Handball-Bundesliga

Boomhouwer weiß, wie sich Siege gegen Kiel anfühlen

Jeffrey Boomhouwer bei seinem Parade-Wurf von außen: Solch freie Abschlüsse wünscht er sich am Sonntag in Hülle und Fülle. Foto: Christian Beier
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Jeffrey Boomhouwer bei seinem Parade-Wurf von außen: Solch freie Abschlüsse wünscht er sich am Sonntag in Hülle und Fülle.

Die Handball-Bundesliga setzt ihren Spielbetrieb wie geplant fort – am Sonntag empfängt der Bergische HC den Deutschen Meister im ISS Dome.

Von Thomas Rademacher

Turbulent ging es am Mittwoch und Donnerstag in der Handball-Bundesliga (HBL) zu. Fünf von zehn Spielen mussten coronabedingt ausfallen. Ursache war fast ausschließlich der Ausbruch innerhalb der deutschen Nationalmannschaft, der aufgrund der Rückkehr der Spieler in ihre Teams zu einem kleinen Liga-Kollaps führte. Doch die HBL bestärkte am Freitag noch einmal, dass den gültigen Konzepten vertraut werde und der Spielbetrieb in gewohnter Form weitergehe. Zwar fallen auch am Wochenende noch Partien mit direkt betroffenen Spielern aus, doch das Duell des Bergischen HC gegen den THW Kiel (Sonntag, 16 Uhr 13.30 Uhr, ISS Dome Düsseldorf) wird voraussichtlich nicht dabei sein.

„Bisher waren die Kieler Nationalspieler alle negativ. Wenn das auch beim letzten Test so bleibt, findet die Begegnung wie geplant statt“, sagt BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. Die Ergebnisse werden Samstagvormittag erwartet – die Testresultate des Bergischen HC, der wie immer zwei Tage vor der Partie komplett durchgecheckt wurde, sind indes schon da: alle negativ.

Frisch werden beide Teams in das Duell gehen. Das Kieler Spiel gegen Berlin fiel am Donnerstag genauso aus wie das der Löwen bei GWD Minden. „Die Nachricht hat mich etwa um 12.30 Uhr erreicht“, sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze. „Wir haben dann sofort entschieden, in die Halle zu gehen und dort eine Spielbelastung zu haben. Darauf hatten wir uns ja eingestellt.“ Aus sportlicher Sicht hat der Coach den Ausfall natürlich bedauert, „aber er musste schließlich sein. Das war keine Frage. Ich habe dann schnell meinen Fokus auf Kiel gelegt.“

Auch Jeffrey Boomhouwer hat nicht lange gehadert. „Es kam nicht komplett unerwartet. Nachdem schon zwei positive Fälle aus dem Nationalteam durchgesickert waren, hatte ich schon das Gefühl, dass es so kommen könnte“, beschreibt der Niederländer. „Aber in der Englischen Woche ist das vielleicht gar nicht so verkehrt. So konnten wir uns direkt auf den nächsten Gegner vorbereiten.“

„Wenn das funktioniert, ist alles möglich.“

Jeffrey Boomhouwer, BHC-Spieler

Während der Bergische HC alle 13 Bundesliga-Partien seiner Historie gegen den THW Kiel verloren hat und diese Serie liebend gerne durchbrechen würde, weiß Boomhouwer, wie sich ein Erfolg gegen den Deutschen Rekordmeister anfühlt. Sogar zwei Mal gewann der Linksaußen in Diensten der MT Melsungen. „Da hatten wir natürlich jeweils die Unterstützung der Zuschauer, die uns am Sonntag fehlen wird. Aber wir können es auch so schaffen“, ist sich der 32-Jährige sicher – und betont: „Kiel ist angreifbar. Sie haben eine super 3:2:1-Abwehr, aber wir haben uns etwas Taktisches dagegen ausgedacht. Wenn das funktioniert, ist alles möglich.“

Um welche Idee es sich handelt, darf und will Boomhouwer freilich erst nach dem Spiel verraten. „Natürlich haben wir uns auf diese Variante vorbereitet. Und wir rechnen auch damit, dass sie auf 3:2:1 stellen, wenn zum Beispiel Fabian Gutbrod auf dem Feld ist. Das haben sie immer gemacht“, erklärt Hinze. „Wir sind darauf eingestellt, können es aber auch nicht zu komplex machen in zwei Tagen Vorbereitung.“

Um eine Chance zu haben, benötigen die Löwen eine nahezu perfekte Leistung. „Wenn bei uns in irgendeinem Mannschaftsteil nicht ein Rädchen ins andere greift, ist es kaum möglich, Kiel zu schlagen“, sagt der Coach, der erwartungsgemäß keine nennenswerten Schwächen beim Gegner ausmachen kann. Die Kieler bringen sogar den derzeit wohl besten Handballer der Welt mit: Sander Sagosen. Auch Hinze schwärmt von dem Norweger: „Er ist ein kompletter Handballer auf allerhöchstem Niveau.“

Update, Samstag, 14.11., 10.15 Uhr: Ursprünglich war das Spiel für Sonntag 16 Uhr angesetzt. Da sich die Füchse Berlin in Quarantäne begeben mussten und damit das Topspiel gegen Flensburg ausfällt, rückt das Duell des BHC gegen den THW Kiel auf den Platz um 13.30 Uhr. Eine gute Nachricht gab es derweil aus Kiel: Die Testergebnisse des THW sind alle negativ.

Kader

Sebastian Hinze hat große Hoffnung, dass Spielmacher Linus Arnesson am Sonntag nach überstandener Verletzung in den Kader zurückkehrt. Außerdem hat der zuletzt ebenfalls fragliche Csaba Szücs voll trainiert und ist einsatzbereit. Fehlen wird neben Alexander Weck (Kreuzbandanriss) Daniel Fontaine mit muskulären Problemen.

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