Handball

Das Losglück bleibt dem Bergischen HC verwehrt

Djibril M'Bengue zeigte im Pokal gegen Frisch Auf Göppingen seine bisher beste Saisonleistung. Der Rückraum-Linkshänder war sportlich und emotional präsent.
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Djibril M'Bengue zeigte im Pokal gegen Frisch Auf Göppingen seine bisher beste Saisonleistung. Der Rückraum-Linkshänder war sportlich und emotional präsent.

Das Pokalspiel gegen Frisch Auf Göppingen hat neue Kräfte bei den Löwen freigesetzt.

Von Thomas Rademacher

Die Stimmung am Donnerstagabend war famos beim Bergischen HC. Die Löwen hatten sich in der zweiten Runde des DHB-Pokals eindrucksvoll mit 32:26 (15:12) gegen Frisch Auf Göppingen durchgesetzt und dabei auch Leistungsträger gehabt, die bisher weniger im Rampenlicht gestanden hatten. Am Freitag folgte in Bezug auf den Einzug ins Achtelfinale allerdings ein Dämpfer: In der nächsten Runde müssen die bergischen Bundesliga-Handballer auswärts beim Sieger des verlegten Zweitrundenmatches zwischen Zweitligist Eulen Ludwigshafen und dem amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg ran.

„Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es uns nach Magdeburg führt. Der Weg zum Final Four nach Köln hätte deutlich einfacher sein können“, ordnet BHC-Geschäftsführer Jörg Föste die Situation nüchtern ein. Gewünscht hatten sich die Verantwortlichen ein Heimspiel, so dass die Ansetzung auch aus wirtschaftlicher Sicht deutlich attraktiver hätte sein können. „Ein Wunsch-Los ist das Achtelfinale also sicher nicht.“ Relativieren könnte sich die Aussage, sollte Ludwigshafen am 22. November die Sensation schaffen. Dann wäre die Anfahrt kürzer und die Aufgabe zumindest ein wenig einfacher.

Aus sportlicher Sicht jedoch bleibt der Sieg über Göppingen famos. Denn der Mannschaft gelang nicht nur viel, sie zeigte auch die Körpersprache, die sich Trainer Jamal Naji immer wieder wünscht. Das gegenseitige Anstacheln war in vielen Szenen so authentisch spürbar wie lange nicht mehr. Zum Beispiel, als Djibril M'Bengue sich zu Torhüter Peter Johannesson umdrehte, nachdem dieser gerade einen Wurf ins leere Göppinger Gehäuse verfehlt hatte. M'Bengue ruderte nicht leicht mit den Armen, um den Keeper aufzubauen. Nein, er ballte die Faust und feuerte Johannesson lauthals für seine vorausgegangene Parade an. Ähnliche Ausstrahlung hatte Tom Bergner, der sich für jede gelungene Aktion am Kreis noch einmal selbst antrieb.

Dass M'Bengue und Bergner neben dem überragenden zehnfachen Torschützen Alexander Weck zu den entscheidenden Faktoren des Erfolgs gehörten, passte somit ins Bild. „Wir haben es diesmal bis zum Ende durchgezogen“, sagte M'Bengue, der fünf Mal versenkt hatte, von Weck aber besonders begeistert war: „Er hätte wohl auch vom Parkplatz aus getroffen.“

Die Überzeugung ist groß, dass der Erfolg auch für die Bundesliga, in der es mit 4:12-Punkten bislang noch nicht nach Wunsch läuft, Auftrieb geben wird. „Es war für ein paar Spieler etwas schwieriger in dieser Saison bisher. Aber wir haben es im Team super gelöst, viel geredet und gearbeitet. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wirklich jeder Spieler seine Leistung zu 100 Prozent zeigt“, meinte Alexander Weck.

Trotz der durchaus beruhigenden Tatsache, dass der BHC auch ohne Lukas Stutzke, Simen Schönningsen und Tom Kare Nikolaisen gewinnen kann, ist die Lage objektiv betrachtet angespannt. Kreisläufer Nikolaisen dürfte mit seinen Rückenproblemen nicht länger ausfallen, doch im Rückraum sind die Löwen dünn besetzt: So kamen Fabian Gutbrod und Csaba Szücs zwar zu Kurzeinsätzen, doch sie werden noch eine Weile brauchen, bis sie wieder voll belastbar sind. Und mit Schönningsen (Wurfarm verletzt) und Stutzke (Muskelfaserriss) ist kurzfristig nicht zu rechnen.

„Bei Lukas hoffen wir auf den Wiedereinstieg im Dezember, Simen wird nicht um eine Operation herumkommen“, sagt Jörg Föste. „Er wird wohl bis zum Jahresende fehlen.“ Daraus ergibt sich, dass im Rückraum nur die Spielmacher Linus Arnesson und Tomas Babak sowie Alexander Weck und Djibril M'Bengue komplett fit sind. Steht daher eine Nachverpflichtung im Raum? „Wir werden das in Ruhe überlegen“, sagt der Geschäftsführer. „Man muss bedenken, dass eine Verpflichtung während der Saison nahezu immer eine Situation darstellt, in der man kein Optimum erzielen kann.“ Trotz dieser Bedenken: Ein Dementi klingt anders.

Achtelfinale des DHB-Pokal

Die Nationalspielerinnen Laetitia Quist und Malina Marie Michalczik losten folgende für den 21. und 22. Dezember angesetzten Achtelfinalspiele aus: SG Flensburg-Handewitt – HSV Hamburg; Dessau-Roßlauer HV – TSV Hannover-Burgdorf; ASV Hamm-Westfalen – VfL Gummersbach; Sieger aus Eulen Ludwigshafen/SC Magdeburg – Bergischer HC; HC Elbflorenz Dresden – TBV Lemgo Lippe; SG BBM Bietigheim – THW Kiel; TV Großwallstadt – HSG Wetzlar; MT Melsungen – Sieger aus SC DHfK Leipzig/Rhein-Neckar Löwen.

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