Handball

Der Bergische HC und die Sorge um seine Linkshänder

David Schmidt war gegen die Rhein-Neckar Löwen nach wenigen Minuten zum Zuschauen verdammt. Seine Saison ist beendet. Foto: Kurt Kosler
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David Schmidt war gegen die Rhein-Neckar Löwen nach wenigen Minuten zum Zuschauen verdammt. Seine Saison ist beendet.

Handball-Bundesliga: In Coburg fallen auch noch David Schmidt und Kristian Nippes aus

Von Thomas Rademacher

Viel fehlte dem Bergischen HC nicht, um im elften Anlauf erstmals im Düsseldorfer ISS Dome zu gewinnen. Doch die Rhein-Neckar Löwen behielten mit 28:26 (14:13) die Oberhand. „Es war ein Auftritt, wie wir uns ihn gewünscht hatten“, fand Kapitän Fabian Gutbrod. „Vor allem war es sehr positiv als Reaktion auf das Spiel in Lemgo (23:31), als wir nicht immer die Emotionalität gezeigt haben, die man braucht, um erfolgreich zu sein.“ So fiel es letztlich auch dem achtfachen Torschützen leichter, die Niederlage im ersten Saison-Heimspiel vor Zuschauern zu akzeptieren, als dies bei anderen Auftritten des Teams der Fall gewesen war. „Auch wenn es natürlich wehtut, dass wir nichts Zählbares mitgenommen haben.“

Auch Geschäftsführer Jörg Föste hatte eine gute Leistung mit „sehr viel Ehrgeiz“ gesehen. „Unter dem Strich tut es mir für die Jungs leid, dass sie sich für ihren unbändigen Kampfgeist nicht belohnen konnten.“ Gerade in der Schlussphase waren die Gastgeber den Mannheimern noch zwei Mal gefährlich nahe gekommen. In den letzten fünf Minuten fruchtete die Umstellung auf eine 5:1-Deckung, mit der das gegnerische Starensemble kaum zurechtkam. Bis auf zwei Tore waren die Bergischen herangekommen, scheiterten dann aber erneut an Andreas Palicka. Der Keeper der Rhein-Neckar Löwen entschärfte einen Siebenmeter von Jeffrey Boomhouwer und einen Rückraum-Schuss von Linus Arnesson.

Davor hätte Tomas Babak frei auf der rechten Außenseite werfen können. Der Tscheche nahm sich den Versuch allerdings nicht, da er als Rechtshänder einen zu schlechten Winkel hatte. Dieses Problem musste der BHC während der gesamten Begegnung kompensieren. Da mit Yannick Fraatz und Arnor Gunnarsson die beiden gelernten Rechtsaußen verletzt sind, hatte Linksaußen Boomhouwer in der ersten Halbzeit begonnen. In der zweiten übernahm Babak, der oft in die Mitte zog, wodurch mit Kristian Nippes ein Rückraum-Linkshänder nach rechtsaußen rückte. „In der Bundesliga lässt sich es nur kurzfristig kompensieren, ohne gelernten Rechtsaußen zu spielen“, erklärt Hinze. „Wir müssen da also improvisieren und haben im Training auch diverse Dinge ausprobiert.“ Die Option, Renars Uscins auf der Außenbahn einzusetzen, habe sich nicht als erfolgversprechend herausgestellt.

Julian Thomas rückt am Samstag in den Kader

Gegen die Mannheimer fanden vier Würfe von der Position nicht ihr Ziel – jeweils einer von Boomhouwer und Babak sowie zwei von Nippes. Und die Situation wird nicht leichter. Mit David Schmidt und Nippes fielen zwei Rückraum-Linkshänder während der Partie aus. Beide haben sich Muskelverletzungen zugezogen, so dass die Saison beendet sein dürfte. Am Samstag in Coburg (20.30 Uhr) wird Renars Usicns also der letzte verbleibende Linkshänder des Kernkaders sein. Er wird nur für den rechten Rückraum infrage kommen. Auf der Außenbahn muss Hinze damit erneut auf einen Rechtshänder setzen – oder Julian Thomas ins Spiel bringen. Der A-Jugendliche rückt definitiv in den Kader, wie der BHC-Trainer bestätigt. „Vielleicht kann er uns mit freiem Kopf helfen“, hofft der 42-Jährige.

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