Handball-Bundesliga

Mit BHC-Podcast - Dem 5:0-Lauf folgen zu viele Schwächen

Lukas Stutzke hielt die Magdeburger Abwehr in Atem, der Jung-Nationalspieler stockte sein Torkonto um sieben Feldtreffer auf. Fotos: Kurt Kosler
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Lukas Stutzke hielt die Magdeburger Abwehr in Atem, der Jung-Nationalspieler stockte sein Torkonto um sieben Feldtreffer auf.

Der Bergische HC unterliegt dem SC Magdeburg mit 24:27 (13:14).

Von Jürgen König

Fünfte Niederlage in Folge – zwei Chancen hat der BHC noch, die verkorkste Hinrunde zu korrigieren.

Als die Schlusssequenzen im Düsseldorfer Dome über die Bühne gingen, wurde es so laut wie nie zuvor im achten Saison-Heimspiel des Bergischen HC. Die BHC-Rufe, das Klatschen – es war Ausdruck der Anerkennung, die sich die Löwen auch vollauf verdient hatten. Das 24:27 (13:14) änderte zwar nichts an der miserablen Serie von mittlerweile 1:15-Zählern, gab aber Hoffnung für die beiden ausstehenden Partien des Jahres. In denen man freilich ein Erfolgserlebnis gleichermaßen für das magere Punktekonto wie auch für das positive Gefühl in der Winterpause dringend benötigt. „Es ist die Chance, über das Abwehr-Gegenstoß-Paket und einen stabilen Positionsangriff jetzt schnell zurückzukommen“, arbeitete Trainer Sebastian Hinze aus dem Duell mit dem souveränen Bundesliga-Primus gute Dinge heraus, die auch in Lemgo und Hamburg funktionieren und dann Früchte tragen sollen.

Nach erfreulichen Erkenntnissen sah es in der 14. Minute nicht wirklich aus. Magdeburg bestimmte über sein Rückraum-Ass Michael Damgaard das Geschehen, der 5:9-Rückstand des BHC ließ üble Erinnerungen an die Packungen in Berlin oder gegen Wetzlar aufkommen. Aber es ging in eine völlig andere Richtung. In der Abwehr erfolgte eine klare Steigerung, trotz vieler unglücklich verlaufener „fast-am-Ball-Geschichten“ – wie es Hinze ausdrückte – machten die Bergischen in der Landeshauptstadt Schritt für Schritt nach vorne.

„Das Beste, was wir noch rausholen, ist, dass wir mit einem Tor Führung in die Kabine gehen.“

Bennet Wiegert, SCM-Trainer

Möglich war dies, da gleich drei Akteure, die zuletzt lange gefehlt hatten, ihren Wert unterstrichen: Lukas Stutzke, Tomas Babak und Max Darj erzielten ab der 15. Minute bis zur Pause sämtliche Tore des BHC. Das Nationalspieler-Trio drehte dabei eben jenes 5:9 bis zur 19. Minute in ein 10:9, es war eine überragende Phase der Gastgeber, die auch SCM-Erfolgscoach Bennet Wiegert ins Grübeln brachte. „Das Beste, war wir noch rausholen, ist, dass wir mit einem Tor Führung in die Kabine gehen“, gab er sich selbst überrascht angesichts des eigenen Vorsprungs zur Pause.

Der 5:0-Lauf und zwei weitere Führungen zum 11:10 und 12:11 lösten im Lager von Chefcoach Hinze große Hoffnung für den zweiten Durchgang aus. Aber aus mehreren Gründen war die Sensation nach einer Dreiviertelstunde (18:22) nicht mehr greifbar. Weil die Ostdeutschen für Damgaard mit Philipp Weber eine Säule des deutschen Nationalteams eingewechselt hatten, der zuverlässig traf. Weil der BHC – gleich drei Mal durch Rot-Sünder Csaba Szücs – öfters Zeitstrafen kassierte als die Gäste. Weil die Kräfte nachließen und zu Schwierigkeiten im Positionsangriff, technischen Fehlern sowie schwachen Abschlüssen führten. Allen voran über die Außenpositionen, von wo aus der bei einem Gegenstoß erfolgreiche Emil Hansson, Jeffrey Boomhouwer und der bei Siebenmetern sichere Arnor Gunnarsson gänzlich leer ausgingen. Es ist eine große Schwachstelle, die es zu beseitigen gilt.

Hingegen lassen andere Erkenntnisse wahrlich hoffen, so die Leistungen des Torhütergespanns Tomas Mrkva/Christopher Rudeck, das Duell mit Jannick Green gestalteten der Tscheche (acht Paraden) und sein eingewechselter Positionskollege (vier) ausgeglichen. Vorne war es allen voran Lukas Stutzke, der auf beiden Seiten des Feldes voranging. „Lukas tut uns gut“, bilanzierte auch Sebastian Hinze, für den der Druck nicht weniger geworden ist – daran änderte auch der couragierte Auftritt gegen den potenziellen Deutschen Meister 2022 nichts.

Rund um den BHC

Heimbilanz: Acht Mal traten die Löwen vor heimischer Kulisse an, mit 8:8-Zählern fällt die Hinrunden-Bilanz ausgeglichen aus. Zuletzt waren es allerdings 1:7-Punkte.

Kulisse: Im Rahmen des „Protocast Kids Days“ – freier Eintritt bis 14 Jahre – vermeldete der BHC offiziell 2974 Besucher. Mehr kamen bislang noch nicht.

BHC-Reaktionen: Stutzke und Babak geben den Ton an

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