Handball

Das Treffen der Gegensätze steigt in Düsseldorf

Ärgert oder freut sich Arnor Gunnarsson gerade? Am Samstag könnten beide Emotionen zusammenkommen, zumal auch bei einer guten Leistung eine Niederlage droht. Foto: Moritz Alex
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Ärgert oder freut sich Arnor Gunnarsson gerade? Am Samstag könnten beide Emotionen zusammenkommen, zumal auch bei einer guten Leistung eine Niederlage droht.

Handball-Bundesliga: In der sportlichen Krise trifft der Bergische HC auf den ungeschlagenen Spitzenreiter aus Magdeburg.

Der Tiefpunkt der bisherigen Saison in der Handball-Bundesliga war bei der 21:25-Niederlage bei Schlusslicht GWD Minden erreicht. Doch auch das 22:28 (12:16) im Achtelfinale des DHB-Pokals bei der MT Melsungen war kein Glanzlicht des Bergischen HC. Am Samstagabend sind die Löwen ab 20.30 Uhr im Düsseldorfer PSD Bank Dome wieder im Handball-Oberhaus gefordert. Ungleicher könnte das Duell wohl nicht sein: Denn der strauchelnde BHC trifft auf den mit 28:0-Punkten an der Tabellenspitze stehenden SC Magdeburg.

„Natürlich gehen wir in jedes Spiel, um um Punkte zu kämpfen“, stellt Trainer Sebastian Hinze klar. „Aber es geht in unserer derzeitigen Phasen vor allem darum, dass wir Stück für Stück wieder auf unser Level kommen. Wir wollen am Samstag die nächste Steigerung haben.“ Die war bei der MT Melsungen in Teilbereichen zu sehen. Über die rechte Angriffsseite lief mit David Schmidt, Arnor Gunnarsson und auch Simen Schönningsen wieder etwas mehr. Dazu gelang es, in verschiedenen Situationen effektiv zu verteidigen, wenn auch das gewünschte Tempospiel nur in der besten Löwen-Phase kurz nach der Halbzeitpause ein wenig ins Rollen kam. Die Gäste kamen auf 17:19 heran, bevor die MT zunächst vom eigenen siebten Feldspieler und dann von leichten BHC-Fehlern im Angriff profitierte und das Spiel zügig für sich entschied. „Insgesamt war es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, findet Hinze.

Ein extrem großer ist wohl nötig, um auch nur den Hauch einer Chance gegen den SC Magdeburg zu haben. Die Ostdeutschen schweben aktuell im siebten Sportlerhimmel. Nicht nur haben sie bisher alle Bundesligaspiele für sich entschieden, sie sind auch in der European League ungeschlagen und gewannen im Oktober den Super Globe, so dass sie sich Club-Weltmeister nennen dürfen.

Der Druck ist auf der anderen Seite – also bei Magdeburg.

Lukas Stutzke, BHC-Rückraum

„Die Magdeburger haben einen unglaublichen Lauf und keine wirkliche Schwäche“, sagt Hinze. „Jahr für Jahr wurde der Kader dort ein bisschen vergrößert, so dass sie inzwischen auch in der Breite an Qualität gewonnen haben. Das ist wohl der größte Unterschied im Vergleich zu vergangenen Jahren.“ Dazu ist die Mannschaft vom Verletzungspech weitgehend verschont geblieben. Ex-BHCer Moritz Preuss fällt mit einer Knieverletzung zwar langfristig aus, doch der Rest des Kaders ist fit. Omar Magnusson gilt neben Sander Sagosen vom THW Kiel als stärkster Spieler der Bundesliga. Der zweikampfstarke Rückraum-Linkshänder führt mit 83 Treffern, 37 davon per Siebenmeter, die Torschützenliste des SCM an. „Die Eins-gegen-Eins-Qualitäten von Magdeburg sind wirklich überragend. Umso wichtiger wird es für uns sein, dass wir uns für lange Phasen der Abwehrarbeit auch belohnen.“

Wie stark die Magdeburger tatsächlich sind, belegt zum Beispiel die Personalie Philipp Weber. Der deutsche Nationalspieler wechselte vom SC DHfK Leipzig zum SCM und ist dort eines von vielen Rückraum-Assen mit Marko Bezjak, Gisli Kristjansson, Christian O’Sullivan und natürlich Dauerbrenner Michael Damgaard, dessen individuelle Stärke entscheidend beim jüngsten Duell gegen den BHC war. In Düsseldorf gewannen die Magdeburger im vorigen Mai 25:21, wobei Damgaard 14 Treffer markierte.

Der Gegner wirkt für den BHC angesichts der Verfassung beider Teams übermächtig. „Wir können mit einem etwas freieren Kopf in das Spiel reingehen als zum Beispiel gegen Minden“, sagt Lukas Stutzke, der nach einem Muskelbündelriss gegen Melsungen zum ersten Mal wieder dabei war. „Der Druck ist auf der anderen Seite, also bei Magdeburg. Das macht es vielleicht etwas einfacher für uns. Wir geben auf jeden Fall alles.“

Mit Stutzkes Leistung in Kassel zeigte sich Hinze im Übrigen zufrieden: „Gerade in der Deckung hat er uns sehr geholfen.“ Die Hoffnung ist groß, dass der BHC am Samstag mit identischem Kader antreten kann. Blessuren haben sich aber Tom Kare Nikolaisen, Simen Schönningsen und Tomas Babak zugezogen.

Rund um den Bergischen HC

Tickets: 5000 Zuschauer dürfen im PSD Bank Dome dabei sein. Zugang erhalten nur Geimpfte oder Genesene mit Ausnahmen für Kinder und Jugendliche. Karten sind im Vorverkauf und für Kurzentschlossene ab 19 Uhr an der Abendkasse erhältlich.

Bilanz: 15 Mal trafen BHC und SCM in der Bundesliga aufeinander. Immerhin vier Mal siegten die Löwen. Nach drei Heimerfolgen gelang in der vorigen Saison sogar der Paukenschlag in Magdeburg. Die anderen elf Spiele entschied der SCM für sich.

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