Handball-Bundesliga

Der Bergische HC lechzt nach zwei Punkten in Minden

Tomas Babak gibt als Spielmacher die Marschrichtung vor. Sollte Linus Arnesson tatsächlich ausfallen, steht der Tscheche nach gerade überwundener Rückenverletzung am Donnerstag verstärkt im Fokus. Foto: Moritz Alex
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Tomas Babak gibt als Spielmacher die Marschrichtung vor. Sollte Linus Arnesson tatsächlich ausfallen, steht der Tscheche nach gerade überwundener Rückenverletzung am Donnerstag verstärkt im Fokus.

Am Donnerstagabend sind die Löwen beim Schlusslicht in der Kampa-Halle zu Gast.

Von Thomas Rademacher

David Schmidt hofft auf ein entspannteres Punktekonto.

Unheimlich eng geht es in der Handball-Bundesliga zu. Den Bergischen HC auf Rang 14 trennen gerade vier Punkte vom siebten Platz – gleichzeitig beträgt das Polster auf einen Abstiegsrang ebenfalls nur vier Zähler. Nach zuletzt einem Punkt aus sechs Partien ist der Druck, mal wieder Zählbares zu gewinnen, ein bisschen größer geworden. Gleiches gilt wohl auch für den nächsten Gegner. GWD Minden steht mit nur einem Saisonsieg, einem überraschenden 29:25 bei der MT Melsungen, abgeschlagen am Tabellenende und dürfte sich am Donnerstagabend (19.05 Uhr, Kampa-Halle) nicht nur aufgrund des jüngsten BHC-Trends Chancen gegen die Löwen ausrechnen. Personell ist das Team von Trainer Sebastian Hinze schließlich weiterhin stark gebeutelt.

„Wir haben einen Rückraumspieler dazu bekommen, verlieren aber vielleicht zwei andere“, hadert der Coach angesichts der Verletzungen von Linus Arnesson und Fabian Gutbrod. Letzterer hat so arge Schulterprobleme, dass er beim 24:29 gegen die SG Flensburg-Handewitt nicht für einen Einsatz in Frage kam. Der Schwede hingegen knickte in der Partie um, probierte es in der Pause noch mal mit Übungen, musste aber abwinken. „Beide werden nun eingehender untersucht. Es ist sehr fraglich, ob sie spielen können“, sagt Hinze, der sich zumindest über das Comeback von Spielmacher Tomas Babak und Kreisläufer Max Darj freuen durfte: „Beide haben das Spiel gut weggesteckt.“

Sollten Arnesson und Gutbrod tatsächlich fehlen, stehen durch den Ausfall von Lukas Stutzke (Muskelbündelriss) für die zentrale und linke Rückraumposition nur Babak und Alexander Weck zur Verfügung. Auch mit Blick auf die Tatsache, dass Weck noch vor kurzem Perspektivspieler auf der Position war, ist dies natürlich ein Handicap für das zu erwartende Kampfspiel bei den Ostwestfalen. Daran ändert auch die Entwarnung bei Arnor Gunnarsson nichts. Der Rechtsaußen musste ebenfalls verletzt ausgewechselt werden, trainiert inzwischen aber wieder ganz normal.

„Der Gegner steht extrem unter Druck – wir allerdings auch etwas.“

David Schmidt, BHC-Rückraum

„Minden muss gewinnen, das sollten wir uns bewusst machen“, sagte BHC-Linkshänder David Schmidt unmittelbar nach der Niederlage gegen Flensburg. „Der Gegner steht extrem unter Druck – wir allerdings auch etwas. Wir wollen dort natürlich gewinnen. Meiner Meinung nach müssen wir das auch. Dann sieht das Punktekonto schon etwas entspannter für uns aus.“ Freilich hatte der Rückraumspieler, der am Montag mit Weck beim Trainingslehrgang der Nationalmannschaft war, zu diesem Zeitpunkt noch nicht den möglichen Ausfall Arnessons einkalkuliert, doch der Ehrgeiz der Mannschaft und eine aus den jüngsten Ergebnissen resultierende Unzufriedenheit sind offenkundig.

Eine pauschale Einordnung der Bedeutung des Duells in Minden möchte Hinze nicht vornehmen. „Wir wollen so schnell wie möglich wieder ein Erfolgserlebnis haben“, räumt der Trainer ein. „Aber auch wenn uns das am Donnerstag nicht gelingt, geht nicht die Welt unter.“ Der Trainer ist überzeugt, dass die Ostwestfalen genauso nach den Punkten lechzen wie seine Mannschaft. „Um dort zu gewinnen, müssen wir unseren bestmöglichen Job machen.“

Dass GWD mit ernüchternden 2:26-Punkten als Schlusslicht in extremer Abstiegsgefahr steckt, hat einen Grund: Neun Abgänge – inklusive der Leistungsträger Juri Knorr, Christoffer Rambo und Kevin Gulliksen – galt es zu ersetzen. Die meisten Zugänge hatten noch keine Bundesliga-Erfahrung. So siegte das Team von Trainer Frank Carstens zwar in der Vorbereitung deutlich gegen den BHC, kam in der Saison oft aber ebenso klar unter die Räder. „Sie sind mittlerweile gefestigter und haben in Mohamed Darmoul einen großartigen Transfer getätigt“, sagt Hinze über den Rückraumspieler, der bereits 48 Saisontore auf seinem Konto hat. Namhaft sind die Mindener zudem durch Maximilian Janke, Niclas Pieczkowski oder den Torhütern Malte Semisch und Carsten Lichtlein besetzt.

„Es ist schon so, dass Minden sich – wie wir leider zuletzt auch hin und wieder – viele einfache, vermeidbare Fehler erlaubt hat, die es dem Gegner leichter gemacht haben“, sagt Hinze, der zudem überzeugt ist, einen Vorteil im Umschalt- und Tempospiel zu haben. „Im Endeffekt sollten wir GWD immer wieder gegen uns angreifen lassen und es schaffen, dass sie keine Sicherheit in ihr Spiel bekommen.“ Leicht werde das nicht – vor allem in der aktuell „unglücklichen Konstellation.“

Hintergrund

Kampa-Halle: Die Heimspielstätte von GWD Minden war anderthalb Jahre gesperrt und sollte sogar abgerissen werden. Sie wurde letztlich aber doch saniert und steht seit diesem Sommer wieder zur Verfügung.

Bilanz: Zwölf Mal trafen BHC und GWD in der Bundesliga aufeinander. Die Löwen liegen vorne mit acht Siegen, drei Niederlagen und einem Remis.

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