Handball

Dem Bergischen HC hilft derzeit nur ein Erfolgserlebnis

Max Darj geht in jedem Spiel an seine körperliche Belastungsgrenze. Der Kreisläufer ist vorne wie hinten einer der absoluten Leistungsträger des BHC. Foto: Mathias M. Lehmann
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Max Darj geht in jedem Spiel an seine körperliche Belastungsgrenze. Der Kreisläufer ist vorne wie hinten einer der absoluten Leistungsträger des BHC.

Handball-Bundesliga: An diesem Mittwoch kommt mit GWD Minden der nächste zuletzt erstarkte Gegner in die Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher

Gelöst ist die Stimmung beim Bergischen HC in diesen Tagen nicht. Vier Niederlagen in Serie sorgen vor der Bundesliga-Partie gegen GWD Minden (Mittwoch, 19 Uhr, Klingenhalle) für eine verschärfte Drucksituation. „Natürlich sind wir unzufrieden damit, dass wir zuletzt keine Punkte gewonnen haben“, sagt Kreisläufer Max Darj, der für seinen unermüdlichen Einsatz von der ersten bis zur letzten Minute bekannt ist. „Aber manchmal ist es eben so im Sport. Ich weiß, dass wir auch wieder gewinnen, wenn wir so weiterarbeiten, wie wir das machen.“

Das soll möglichst bereits gegen GWD Minden gelingen. „Sie haben derzeit ein höheres Selbstvertrauen als wir“, räumt das schwedische Abwehr-Ass ein. „Minden hat das zuletzt richtig gut gemacht, aber für uns ist es im Moment wichtiger, dass wir auf uns schauen und ein gutes Spiel machen. Wenn uns das gelingt, haben wir gute Chancen, GWD zu schlagen. Da bin ich sicher.“

„Für unser Selbstvertrauen ist das natürlich ein Problem.“

Max Darj, BHC-Kreisläufer

Dass dies zuletzt bei den Spielen in Ludwigshafen und Balingen sowie teilweise gegen Melsungen nicht gelang, ärgert den 29-Jährigen sehr. „Wir haben aus sechs Metern zu viel liegengelassen“, nennt er einen der Hauptgründe – und schließt sich selbst dabei nicht aus. „Das ist natürlich auf der einen Seite unglücklich, auf der anderen Seite muss jetzt jeder von uns auf sich selbst gucken, um aus diesem Loch wieder herauszukommen. Denn klar: Für unser Selbstvertrauen ist das natürlich ein Problem.“

Dem guten Lauf vor der doppelten Quarantäne trauert auch der Schwede ein wenig hinterher. „Ich finde gar nicht, dass wir bei den 20:6-Punkten in Überform waren. Mein Anspruch ist es, mit null Minuspunkten durch die Saison zu kommen“, flachst er. „Wenn wir unsere beste Leistung erreichen, haben wir gegen jeden Gegner eine Chance. Aber es ist ja auch klar, dass das nicht in jedem Spiel klappt. Wichtig ist, dass es unser Ziel ist und wir alles dafür investieren – und das machen wir.“

Um die offensichtlich vorhandene Verunsicherung aus dem Löwen-Spiel zu bekommen, benötigt die Mannschaft das vielzitierte Erfolgserlebnis. „Das wird uns helfen“, ist auch Trainer Sebastian Hinze überzeugt. „Der Druck wird mit jedem Spiel, in dem wir nicht punkten, automatisch ein bisschen größer.“ So wäre es also der falsche Weg, den Fokus auf begangene Fehler zu legen und dadurch das Stresslevel im Team zusätzlich zu erhöhen. „Wir dürfen während des Spiels nicht die einzelnen misslungenen Aktionen sehen, sondern sollten von der ersten bis zur 60. Minute durchziehen und – ganz wichtig – positiv bleiben.“

Die Qualität, sich nicht von negativen Erlebnissen beeinflussen zu lassen, hatten die Löwen in ihrer besten Saisonphase zweifellos. „Wenn die Dinge da sind, werden sie kaum wahrgenommen. Aber jetzt sind sie weg, und das fällt eben auf. Diese sogenannten weichen Faktoren wirken einfach ungemein, wenn man als Team durch eine schwere Phase geht“, erläutert Hinze mit Blick auf die fehlende Leichtigkeit und das vermisste Selbstverständnis. „Um das wiederzubekommen, müssten wir eigentlich sehr viel trainieren. Derzeit können wir uns aber fast nur taktisch auf den nächsten Gegner vorbereiten.“

Max Darj gewinnt dem aber auch etwas Positives ab: „Man kann das zurückliegende Spiel schnell vergessen und auf den nächsten Gegner schauen.“ Mit GWD Minden trifft der BHC erneut auf ein Team, das noch um den Klassenerhalt kämpft, zuletzt aber überzeugende Ergebnisse hatte. Sechs Spiele in Folge sind die Ostwestfalen ungeschlagen und haben sich dadurch ein Sechs-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz erarbeitet.

„GWD hat sich sehr stabilisiert. Sie waren in dieser Saison schon in einer Phase, wie wir sie gerade haben. Aktuell gewinnen sie sogar Begegnungen, die eigentlich schon verloren sind“, sagt Hinze. „Eigentlich ist die Ausgangslage genau umgekehrt zum Hinspiel.“ Das gewannen die Bergischen im Februar auswärts überzeugend mit 36:29.

Seitdem ist es der Mannschaft von Trainer Frank Carstens gelungen, die Zugänge Maximilian Janke und Miro Schluroff zu integrieren. Doruk Pehlivan, Lucas Meister sowie Joshua Thiele haben Verletzungen überwunden, und Torjäger Christoffer Rambo spielte zuletzt wieder groß auf. „Unser Ziel ist es, das starke Mindener Konterspiel so gut wie möglich zu unterbinden“, sagt Sebastian Hinze. „Dafür brauchen wir im Angriff ein gutes Entscheidungsverhalten, so dass wir den Ball nicht ohne kontrollierten Abschluss und entsprechenden Rückzug aus der Hand geben. Wenn wir das schaffen, haben wir eine gute Chance auf Punkte.“

Rund um den Bergischen HC

Personal: Sebastian Damm ist wieder fit und kommt am Mittwochabend für einen Einsatz infrage. Der Linksaußen ist damit der 18. Spieler, der Sebastian Hinze zur Verfügung steht. Zwei Handballer muss der Trainer also streichen – zuletzt war Daniel Fontaine betroffen.

Bilanz: Gegen GWD Minden hat der BHC in der Vergangenheit schon einige Big-Points gelandet. In elf Bundesliga-Partien gewannen die Löwen sieben Mal, drei Mal blieben die Ostwestfalen Sieger, ein Unentschieden gab es nur im ersten Duell überhaupt beim 29:29 im September 2013.

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