Handball

Das sollten Fans über das bergische Derby wissen

Prägendes Derby im Mai 2017: Björgvin Gustavsson springt in das Fangnetz hinter seinem Tor, um mit den zahlreich angereisten BHC-Fans den 26:21-Erfolg in Gummersbach zu feiern. Der Schlussmann ist heute immer noch beim BHC – als Torwart-Mentor.
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Prägendes Derby im Mai 2017: Björgvin Gustavsson springt in das Fangnetz hinter seinem Tor, um mit den zahlreich angereisten BHC-Fans den 26:21-Erfolg in Gummersbach zu feiern. Der Schlussmann ist heute immer noch beim BHC – als Torwart-Mentor.

Handball-Bundesliga: Am Sonntag empfängt der Bergische HC den VfL Gummersbach in der Klingenhalle.

Von Thomas Rademacher

Das Derby zwischen dem Bergischen HC und dem VfL Gummersbach hat sich zumindest auf regionaler Ebene zu einem echten Klassiker in der Handball-Bundesliga entwickelt. Dreieinhalb Jahre mussten Fans darauf verzichten, nun ist der VfL zurück im Oberhaus. Am Sonntag (16.05 Uhr) steigt die allseits heiß erwartete Partie in der Klingenhalle. Warum ist das Spiel besonders spannend?

Die Ausgangssituation beim BHC

Der Bergische HC hat nach fünf Liga-Niederlagen in Serie vorigen Sonntag den ersehnten Sieg gefeiert. Das 24:23 gegen die HSG Wetzlar brachte die Saisonpunkte fünf und sechs, war am Ende auch glücklich. „Die Kombination aus Abwehrblock und Torhüter war wirklich sehr gut bei uns, aber wir haben auch viele Fehler im Angriff gemacht und schlechte Entscheidungen getroffen“, sagt BHC-Trainer Jamal Naji, der zum Beispiel mögliche Anspiele auf die Außen vermisst hat. Das soll sich am Sonntag ändern.

Arnor Gunnarsson hat als dienstältester BHC-Spieler bereits zehn Derbys gegen Gummersbach erlebt. Am Sonntag fängt er wahrscheinlich nicht an, da er unter der Woche krank war.

Die Lage beim VfL Gummersbach

Kontrahent VfL hat eine Bezeichnung geerbt, die der BHC von vier Jahren innehatte – die des nicht normalen Aufsteigers. „Das würde ich so unterschreiben“, betont Naji, der die Verpflichtung von Torjäger Dominik Mappes (68 Treffer) als „Goldgriff“ bezeichnet. Die Oberbergischen starteten mit vier Siegen in fünf Spielen und schlugen am Donnerstagabend sogar die SG Flensburg-Handewitt mit 31:29. 13:9-Punkte sind eine außergewöhnliche Ausbeute, übertrumpft aber nicht die BHC-Bilanz nach elf absolvierten Spielen in der Saison 2018/19 mit 14:8-Zählern. Am zwölften Spieltag ging es genau wie in dieser Saison mit dem bergischen Derby gegen VfL weiter – die Löwen gewannen 30:28.

Ich bin froh, dass Gummersbach zurück in der Bundesliga ist.

Arnor Gunnarsson, BHC-Außen

Die Historie

Zwölf Mal gab es das Derby in der Bundesliga bereits. Die Bilanz ist mit je sechs Siegen für beide Teams exakt ausgeglichen. Arnor Gunnarsson war zehn Mal dabei. „2014 und 2015 waren das schon fast Schlägereien, so wild ging es zu“, erinnert sich der BHC-Rechtsaußen. „Man hat gemerkt, dass das Spiel etwas Besonderes ist.“ Prägend war für den Isländer vor allem die Partie im Mai 2017. Der BHC gewann auswärts mit 26:21 vor Hunderten mitgereisten Fans. „Die Stimmung war unglaublich damals. Deshalb bin ich auch froh, dass Gummersbach zurück in der Bundesliga ist. Solche Spiele machen einfach Spaß.“

Eine fast ausverkaufte Halle

Noch sind ein paar Plätze hinter den Toren und den Außenseiten der Haupttribüne verfügbar, die Partie wird aber ohne Zweifel besser besucht sein als jedes andere Klingenhallen-Spiel in dieser Saison bisher. „Es ist bemerkenswert, was für ein Druck schon bei kleineren Kulissen in der Klingenhalle auf dem Spielfeld ankommt. Ich bin gespannt, wie sich das anfühlt, wenn es richtig voll ist“, sagt Jamal Naji. Der BHC hofft auf eine „blaue Wand“ und bittet seine Fans, in entsprechender Kleidung zu erscheinen.

Die Nähe zum Gegner

Gewiss werden sich auch einige VfL-Fans auf den Weg nach Solingen machen. Die Nähe zwischen beiden Teams ist allerdings nicht nur geografischer Natur. Spieler und Verantwortliche kennen sich sehr gut. Ein paar Beispiele: Naji trainierte bereits Gummersbachs Nationalspieler Julian Köster bei Bayer Dormagen. „Das macht das Match natürlich auch auf persönlicher Ebene zu etwas Speziellem“, sagt der Trainer, der auch schon Coach von Jonas Stüber, Tom Kiesler und Finn Schroven war. Arnor Gunnarsson hingegen ist mit VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson befreundet. „Wir haben in der Nationalmannschaft so viel zusammen erlebt. Das verbindet“, meint der Isländer. „Wir schreiben und telefonieren oft, wenn auch nicht jetzt vor dem Spiel. Da möchte ich das nicht.“ Alexander Weck ist sogar schon für den VfL angetreten. In der Saison 2019/20 verfügte er über ein Zweitspielrecht beim damaligen Zweitligisten.

Goldener November?

Während es für den VfL fast wie am Schnürchen läuft, will der BHC im November gegen Teams auf Augenhöhe unbedingt Punkte sammeln. Geschäftsführer Jörg Föste hat unlängst erklärt, dass das Ziel aus den vier Spielen nur acht Punkte lauten könne. Das schließt einen Sieg gegen Gummersbach ein. „Ich will am Ende die zwei Punkte haben“, stellt Naji klar. „Wir haben den Anspruch, schönen Handball zu bieten und unsere Spielkultur zu verbessern.“ Ein Sieg aber habe höchste Priorität. „Da wäre es mir im Zweifel auch egal, wenn wir schlecht spielen und gewinnen.“

Rund um den Bergischen HC

Ausfälle: Lukas Stutzke (Muskelfaserriss) und Simen Schönningsen (Verletzung des Wurfarms) fehlen weiterhin. Bei Csaba Szücs gibt es Hoffnung – ein MRT soll Aufschluss geben.

Krankheit: Arnor Gunnarsson war schon gegen Wetzlar angeschlagen, lag unter der Woche aber mit Fieber im Bett. Am Freitag ist der Rechtsaußen wieder ins Training eingestiegen.

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