht so gut an, weil wir viel gekämpft haben“, haderte Nikolaisen, zeigte sich aber auch zuversichtlich: „In einer Stunde oder zwei können wir vielleicht zufrieden sein. Ein Unentschieden in Lemgo ist eigentlich gut, so dass wir Weihnachten genießen können.“

Rund um den Bergischen HC

Personal: Sebastian Hinze hat den Kader im Vergleich zur vorigen Partie um einen Spieler ergänzt. Auf der Linksaußen-Position bot der BHC-Trainer zusätzlich Tobias Schmitz aus der Oberliga-Reserve auf. Beim TBV Lemgo fehlte im Übrigen Peter Johannesson aus familiären Gründen. Der Torhüter wechselt im kommenden Sommer zum Bergischen HC.

Ausblick: Der BHC bestreitet am Montag beim HSV Hamburg (19.05 Uhr) das erste Spiel der Rückrunde, gleichzeitig aber auch das letzte des Jahres sowie vor der EM-Pause. Das Turnier findet vom 13. bis 30. Januar in Ungarn und der Slowakei statt. Von den Löwen sind voraussichtlich Max Darj, Tomas Babak, Tomas Mrkva und Jeffrey Boomhouwer dabei.

Lesen Sie auch: Hinze freut sich über „den BHC auf der Platte“

Rubriklistenbild: © Mathias M. Lehmann

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